Wer spielt mit "Au Backe - wer greift da in die Hühnerkacke?" frage ich und schon sitzen mein ältester Sohn und 2 seiner Freunde am Tisch. Soviel steht also schon mal fest: das Thema kommt bei den Kinder hervorragend an. Und auch die Gestaltung der Karten ist sehr gelungen. Ohne, daß ich dazu auffordern muß, schauen sich die Kinder die 19 Hühnerhofkarten an. Einige der darauf abgebildeten Tiere sind schon aus dem Spiel "Zicke Zacke Hühnerkacke" bekannt, z.B. der Osterhase, der Wurm oder mein ganz spezieller Liebling, der eierschlürfende Igel. Es sind aber auch neue, sehr liebevoll gestaltete Motive dazugekommen: unter anderem eine Gans, ein Fuchs, ein Schmetterling und - sehr zur Freude der Kinder, 2 von Fliegen umschwirrte Hühnerkackehäufchen. Weitere 2 Karten zeigen Schaufeln, mit denen man die Häufchen vergraben kann. Diese 19 Hühnerhofkarten werden gemischt und verdeckt auf dem Tisch verteilt.
Spielanleitung:
Die anderen 45 Karten des Spiels heißen Tierkarten und zeigen je 3 mal die 15 Tiermotive. Auch dieser Stapel wird gemischt und jeder Spieler erhält, abhängig von der Anzahl der Mitspieler, zwischen 7 und 15 Karten. Davon nimmt man 5 auf die Hand, der Rest bleibt als Stapel vor einem liegen. Ziel ist es, als erster keine Karten mehr zu haben.
Das Spiel, das nun folgt, ist sehr einfach. Derjenige, der an der Reihe ist, legt eine seiner Handkarten offen vor sich ab und dreht eine der in der Tischmitte verteilten Hühnerhofkarten um. Stimmen die beiden Motive nicht überein, nimmt man seine Handkarte wieder auf, die Hühnerhofkarte wird wieder umgedreht und der nächste ist dran.
Sind die Motive jedoch identisch, darf man seine Handkarte aus dem Spiel nehmen und ist gleich noch mal an der Reihe. Mit viel Glück und Merkvermögen kann man so innerhalb eines Zuges alle Handkarten loswerden. Nach Beendigung des Zuges werden alle aufgedeckten Hühnerhofkarten wieder umgedreht und die Kartenhand auf 5 ergänzt.
Die dritte und offenbar für mich unvermeidliche Möglichkeit ist das Aufdecken des Hühnerkackehäufchens. Sehr zur Freude der Kinder ist es mir in bisher jedem Spiel gelungen in die Kacke zu greifen. Das alleine ist noch gar nicht schlimm, denn noch kann man seinen Fehler ausbügeln. Man darf nämlich sofort noch eine Hühnerhofkarte umdrehen und ist dies die rettende Schaufel, wird das Häufchen vergraben und der nächste ist dran. Deckt man jedoch eine Tierkarte auf muß man sofort 2 Handkarten von beliebigen Mitspielern ziehen. Ganz schlimm kommt es, wenn man anstatt der Schaufel auch noch das zweite Häufchen findet. Dann muß man sogar 4 Karten ziehen und das Spielziel rückt in weite Ferne.
Schwacher Trost für diese Unglücksraben ist, daß sie nach Abschluß ihres Zuges alle bis dahin aufgedeckten Hühnerhofkarten miteinander vertauschen können. Dies ist, und das haben die Kinder sehr schnell erkannt, auch ein sehr wirkungsvolles Mittel um die anderen Spieler zu verwirren. Wenn man genau weiß, wo Häufchen und Schaufel sind, werden diese mit Absicht umgedreht, alle offenen Karten vertauscht und mit Glück gelingt es vielleicht sogar den Führenden zu bremsen.
Merkspiele für Kinder gibt es ja bereits wie Sand am Meer. Und sicher gibt es da originellere als "Au Backe". Aber dieses Spiel lebt von seinem Thema und der herausragenden gestalterischen Umsetzung. Es macht einfach immer wieder Spaß zu beobachten, wie die Kinder voller Schadenfreude um den Tisch hüpfen, wenn wieder einer in die Kacke gegriffen hat.
Abschließend noch ein Wort zur Spielregel: sie ist dem Thema angemessen sehr launig geschrieben. Anstatt von Spielern ist von Junghühnern die Rede, die Hand heißt Kralle und gepickt (gespielt) wird im Uhrzeigersinn. Das ist witzig und trotzdem verständlich.
Fazit: Bei "Au Backe" wurde eine einfache Idee optimal umgesetzt.
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 Kartenspiel für Kinder von Frank Nestel, Zoch-Verlag, ca. 15,- DM 2-6 Pers., ab 5 J., 30 Min.




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