Schön und interessant sieht es ja schon mal aus, das Spielgerät, auf dem man Aya spielt. Die Regel spricht von einer Kugelbahn, wobei man sich darunter nicht so ein Teil vorstellen darf, auf dem Murmeln über Schrägen und durch Löcher hinunter ins Ziel rollen. Diese Kugelbahn ist ganz anders und deshalb bin ich wirklich froh, daß wir auf dieser Seite Bilder haben. Ohne das Foto rechts würde wahrscheinlich kein Mensch die folgende Beschreibung verstehen.
Spielanleitung:
Die Kugelbahn besteht aus 2 parallel montierten schwarzen Hölzern. Die obere Kante ist nicht glatt geschnitten, sondern sieht aus wie 3 aneinander gereihte Wellen. In die Wellentäler passen Kugeln, und zwar 5 in die mittlere (genannt Spielzone) und je 2 in die beiden äußeren (= Randbereiche). Die Kugeln gibt es in 2 Farben, 5 sind blau, die 4 anderen gelb. Als weiteres Spielmaterial gibt es noch 39 Karten, auf denen Farbmuster abgebildet sind. Jedes Muster besteht aus genau 5 Kugeln und diese müssen in der Spielzone nachgebildet werden. Je nach Kartenart hat man dazu einen oder zwei Züge zur Verfügung. Ein Zug besteht darin, eine beliebige Kugel aus der Spielzone herauszunehmen und von außen in einen der beiden Randbereiche einzuschieben. Dadurch rollt die innere Kugel des Randbereiches in die mittlere Zone hinein und es entsteht ein neues Muster.
Diese wenigen Regeln werden, versehen mit Zutaten, in diversen Varianten angeboten. 4 davon will ich hier vorstellen.
"Aya oder Oye": Jeder Spieler erhält eine bestimmte Anzahl von Karten, die er als verdeckten Stapel vor sich ablegt. Gleichzeitig wird die oberste Karte umgedreht. Von nun an spielen alle gleichzeitig. Wer denkt, eines der aufgedeckten Muster nachbilden zu können, schreit laut "Aya" und führt ohne Zögern seinen Zug aus. Gelingt dieser, erhält man für Karten aus dem eigenen Stapel einen Punkt, Karten aus fremden Stapeln werden aus dem Spiel genommen. Ist man jedoch der Meinung, keines der offenliegenden Muster sei realisierbar, ruft man "Oye". Nun liegt es an den Mitspielern, das Gegenteil zu beweisen. Ansonsten verlieren sie die oberste Karte ihres Stapels. Hat man sich jedoch geirrt, passiert dies mit einer eigenen Karte. Spielende ist, wenn ein Stapel vollständig verbraucht ist.
Wir haben das Gesellschaftsspiel bzw. Kugelspiel zu viert getestet und bald schon konnten wir uns nicht mehr vor "Aya" und "Oye"-Rufen retten. Leider alle von ein und demselben Spieler. Es trat das Problem auf, das typisch ist für Spiele, bei denen alle gleichzeitig etwas finden oder einen optimalen Zug austüfteln sollen. Sind nicht alle Spieler auf dem gleichen oder zumindest einem ähnlichen Level, wird es für die schwächeren Teilnehmer schnell langweilig oder gar frustrierend. Wir haben also unseren eifrigen Rufer kurzerhand disqualifiziert und siehe da, Aya begann Spaß zu machen. Verlierer war jetzt natürlich unser unfreiwilliger Aussteiger.
"Aya Rumkugeln": Bei dieser Variante decken alle Spieler von ihrem Stapel 5 Karten auf. Diesmal agieren nicht alle gleichzeitig, der gute alte Uhrzeigersinn kommt zu Ehren. Ist man am Zug, versucht man eines seiner Muster zu erfüllen. Gelingt dies, ist man weiter an der Reihe, bis man entweder alle 5 Karten abgearbeitet hat oder kein Muster mehr bilden kann. Danach werden die offenen Karten wieder auf 5 ergänzt. Sieger ist hier, wer zuerst alle seine Karten erledigt hat.
Optimal ist diese Variante für 2 bis 4 Mitspieler, da sonst die Wartezeiten zu lang werden können, vor allem wenn Grübler in der Runde sind, die über die optimale Zugfolge minutenlang brüten. Schwierigkeiten bereitete uns die Siegbedingung. Hatte ein Spieler nur noch 1 oder 2 Karten übrig, war es sehr schwer diese zu erfüllen. Wir haben das Spielende deshalb so definiert, daß derjenige gewinnt, der zuerst keine Karten mehr nachziehen kann.
"Kindergarten-Aya": Dies ist eine für Kinder ab 5 Jahren geeignete Version von "Rumkugeln". Einziger Unterschied: insgesamt liegen nur 5 Karten offen. Diese Variante testete ich mit meinem ältesten Sohn (7 Jahre) und zwei seiner Freunde. Einer sprang bereits nach der Erklärung ab. Das ganze war ihm einfach zu abstrakt. Die anderen beiden waren jedoch mit Feuereifer dabei und richtig begeistert. Das Einstiegsalter von 5 Jahren ist meiner Meinung nach eindeutig 2 Jahre zu tief. Es wird sicherlich den einen oder anderen 5jährigen geben, der das nötige Vorstellungsvermögen hat, um die Aufgaben zu lösen. Die meisten wären aber mit Sicherheit überfordert. Diese Version sollte man deshalb in "Grundschul-Aya" umtaufen. Das wäre ehrlicher.
Aya für Tüftler: Wer mal keinen Mitspieler zur Verfügung hat, kann sich an dieser Variante versuchen. Ziel ist es möglichst viele Karten ohne Unterbrechung zu erfüllen. Bisher habe ich das Solospiel noch nicht ausprobiert, aber ich denke, das ist eine echte Herausforderung, die zu spielen sich lohnt.
Soweit die Varianten. Zur Ausstattung muß man bei Zoch ja nichts mehr sagen. Die Kugelbahn ist komplett aus Holz und erweckt durch ihr außergewöhnliches Aussehen Neugierde und Lust aufs Spielen. Klasse gemacht ist auch die Unterbringung des Spielmaterials. Karten und Kugeln werden nach dem Spiel im hohlen Bauch der Kugelbahn verstaut, so daß Aya in einer kleinen, rechteckigen Schachtel Platz findet. Dickes Lob hierfür.
Durch die verschiedenen Varianten müßte bei Aya eigentlich für jeden Spielertyp etwas dabeisein. Wer gerne unter Zeitdruck spielt, für den gibt es "Aya oder Oye", wer es lieber ruhig angeht, entscheidet sich für "Rumkugeln. Allerdings ist Aya mit einem Preis von ca. 70 DM nicht gerade billig. Mein Tipp deshalb: wenn möglich erstmal im Spieleladen des Vertrauens testen, dann evtl. kaufen.
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 Kugelspiel von Mike Reilly, Zoch, UVP 89,- DM 2-6 Pers., ab 5 J., 10 - 20 Min.
 Schön, aber teuer.



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