Spielekritiken   Spieleauszeichnungen   Spielecharts   Berichte
A-F

G-N

O-Z





 




Amun-Re



5

Spielspaß

5

Material

5

Spielregel

4

Glück

3

Taktik

6

Kommunikation

4

Für alle ungeduldigen geht's hier direkt zum Fazit!

Im alten Ägypten der Pharaonen nehmen die Spieler Provinzen in Besitz, um darauf Pyramiden zu erreichten.

Spielanleitung:


Amun-Re ist in 2 Spielhälften aufgeteilt, dem "Alten" und dem "Neuen Königreich". Jede Hälfte besteht aus 3 Runden. In einer Runde laufen die Spieler 5 Phasen durch, am Ende jeder Spielhälfte kommt es zudem zu einer Wertung.

Für jeden Spieler von diesem Gesellschaftsspiel wird aus dem gemischten Provinzkartenstapel eine Karte verdeckt gezogen und auf die entsprechende Provinz auf dem Spielplan gelegt. Diese Provinzen stehen nun zum Verkauf. Dabei haben die unterschiedlichen Provinzen unterschiedliche Vorteile, die eine eignet sich beispielsweise besser als Geldquelle, weil mehr Bauern dort die Äcker bebauen können, auf der anderen bekommt man sofort Gold oder schon einen Stein zum Pyramidenbau...

Interessant ist die Versteigerung der Provinzen: Auf jeder Karte sind die Versteigerungsstufen abgebildet (z.B. 0, 1, 3, 6, 10, 15, 21, ...). Der erste Bieter legt seinen Bietstein auf eine beliebige Gebotsstufe einer ausliegenden Provinzkarte. Der nächste kann nun entweder auf einer Provinzkarte bieten, für die noch kein Gebot vorliegt, oder auf die, für die der erste Spieler ein Gebot gemacht hat. Den ersten Bieter muss er dabei natürlich überbieten. Ist jeder einmal an der Reihe gewesen, wird überprüft, ob auf jeder Karte nur ein Bietstein liegt. Ist dies der Fall, sind die Verkäufe klar. Liegen jedoch noch auf einer Karte zwei oder mehr Bietsteine, so muss der überbotene ein neues Gebot abgeben. Er darf dabei aber nicht auf derselben Karte bleiben, sondern muss in einer anderen Provinz bieten bzw. evt. einen anderen Spieler überbieten. Das geht solange reihum, bis alle Provinzverkäufe klar sind.

Nun dürfen die Spieler der Reihe nach Machtkarten, Bauern und Bausteine kaufen und einsetzen.
Bei all diesen Gegenständen gilt: Je weniger man kauft, desto weniger zahlt man. Machtkarten haben verschiedene Funktionen. Manche können in bestimmten Phasen des Spiels zum eigenen Vorteil genutzt werden, manche beschreiben Bedingungen, die, hat man sie bei einer Wertung erfüllt und kann die entsprechende Karte vorweisen, Siegpunkte einbringen.
Bauern müssen sofort auf den eigenen Provinzen eingesetzt werden. Manche Provinzen können gar keine, andere bis zu 6 Bauern aufnehmen. In einer späteren Phase, der Ernte bringen die Bauern Geld ein.
Bausteine werden ebenfalls direkt auf die Provinzen gelegt. 3 Bausteine werden sofort in eine Pyramide umgewandelt.

Anschliessend geben die Spieler verdeckt ihren (Geld-)Beitrag zum Opfer für Amun-Re ab. Dieses Opfer kann man auch sabotieren, indem man die "Minus 3"-Karte auslegt. Dann wird von der Gesamtsumme 3 abgezogen. Diese Karte erhält man zurück, außerdem bringt sie einem 3 Gold ein. Wer einen regulären Geldbeitrag opfert, verliert sein Geld. Trotzdem kann es sich lohnen: Zum Einen erhält der Spieler, der am meisten opfert, 3 beliebige Gegenstände (Machtkarten, Bauern, Bausteine), der nächste 2 und alle übrigen 1. Zum Andern bestimmt die Höhe des Opfers den Ernteertrag.

