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Alles im Eimer - Spiel



Spielspaß

5

Material

3

Spielregel

5

Glück

5

Planung

3

Schadenfreude

4
Es gibt sie also wirklich noch: Hühner, die nicht in Legebatterien gezwängt werden, Kühe, die frisches Gras auf der Weide fressen, Schweine, die sich genüßlich auf dem Hof im Dreck suhlen. Kurzum, glückliche Tiere. Ermöglicht wird ihnen dieses Leben von Stefan Dorra, auf dessen Bauernhof besagte Tiere alle Freiheiten genießen. Das muß man natürlich gesehen haben, also machen wir uns auf den Weg, dieses kleine Wunder zu bestaunen. Kaum angekommen, werden wir zu einem Spiel aufgefordert. Zunächst sollen wir eine Pyramide aus Eimern bauen. Ferien auf dem Bauernhof haben wir uns zwar anders vorgestellt, aber warum eigentlich nicht. Also frisch ans Werk, und siehe da, die Arbeit macht Spaß. Kaum ist unser kleines Kunstwerk vollendet und wir betrachten es voller Stolz, drehen die Tiere durch. Gezielt nehmen sie Anlauf und springen in unsere Pyramiden. Seltsamerweise hat jede Gattung eine Aversion gegen eine bestimmte Farbe. Daß Stiere rot rasend macht wissen wir bereits. Aber wer hätte geahnt, daß Schweine grün nicht leiden können und Hühner gelb in den Wahnsinn treibt. Einen Eimer nach dem anderen treten die Tiere aus unserer Pyramide und reißen alle, die darüber stehen, mit hinab. Erst als eine Pyramide völlig zerstört ist, beenden die Viecher ihre Raserei. Jetzt wird der Sieger dieses ungewöhnlichen Wettstreites gekürt. Es ist derjenige, der noch die meisten Eimer vor sich stehen hat.

Spielanleitung:


Soweit die kuriose Rahmengeschichte von Alles im Eimer. Das Spiel selbst ist ein einfaches Kartenspiel. 110 Karten in 5 Farben gibt es insgesamt, die Werte reichen jeweils von 1 bis 8. 12 Karten bekommen die Spieler auf die Hand. Aufgrund dieser Karten baut ein jeder eine eigene Pyramide aus kleinen Pappeimern auf. Farben, die oft und in hohen Werten vorhanden sind, kommen bevorzugt unten in die Pyramide, seltene oder fehlende Farben baut man obenauf. Der Startspieler legt nun eine beliebige Karte aus, am besten in einer Farbe, die in der eigenen Pyramide weit oben liegt, beim Gegner aber weiter unten. Reihum müssen die Mitspieler jetzt den Wert des direkten Nachbarn in der gleichen Farbe übertreffen. Hierzu darf man auch mehrere Karten auslegen. Man muß sich jedoch bewußt sein, daß immer nur eine Karte nachgezogen wird und sich so die Anzahl der Handkarten im Laufe des Spiels verringert. Erreicht die Runde wieder den Startspieler, was bei Spielen zu dritt oder viert öfter der Fall ist, wird der Wert der neu ausgespielten Karte(n) zum bisherigen Wert addiert.

Kann oder will ein Spieler des Kartenspiels den Kartenwert nicht mehr erhöhen, purzelt ein Eimer dieser Farbe aus seiner Pyramide. Gut, wenn dieser Eimer weit oben steht, weniger gut, wenn dem nicht so ist. Alle Eimer, die vom stürzenden gestützt werden, fallen mit um und das können durchaus 4 oder 5 auf einmal sein. Wer in der angespielten Farbe keinen Eimer mehr besitzt, darf einen beliebigen aus der Pyramide entfernen, was im späteren Spielverlauf des Gesellschaftsspielsdas Einsturztempo wieder erheblich verlangsamt und auch Spielern, die zu Beginn stark gebeutelt werden, noch eine Chance auf den Sieg läßt. Alles im Eimer endet, wenn ein Spieler seinen letzten Eimer verliert. Es gewinnt derjenige, der nun die meisten Eimer besitzt.

Fazit:
Natürlich spielt bei Alles im Eimer das Glück eine alles überragende Rolle. Wer überwiegend niedrige Werte zieht, dem purzeln die Eimer nur so aus der Pyramide. Ganz übel auch, wenn man eine Fehlfarbe hat. Bekommen dies die Mitspieler mit, werden sie jede sich bietende Möglichkeit nutzen, gerade diese Farbe anzuspielen. Dennoch, oder gerade wegen des großen Glücksanteiles, werden die meisten an Alles im Eimer ihren Spaß haben. Es ist schnell erklärt und gespielt und es hat Tempo. Wer solche einfachen Spiele mag wird von Alles im Eimer bestens bedient.

Enttäuscht bin ich von der Gestaltung. In dieser Hinsicht ist man von Kosmos erheblich besseres gewohnt. Die Kartenrückseiten zeigen weiße Eimer auf häßlichen Braun, die Karten selbst haben ein sehr kindlichen Stil, der mir überhaupt nicht gefällt. Richtig ärgerlich ist aber, daß die Zahlenwerte am unteren Rand nicht auf dem Kopf stehen. Es ist also notwendig alle Karten nach dem Aufnehmen richtig herum zu drehen.
Alles im Eimer
Gesellschaftsspiel von Stefan Dorra, Kosmos, ca. EUR 18,-
3-6 Pers., ab 8 J., ca. 20-30 Min.

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres: Auswahlliste (2002)
Spiel der Spiele: Spielehits für Familien (2002)
à la carte 2002: 3. Platz

Alles im Eimer
Jeder bekommt 5 Eimer jeder Farbe...

Alles im Eimer
...und baut aufgrund seiner Handkarten eine Pyramide.

Alles im Eimer
Jedes Tier kann eine bestimmte Farbe nicht leiden, ...

Alles im Eimer
...und unser Dirk die Farbe der Kartenrückseiten ;-)
 
 
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