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Babel



Spielspaß

5

Material

5

Spielregel

5

Taktik

6

Glück

3

Spannung

5
In diesem Machtspiel für zwei Personen geht es darum, mithilfe verschiedener antiker Völker möglichst viele und möglichst hohe Türme zu bauen. Dabei baut jeder Spieler auf seinen eigenen Flächen, und eigentlich müssten sich die Erbauer gar nicht in die Quere kommen. Gäbe es da nicht die Völker mit Ihren unterschiedlichen Fähigkeiten, die beispielsweise gegnerische Türme abreissen können oder gegnerische Völker abwerben.

Babel besteht aus einem Spielplan, 60 Völkerkarten, 45 Tempelkarten und zwei Spielfiguren. Auf dem Spielplan sind für jeden Spieler Baupläne eingezeichnet, und zwar für jedes der fünf Völker einer. Die Völkerkarten (je 12 pro Volk) benötigt man u.a., um von Bauplatz zu Bauplatz zu springen. Die Tempelkarten sind in die Werte eins bis sechs eingeteilt. Sie bezeichnen die Turmhöhe. Die Gestaltung der Völker- und Tempelkarten ist zwar schön, aber durch den heutigen Standard nicht weltbewegend. Sie ist der Gestaltung des Spiels Caesar und Cleopatra sehr ähnlich, es sind jedoch keine einzelnen Charaktere vertreten. Bemerkenswert sind dagegen die Spielsteine, die aus einem stein- oder marmorähnlichen Material bestehen (man nennt sie wohl Ankerbausteine).

Spielanleitung:


Zu Beginn des Gesellschaftsspiels erhalten beide Spieler jeweils einen Turmbaustein der Stufe 1 und fünf Völkerkarten vom gemischten Völkerkartenstapel auf die Hand. Die restlichen Tempelbausteine werden gemischt und auf das dafür vorgesehene Feld gelegt. Jeder Spieler stellt seine Spielfigur auf das Feld über bzw. unter den Tempelkarten. Jeder Spieler durchläuft nun in seinen Zügen drei Phasen:

1. Er zieht drei Völkerkarten vom Stapel, egal wieviele Karten er schon auf der Hand hält.

2. Er führt eine oder mehrere der folgenden Aktionen in beliebiger Reihenfolge (auch mehrfach) durch:
a) Reisen: Er legt eine Völkerkarte auf den Ablagestapel und setzt seine Spielfigur auf den entsprechenden Bauplatz.
b) Ansiedeln: Er legt beliebig viele Völkerkarten an den Bauplatz, auf dem er gerade steht an.
c) Tempelbau: Er nimmt eine Karte der offen daliegenden Tempelkarten und legt sie auf seinen aktuellen Bauplatz. Dabei muss er berücksichtigen, daß er keine Baustufen überspringen darf. Will er also eine drei legen, muß vorher schon eine zwei auf dem Bauplatz liegen. Außerdem muß die Anzahl der Völkerkarten mindestens so groß sein wie die Baustufe, die er bauen will. Werden im Verlauf des Spiels Völkerkarten entfernt, muß der Spieler seine Tempel nicht wieder einreißen, sie bleiben auf Ihrer Stufe. d) Völkerwanderung: darf nur einmal pro Zug durchgeführt werden. Der Spieler nimmt von einem beliebigen Bauplatz die letzten drei Völkerkarten und legt sie an einen beliebigen anderen an. e) Völkerfähigkeit: Liegen mindestens drei gleiche Völkerkarten direkt untereinander an seinem gerade aktuellen Bauplatz, so kann der Spieler die Fähigkeiten dieses Volkes nutzen, muß dafür aber eine dieser drei Karten auf den Ablagestapel legen. Die Fähigkeiten beziehen sich dann nur auf diesen Bauplatz. Hier kann er beispielsweise Baustufen vom Gegner klauen, seinen Tempel einstürzen lassen oder seine Völker(-karten) abwerben.

3. Zum Abschluß seines Zuges zieht der Spieler zwei Tempelkarten vom verdeckten Stapel und legt sie auf seiner Seite vor diesen Stapel. Dabei muß er erst die höhere, dann die niedrigere Baustufe so legen, daß die niedrigere die verdeckt, die höhere aber noch erkannt werden kann. So entstehen auf beiden Seiten Baustufenlager, die von beiden Spielern benutzt werden dürfen. Es dürfen aber in der Bauphase immer nur die oben liegenden Karten genommen werden. Dadurch hat man oft Probleme, seine Tempel weiter auszubauen, weil die entsprechenden Baustufen zwar in Sichtweite sind, aber irgendwelche gerade unbrauchbaren Karten davorliegen.

Nun ist der Gegner an der Reihe.

Gewonnen hat, wer insgesamt 15 bzw. 20 Baustufen hat. Mit 15 kann man aber nur gewinnen wenn der Gegner weniger als 10 hat.

Das reizvolle am Machtspiel Babel ist, daß sich das Blatt durch die Völkerfähigkeiten sehr schnell wenden läßt. Hat man beispielsweise 14 Baustufen und der Gegner nur 9, kann der Gegner einen 5 Baustufen hohen Tempel zum Einsturz bringen, einen seiner Tempel um zwei Baustufen aufstocken und an einem auf seiner Seite leeren Bauplatz durch Baustufenraub einen Turm mit 4 Baustufen errichten. Und der vermeintlich hinten liegende hat gewonnen. Natürlich braucht man auch immer erst einmal die entsprechenden Karten, aber durch solche Anreihungen von Fähigkeiten wurde bei uns schon so manches Spiel beendet. So kann man bei Babel verschiedene Taktiken entwickeln. Man kann versuchen, möglichst schnell viele, hohe Türme zu bauen. Man kann aber auch Karten sammeln, und das Spiel auf einen Schlag beenden, wenn es klappt. Da aber der Gegner nicht regungslos zusieht, hat sich bei den bisherigen Spielen noch keine Taktik als die absolut beste herauskristallisiert. Ich denke, eine geschickte Kombination von beiden wird wohl bei meiner Spielweise Standard bleiben. Babel ist also ein Spiel zum Denken, bei dem aber ein gewisses Quentchen Glück auch nicht fehlen darf, sonst hat man immer die falschen Karten auf der Hand. Es machte uns bislang immer ein bis zwei Runden lang Spaß, aber danach wollten wir meist noch etwas anderes, lockereres spielen. Der Preis von 25 - 30 Mark geht meiner Meinung nach okay, wenn es auch nicht gerade ein Schnäppchen ist. Dafür erhält man aber ein in sich stimmiges Spiel mit Spielsteinen, die mich echt begeisterten.
Babel
Machtspiel von Uwe Rosenberg und Hagen Dorgathen, Kosmos, ca. 28,- DM
2 Pers., ab 12 J., 45 - 60 Min.

Babel
Türme um die Wette bauen.

Babel
ANKER-Bausteine

Babel
Und so sieht der fertige Turm aus.

Babel
Und dieser Mann kann ihn umwerfen.
 
 
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