Kinder können einem Löcher in den Bauch fragen. Das weiß ich von meinen eigenen, aber nach dem Buntbär & Co.-Testen mit 3-jährigen weiß ich es umso mehr. "Das sind der Buntbär und seine Freunde" beginne ich und lege die 12 Tierkarten auf den Tisch. Sie zeigen fröhliche Frösche, Schildkröten, Affen und eben Bären in bunter Kleidung und daneben 3 bis 5 Farbkleckse in den entsprechenden Farben. "Und jetzt klaut jemand den armen Tieren ihre Farben" fahre ich fort und drehe die Karten um. Auf der Rückseite sind die gleichen Tiere, nun aber schwarzweiß und sehr, sehr traurig abgebildet. "Wer hat denn den Tieren die Farben geklaut?" fragt der erste Dreikäsehoch. Ich werfe einen Blick in die Spielregel, aber die verliert kein Wort darüber. "Ein böser Zauberer" erfinde ich, ohne zu ahnen, welche Lawine ich damit lostrete. "Warum hat denn der Zauberer die Farben gestohlen?" will einer wissen. "Und warum ist der Zauberer denn böse?" fragt der nächste. "Das weiß ich nicht" gebe ich zu, aber da kommt mir ein anderes Kind zu Hilfe. "Vielleicht kann er keine Farben leiden" - "Oder er ist dagegen allergisch". "Was ist denn allegrisch?" Jetzt wird es kompliziert und ich blende mich deshalb hier aus. Ganz ehrlich, ich kam noch ganz schön ins Schwitzen, aber eine ganze lange Weile später sind wir doch noch zum Spielen gekommen.
Spielanleitung:
Buntbär & Co. wendet sich in verschiedenen Schwierigkeitsstufen an Kinder ab 3 Jahren. Allen Versionen gemein ist, daß jedes Kind eine Tierkarte erhält, deren Farbkombination es sammeln muß. Dies geschieht mittels der zweiten Sorte Karten, den Farbkarten. Diese liegen in 2 offenen Stapeln in der Tischmitte und zeigen Kleckse in 6 Farben. Spielende ist, wenn ein Kind keine neue Tierkarte mehr nachziehen kann. Sieger ist dann derjenige mit den meisten Farbkarten.
Hallo, kleiner Buntbär (ab 3 Jahren)
Die Einstiegsversion ist ein einfaches Farbzuordnungspiel. Die Tierkarten liegen mit der bunten Seite vor den Spielern. Ist ein Kind an der Reihe, nimmt es eine passende Farbkarte von den Stapeln. Ist das nicht möglich, wird eine der unpassenden Karten offen auf den Tisch gelegt. Die Auswahl an Karten wird so im Laufe des Spieles immer größer.
Buntbär (ab 4 Jahren)
Der Anspruch bei dieser Version ist schon deutlich höher. Die Kinder müssen sich merken, in welchen Farben ihre Tiere angezogen sind und die Karte dann mit der schwarzweißen Seite vor sich ablegen. Danach werden wie gehabt, Farbkarten von den Stapeln gezogen. Ist ein Spieler der Meinung eine Karte erfüllt zu haben, wird dies überprüft. Falsche Farben kommen offen zurück in die Tischmitte, die richtigen zählen als Punkte.
Großer Buntbär (ab 7 Jahren)
Die geforderte Gedächtnisleistung wird nochmals erhöht. Zusätzlich zu den Tierkarten muß man sich jetzt auch noch die gesammelten Farbkarten merken, die verdeckt abgelegt werden. Und nicht nur das. Werden beim Überprüfen Fehler entdeckt, muß man eine korrekt gesammelte Karte abgeben.
Schlauer Buntbär
Jetzt wird es kompliziert. Nicht benötigte Farbkarten werden verdeckt abgelegt. Gehirnakrobaten werden sicherlich auch diese Hürde noch nehmen, für mich und meine Mitspieler war das dann doch zu viel.
Mein Urteil bezüglich Buntbär & Co. fällt sehr zwiespältig aus. Zu bemängeln ist auf alle Fälle die Gestaltung. Die Tiere wirken lieblos, die Farbkleckse auf den Tierkarten sind zu klein geraten und mit etwas Phantasie hätte man die Farbkarten ansprechender gestalten können.
Auf der positiven Seite sind die Vielfalt der Versionen, die es möglich machen, das Spiel mit jeder Altersgruppe zu spielen. Es steht zwar nicht in der Regel, aber wir sind bei altersmäßig gemischten Gruppen so verfahren, daß gleichzeitig in verschiedenen Versionen gespielt wurde, so daß die Kleinen nicht überfordert wurden und die Großen sich nicht langweilten. Trotz alledem waren die Reaktionen sehr unterschiedlich. Die einen Kinder mochten das Spiel, anderen wiederum war es zu schwer und sie stiegen frustriert aus. Mit Abstand am besten kam das Spiel bei den Vier- und Fünfjährigen in der Buntbär Version an. Empfehlen möchte ich das Spiel deshalb auch nur für diese Altersgruppe, für ältere Kinder halte ich das Spiel, nicht zuletzt wegen seiner Gestaltung, für weniger geeignet.
|
 Kartenspiel von Bernhard Naegele und Karsten Adlung, Adlung-Spiele, ca. DM 12,- 2 - 4 Pers., ab 3 J., ca. 10-15 Min.




|