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Auweier!!!



Spielspaß

5

Material

2

Spielregel

4

Taktik

4

Glück

2

Ärgern

3
Bei Auweier geht es um das Verhalten geschlechtsreifer Heckenbraunellen zur Paarungszeit. Heckenbraunellen sind Vögel, deren Brutverhalten den Biologen, Spieleautor und -redakteur Henning Poehl dazu bewogen, ein "biologisches" Spiel zu entwickeln. Ein gutes Kartenspiel ist das Ergebnis, das leider nur wegen seiner mehr als gewöhnungsbedürftige Corel-Draw-Grafiken kein Geheimtipp werden wird.

Spielanleitung:


Jeder Spieler bekommt einen Kartensatz in seiner Farbe, aus dem Vogelmännchen, -weibchen und die Eikarten (1 Ei, 2 Eier und 3 Eier) aussortiert werden. Die restlichen Karten darf der Spieler in eine ihm beliebige Reihenfolge bringen. Diesen Stapel legt er verdeckt vor sich auf und nimmt die ersten 6 Karten auf die Hand. Jeder Spieler legt sein Weibchen offen in die Mitte des Tisches und die Eikarten als offenen Stapel so daneben, dass zuoberst die 1 Ei-, dann die 2 Eier und zuunterst die 3 Eier-Karte "ausgebrütet" wird. Die Männchen dienen nur der farblichen Kennzeichnung der Spieler.
Unter den Handkarten gibt es 13 Wurmkarten der Werte 1 bis 7, 1 Falscher-Wurm-Karte, 2 Krähenkarten sowie 6 Hochzeitskarten.

Das Gesellschaftspiel als Kartenspiel läuft in Runden ab, die sich in zwei Phasen aufteilen: Die normale Umwerbungsphase, in der die Weibchen mit Würmern beeindruckt werden, und die Hochzeitsphase, in der jeder verstärkt versucht, mit seinen letzten Würmern das Weibchen von sich zu überzeugen, sprich "rumzukriegen".

In der ersten Phase legt der Spieler, der an der Reihe ist, eine Karte an ein beliebiges Weibchen und zieht danach eine Karte von seinem Stapel nach.
Sobald ein Spieler eine Hochzeitskarte an ein Weibchen legt, wird die zweite Phase eingeläutet. Nun legt jeder Spieler reihum Hochzeitskarten aus seiner Hand an Weibchen, bei denen er um die Eier buhlen will. Es werden aber keine Karten mehr nachgezogen. Will oder kann kein Spieler mehr Hochzeitskarten legen, so dürfen die Spieler jetzt noch abwechselnd Wurmkarten legen. Kann oder will auch hier kein Spieler mehr Karten legen, so wird abgerechnet: Bei jedem Weibchen wird um oberste Ei gebuhlt. Der Spieler, der eine Hochzeitskarte und die meisten Würmer an einem Weibchen liegen hat, bekommt die Eikarte. Hat aber ein Spieler, der keine Hochzeitskarte an das Weibchen gelegt hat, die meisten Würmer, bekommt niemand die oberste Eikarte. So werden alle Weibchen abgerechnet, und die Hochzeitskarten kommen mit den Würmern aus dem Spiel. Würmer, die ohne Hochzeitskarte an einem Weibchen liegen, bleiben, wo sie sind.

Nun geht es mit der nächsten Runde weiter.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler, der eine Karte spielen muß, dies nicht mehr kann oder wenn alle Eier an die Männchen gegangen sind. Nun wird abgerechnet: Jede Eikarte zählt die Anzahl ihrer Eier. Zusatzpunkte gibt es für Eier der eigenen Farbe und wenn man Eier möglichst vieler verschiedener Farben gesammelt hat.

Wie schon erwähnt haben die Spieler außer den Wurmkarten auch andere Karten in ihrem Stapel. Mit der Krähenkarte, die man nicht in der Hochzeitsphase spielen darf, kann man eine ausgelegte Wurmkarte aus dem Spiel nehmen, und zwar die oberste der Auslage eines Gegners an einem Weibchen. Davor geschützt sind Wurmkarten mit Sternchen und Falscher-Wurm-Karten. Die Falscher-Wurm-Karte kann als Platzhalter an ein Weibchen gelegt werden und später, auch in der Hochzeitsphase, gegen eine normale Wurmkarte ausgetauscht werden. Dann kommt sie wieder auf die Hand des Spielers.

Ebenso wie Vampirconnection lässt uns Auweier!!! vom Spinx Spieleverlag auf frischen Wind in der deutschen Spiellandschaft hoffen. Läßt man die Grafik außer Acht, hat man mit Auweier!!! nämlich wirklich eine Perle von Spiel vor sich. Leider ist es aber bei diesem Design extrem schwer, anderen Lust auf das Spiel zu machen. Da kann ich fünfmal sagen, dass das Spiel klasse ist, der optische Eindruck ist nun mal der erste. Die kindlichen Vogelgestalten stehen auch etwas im Gegensatz zum in Rot auf Gelb prangernden "Ein spannendes Strategiespiel". So eine Auszeichnung wirkt immer etwas trocken, was Auweier!!! aber sicher nicht ist. Vielmehr ist es ein spassiges, unkompliziertes und doch auch - ich muß es zugeben - strategisches Kartenspiel. Der Spaß steht aber meiner Meinung nach im Vordergrund. Wenn jetzt nur die Illustration gelungen wäre ...

Eine weiteres Manko ist der relativ hohe Preis für ein reines Kartenspiel, der sicher geringer ausgefallen wäre, hätte man auf die mir eigentlich sympathische "Totschläger"-Box verzichtet. Gut, diese stabile Box, die sicherlich unbeschadet von einem Panzer überrollt werden könnte, ist ein Markenzeichen des Sphinx-Verlages - zumindest sind die ersten drei Spiele so verpackt - , aber ein Spiel eines neuen Verlages zu diesem Preis zu kaufen, erfordert doch eine Menge Neugier. Und der eine oder andere wird sich ärgern, wenn er 60 Prozent Luft in der Schachtel vorfindet.

Übrigens könnte man das Mindestalter meines Erachtens locker auf 8 oder 9 Jahre herabsetzen. Ich sehe bislang keinen Grund, warum das Spiel ab 12 empfohlen wird.
Auweier!!!
Kartenspiel von Henning Poehl, Sphinx-Spieleverlag, ca. EUR 10,-
2-4 Pers., ab 12 J., ca. 30-45 Min.

Auweier!!!

Auweier!!!
Die Damen verhökern ihre Eier.

Auweier!!!
Ohne Worte ...

Auweier!!!

Auweier!!!
Ein Vogel wollte ...

Auweier!!!
... Hochzeit feiern.

Auweier!!!
leicht überdimensioniert
 
 
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