Daß es in der Antike Konflikte zwischen Caesar und Cleopatra gab, wissen wir spätestens seit Asterix und Obelix. Während bei den beiden Galliern diese aber mit (ziemlich witzigen) Handgreiflichkeiten gelöst werden (oder auch nicht), geht es in diesem Spiel darum, einflußreiche Patrizier auf seine Seite zu ziehen.
Caesar und Cleopatra ist ein Kartenspiel, daß schon durch sein schönes Design besticht. Zum einen gibt es die Patrizierkarten, um die gespielt wird. Auf diesen sind die Patrizier abgebildet (wahre Charakterköpfe). Außerdem gibt es für jeden Spieler ein Kartendeck, daß passend zu seiner Rolle gestaltet wurde, nämlich römisch oder ägyptisch (wer die Karten sieht, weiss, was ich meine). In jedem Deck gibt es Einflußkarten, mit denen um die Gunst der Patrizier gebuhlt wird, und Aktionskarten, mit denen meist versucht wird, den Gegner zu sabotieren oder auszuspionieren. Außerdem gibt es Karten, die nach jedem Spielzug bestimmen, ob eine Vertrauensfrage, in der sich ein Patrizier für eine Seite entscheidet, stattfindet, oder keine (in diesem Fall gibt es eine Orgie, wie die aussieht, bleibt ganz Eurer Phantasie überlassen).
Spielanleitung:
Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler eine Bonusaufgabe (z.B. die Mehrheit der Senatoren, also mind. drei, zu gewinnen). Erfüllt er diese, gibt es am Ende Extrapunkte. Die Patrizier (eingeteilt in fünf Gruppen: Aedile, Senatoren,...) werden in der Mitte des Tisches in Ihrer Gruppe ausgelegt. Jeder Spieler legt verdeckt an jede Patriziergruppe eine von fünf zusätzlichen Einflußkarten (Werte 1-5). Die Spielablaufkarten (Vertrauensfrage und Orgien) werden gemischt und an den Rand gelegt.
Cleopatra beginnt. Sie kann folgendes tun: eine Aktionskarte aus ihrer Hand spielen (am Anfang hat sie natürlich noch keine) und eine Einflußkarte verdeckt oder zwei offen an die Patrizier legen. Nun nimmt sie wieder soviel Karten vom gemischten Einflußkartenstapel oder von den (anfangs von ihr sortierten) Aktionskarten. Zum Schluß zieht sie eine Vertrauensfrage: Bei einer Orgie passiert gar nichts. Wird allerdings die Vertrauensfrage an einen bestimmten Patrizier gestellt, werden die Einflußkarten, die an diesem liegen, aufgedeckt und gezählt. Wer mehr Einflußpunkte erhält, bekommt diesen Patrizier. Hat aber einer den "Philosophen" an diesen Patrizier gelegt, gewinnt derjenige, der weniger Punkte hat. Die höchste Karten des Gewinners und die niedrigste des Verlierers werden aus dem Spiel genommen. Nun ist Caesar dran, der natürlich die gleichen Möglichkeiten hat. Das geht solange, bis alle Patrizierkarten "verspielt" sind. Jede Karte zählt nun 1 Punkt, wenn man die Mehrheit einer Patriziergruppe hat, gibts noch einmal einen, und wenn man alle einer Gruppe hat, nochmals. Wer die meisten Punkte hat, kann einen Triumphzug durch die Wohnung machen und den anderen den Löwen vorwerfen.
Das Schöne an Caesar und Cleopatra ist das Bluffen. Man kann beispielsweise mit einer Aktionskarte die eigenen Anlagen an zwei Patriziern nehmen und an diesen Patriziern neu verteilen, verdeckt natürlich. Lag an einer vorher für den Gegner offensichtlich ein Philosoph oder der Gegner hat offensichtlich einen Philosophen an einem Patrizier liegen, und man legt jetzt verdeckt an beide Patrizier gleich viele Karten, kommt der Gegner ganz schön ins Schwitzen: Welche Karten beinhalten jetzt den Philosophen, sind diese Karten weniger wert als meine, ...? Außerdem kann eine Extra-Vertrauensfrage auftreten, wenn an einer Patriziergruppe acht Karten liegen. Auch dieses Element bringt ganz schön Leben ins Spiel. Aber meiner Meinung nach lebt Caesar und Cleopatra einfach vom Philosophen, durch den oft richtige Spannung ins Spiel kommt. Außerdem muß man immer abwägen, wieviel ist mir der Bonus (der 2 Punkte bringt) wirklich wert, gebe ich dafür andere Karten auf oder nicht.
Es gibt allerdings ein Manko an Caesar und Cleopatra, das sich aber leicht beheben läßt: Durch die vielen Orgienkarten zieht sich das Spiel manchmal etwas in die Länge (das hängt natürlich ganz davon ab, wie diese Orgien gestaltet werden ;-)). Wenn Ihr den gleichen Eindruck habt, nehmt einfach weniger Orgienkarten.
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 "Antikes" Spiel für zwei Wolfgang Lüdtke, Kosmos, ca. 25,- DM 2 Pers., ab 10 J., 30-40 Min.
 So sieht die Auslage aus.
 die Römer...
 ... und die Ägypterinnen...
 ... müssen diesen Herrn beeinflussen
 ... und noch viel mehr von ihnen.
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