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Age of Aventius



Spielspaß

3

Material

2

Spielregel

3

Taktik

3

Glück

5

Interaktion

5
"Da ist ein Riesenpaket gekommen" erzählte mir meine Freundin am Telefon, und ich rätselte den ganzen Tag, was das wohl sein könnte. Ich hatte ja keine Ahnung, wie groß Age of Aventinus sein würde. Der Untertitel "Die Zeit der weißen Ritter" ließ Heiliges, irgendwas vom Gral oder so, erwarten. Aber das erste, was mir auffällt, als ich die Schachtel aufmache, sind Kronkorken. Also, vor dem folgendem Spieleabend genug Bier für die Gäste besorgen, so was regt schließlich den Durst an. Aha, außer einigen sehr großen Kartonteilen, offensichtlich zum Zusammenbauen, findet sich noch eine Anleitung, die mir Aufschluss geben soll, worum es bei Age of Aventinus überhaupt geht. Und wirklich steht gleich auf der dritten Seite eine schöne Geschichte über Drachen, edle Ritter und, ja, tatsächlich, den Gral. Dieser läuft Gefahr, in die Hände der bösen Drachen zu fallen, da die Beschützer des Heiligtums fluchbedingt in einen todesähnlichen Schlaf gefallen sind. Na, und jetzt müssen die Nachwuchs-Edlen rechtzeitig die Burg besetzen, bevor Kollege Feuerspeier kommt und alles zunichte macht.

Spielanleitung:


Aber bevor das ganze beginnt, heißt es, die Burg zusammenbauen, ist schließlich eine Fertig-Burg. Nach diversen Meinungsverschiedenheiten, wie das denn zu bewerkstelligen sei, konnten wir tatsächlich das Age of Aventinus beginnen.

Jeder Spieler von diesem Brettspiel erhält vier Kronkorken seiner Farbe, die er in sein Startfeld stellt. Mit diesen Kronkorken sollte man alle vier Türme der Burg besetzen, will man das Spiel gewinnen. Sind nicht mehr so viele Kronkorken im Spiel reicht es auch aus, wenn keine Kronkorken der anderen Farben mehr im Spiel sind.

Ähnlich wie bei Mensch Ärgere Dich Nicht darf jeder dreimal würfeln, wenn er noch mindestens einen Kronkorken im Startfeld hat. Sind schon Kronkorken draußen, darf man wählen, mit welchem man zieht, aber bei einer Sechs muss, sofern möglich, aus dem Startfeld gezogen werden. Dabei landet man immer auf einem Ereignisfeld. Dort muss man eine Ereigniskarte ziehen, die einen ein Lied singen, eine Runde schmeißen oder tatsächlich auch mal was auf dem Spielplan machen lässt. Trifft man auf einen Kronkorken eines Gegenspielers, dann kann man diesen wieder zurück auf sein Startfeld befördern. So zieht man mit seinen Figuren entweder auf den Feldern um die Burg herum, oder versucht, mit seinen Kronkorken die Burgtürme zu erobern. Dabei "klettert" man mit ihnen durch die Aussparungen an den Ecken der Burg hoch. Diese Aussparungen zieht man wie normale Zugfelder, man kann auf ihnen aber nicht mehr ans Startfeld befördert werden. Würfelt man dort aber zuviel, so dass man über das Feld auf dem Burgturm hinwegzieht, wird der Kronkorken ins Innere der Burg geworfen und ist aus dem Spiel. Dabei darf man versuchen, durch geschicktes Werfen den Kronkorken unten wieder rauskullern zu lassen (ist mir in drei Runden einmal gelungen).

Hat ein Spieler mit seinen Kronkorken alle vier Türme besetzt, so hat er gewonnen. Da das aber so gut wie nie passiert, spielt man immer bis zum bitteren Ende. Oft überlebt nur ein Kronkorken (sowohl im Spiel als auch in der spielbegleitenden Bierkiste ;-) und dessen Besitzer gewinnt dann natürlich.

Dieser Spielablauf kann wirklich ganz unterhaltend sein, v.a. wenn man es nicht so ernst nimmt und die Atmosphäre schon ziemlich biergeschwängert ist. Denkt man aber nach der ersten Runde noch mal darüber nach, wird die einzig richtige Taktik schnell klar: Solange um die Burg herum laufen, bis sich auf den Türmen so gut wie alle in den Tod gestürzt haben. Unten kann einem nämlich nichts passieren, außer man wird zurück zu seinem Startfeld befördert, was ja auch nicht weiter tragisch ist. Wenn die da oben sich dezimiert haben, kann man in Seelenruhe hochspazieren und das Spiel gewinnen. Dummerweise probieren das dann auch gleich alle in der nächsten Runde aus, und siehe da: Hin und her ziehen die Kronkorken, bis der erste aus Langeweile auf den Turm spaziert und auf sein Ende wartet, sofern er nicht gleich abgestürzt ist. Entnervt folgen dann irgendwann alle , bis derjenige mit der größten Geduld übrigbleibt.

Die Gestaltung des Spiels ist natürlich Geschmackssache, trotzdem ist sie meiner Meinung nach nicht mehr zeitgerecht. Schön, dass man ein bisschen basteln kann, aber was dann da steht, passt mehr in einen sechziger Jahre Ritterfilm als zu einem Spiel des neuen Jahrtausends. "Angerer der Ältere" nennt sich der Designer und Autor und hat schon "Die unendliche Geschichte" und diverse andere Sachen gestaltet. Im Spielebereich kommt diese Art der Gestaltung aber (zumindest bei den Leuten, mit denen ich spiele) nicht sehr gut an.

Die Bastelei hat zudem einen großen Nachteil: Baut man das Gesellschaftsspiel mehrfach auf, leiern die Steckteile des Kartons aus, und die Burg steht von Mal zu Mal wackliger und geht wohl irgendwann kaputt. Und das ist für 50 Mark wirklich nicht so toll.
Age of Aventinus
3D-Spiel von Angerer der Ältere, Schneider Weiße, Spiel ohne Bier 49,50 DM, Spiel mit 8 Flaschen Aventinus und Glas 65,- DM
2-4 Pers., ab 6 J., 30 - 60 Min., kann man hier bestellen.

Age of Aventinus
Wir haben es geschafft, die Burg steht!

Age of Aventinus
Bedrohliche Türme

Age of Aventinus
Die Ritter liegen noch betrunken im Zelt.

Age of Aventinus
Der erste wagt den Aufstieg.

Age of Aventinus
Age of Aventinus bei Nacht.
 
 
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