Bei der Ernte erbringt jeder Bauer seinem Besitzer 1 bis 4 Gold, je nach Höhe des Opfers. Ein Grund, das Opfer und damit die Ernteerträge niedrig zu halten, ist nicht nur, Gegnern mit mehr Bauern keinen großen Vorteil zu verschaffen. Manche Provinzen werfen bei einer Ernte von 1 oder 2 pro Bauern relativ hohe Geldbeträge ab. Deren Besitzer sind natürlich nicht daran interessiert, durch ein zu hohes Opfer ihre zusätzliche Geldquelle versiegen zu lassen.

Nun startet die nächste Runde, beginnend mit der Versteigerung neuer Provinzen.

Sollte dies jedoch die dritte Runde einer Spielhälfte sein, so folgt der Ernte eine Wertung:
Jede Pyramide bringt ihrem Besitzer einen Punkt, außerdem lohnt sich gleichmäßiger Pyramidenbau. Jeder "Satz" Pyramiden bringt zusätzlich 3 Punkte, beispielsweise gibt es 6 Bonus-Punkte, wenn man in seinen Provinzen 2, 2 und 3 Pyramiden, also zwei Sätze hat.
Die Provinz mit den meisten Pyramiden westlich wie östlich des Nils bringt 5 Bonuspunkte.
Provinzen mit Tempeln bringen bis zu 4 Punkte.
Schlussendlich bringen bestimmte (Bonus-)Machtkarten 3 Punkte, wenn man ihre Bedingung erfüllt hat, z.B. 9 Bauern in seinen Provinzen oder alle seine Provinzen am Nilufer oder alle Provinzen nicht am Nilufer...

Wurde soeben die erste Spielhälfte "Altes Königreich" gespielt, so werden alle Besitzmarker und Bauern vom Spielplan genommen. Pyramiden und Bausteine bleiben in den Provinzen.
Im Laufe der zweiten Spielhälfte "Neues Königreich" werden nur die Provinzen versteigert, die in der ersten Hälfte schon im Spiel waren. Weil diese Provinzen schon unterschiedlich stark bebaut sind, sind sie auch unterschiedlich lukrativ. Daher kann es in den Versteigerungsphasen der zweiten Hälfte ziemlich Versteigerungskämpfe geben.

Bei der Wertung der zweiten Spielhälfte bringt dann auch das übrige Geld der Spieler Punkte. Danach gewinnt der Spieler, der am meisten Punkte ergattern konnte.

Fazit:
In der ersten Runde stiften die zahlreichen unterschiedlichen Möglichkeiten, Punkte zu bekommen, noch Verwirrung. Hat man diese jedoch einigermaßen im Kopf, so läuft das Spiel weitaus lockerer ab als anfangs angenommen. Dabei ist Amun-Re ziemlich mathematisch, ohne jedoch die Atmosphäre zu vernachlässigen.
Diese wird natürlich auch von der schönen Gestaltung und dem gelungenen Spielmaterial gestützt.

Achtung: Die eigentlich gute Spielanleitung dieses Brettspiels unterschlägt die Regel, dass nach dem Ausspielen der "Minus 3" der Spieler diese Karte wieder auf die Hand nimmt. Somit kann diese Karte theoretisch bei jedem Opfer eingesetzt werden.
Amun-Re
Gesellschaftsspiel von Reiner Knizia, Hans im Glück, ca. EUR 35,-
3-5 Pers., ab 12 J., ca. 90 Min.

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres: Auswahlliste (2003)
1. Platz Deutscher Spielepreis (2003)
Spiel der Spiele: Spielehits für Experten (2003)

Amun-Re
Der Nil teilt den Spielplan auf..

Amun-Re
Ein imposanter Startspieler.

Amun-Re
Wer überboten wird, muss auf einer anderen Karte weiterbieten und kann nur hoffen, dass er dort wieder überboten wird, so dass er dann wieder zu dieser Karte wechseln kann.

Amun-Re
Wer was auf sich hält, baut Doppelpyramiden.

Amun-Re
Eine der vielen unterschiedlichen Machtkarten.
 
 
Impressum   Haftung   Links