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Cafe International - Das Kartenspiel



Spielspaß

5

Material

4

Spielregel

4

Taktik

3

Glück

5

Ärgern

4
Cafe International, das war lange Zeit eines meiner Lieblingsspiele - und gehört immer noch immer wieder zur engeren Auswahl, wenn wir was gemütliches und einfaches spielen wollen. Und jetzt, nach langer Zeit, kommt ein Verlag auf die Idee, ein Kartenspiel daraus zu machen? Quasi die Reisevariante im Westentaschenformat? Ich war sehr skeptisch, ob das Kartenspiel an das Brettspiel heranreichen könne.

Anleitung:


Cafe International besteht aus 96 Gästekarten (48 Damen und 48 Herren aus 12 Nationen) und 24 Tischkarten, jeweils 2 pro Nation. Zu Beginn des Spiels werden die obersten 5 Tischkarten vom gemischten, verdeckten Stapel gezogen und in X-Form offen ausgelegt. Jeder Spieler erhält 7 Gästekarten auf die Hand. Der Rest der Gästekarten bildet ebenfalls einen Zugstapel.

Wer an der Reihe ist, macht eine der folgenden 3 Aktionen:
1. 1 bis 3 Gästekarten auslegen
2. eine Gästekarte nachziehen
3. eine Gästekarten verdeckt vor sich ablegen

zu 1.:
Wer kann, wird meist Gästekarten auslegen, denn das bringt Punkte ein. Dabei muss man darauf achten, dass man eine Gästekarte nur an einen passenden Tisch anlegen kann (die anderen Tische, an denen der Gast zwangsläufig auch noch liegt, dürfen anderer Nation sein). Außerdem darf die Person nicht allein sitzen, d.h. entweder muss sofort noch ein zweiter Gast an einen der Tische, an denen der zuerst gelegte Gast sitzt, oder es muss vorher schon mindestens einer dort sitzen. Das ganze wäre so noch nicht so spektakulär, käme nun nicht die Pärchenregel dazu: Die Besetzung der Tische muss immer "gleichberechtigt" sein. Es sind nur folgende Kombinationen erlaubt: eine Frau und ein Mann, zwei Frauen und zwei Männer, eine Frau und zwei Männer oder zwei Frauen und ein Mann. Es dürfen also nie zwei Personen eines Geschlechts mehr an einem Tisch sitzen.
Bei jeder Gästekarte, die der Spieler legt, wird sofort jeder der betroffenen Tische gewertet. Für jede Gästekarte, die an einem Tisch liegt, den der Spieler mit einem neuen Gast beglückt hat, bekommt der Spieler 1 Punkt. Handelt es sich um einen Tisch, um den sich bislang nur Gäste der Nation, die der Tisch angibt, scharen, gibt es pro Gast 2 Punkte. So kann man a) mit einer Gästekarte bis zu drei Tische werten (und für jeden Punkte absahnen) und b) ein und den selben Tisch bis zu dreimal werten, wenn man alle drei Karten an denselben Tisch legt.

Zu 2.:
Wer nicht legen kann, zieht eine Gästekarte nach, aber Achtung: maximal 12 Karten darf man auf der Hand halten.

Zu 3.:
Hält ein Spieler 12 Karten auf der Hand, darf er keine neue nachziehen. Stattdessen muss er eine seiner Karten verdeckt vor sich ablegen. Diese bleibt bis zum Spielende vor ihm liegen und bringt ihm dann 2 Minuspunkte ein.

Wurde ein Tisch voll besetzt, d.h. sitzen 4 Gäste an einem Tisch, wird er gegen einen neuen ausgewechselt. Die 4 Gäste an dem Tisch werden auf den Ablagestapel geworfen und sind aus dem Spiel.

Das Spiel endet wenn entweder der Gästekarten- oder der Tischkartenstapel aufgebraucht ist oder wenn ein Spieler keine Gästekarte mehr auf der Hand hat und das Spiel damit beenden will.

Fazit: Spielt man die Kartenspielvariante von Cafe International das erste Mal, könnte man oftmals verzweifeln. Wo nämlich im Original ein Gast maximal 2 Tische beglücken konnte, kann er im Kartenspiel gar drei beglücken. Dadurch wird die Wertung ziemlich kompliziert und oft vergisst man einen Tisch oder weiß nicht mehr, ob einer schon gewertet wurde oder nicht. Aber nach und nach wird man sicherer und damit läuft das Spiel auch runder. Während wir anfangs noch fluchten und dem Spiel nahezu jede Daseinsberechtigung rauben wollten, hatten wir schon am Ende der ersten Runde richtig Spaß daran. Trotzdem reicht Cafe International - Das Kartenspiel nicht an das ursprüngliche Brettspiel heran. Dieses lief von vornherein lockerer und man konnte oft Karten auslegen, weil alle Tische von Anfang an zur Verfügung stehen. Darin liegt nämlich der zweite große Nachteil des Kartenspiels. Durch unglückliche Gäste- und Tischkartenverteilungen kommt es nämlich dann und wann vor, dass eine ganze Weile lang kein Spieler legen kann. Das Spiel kommt ins Stocken, weil nur noch mit einer bestimmten Gästekarte eines bestimmten Geschlechts die Situation aufgelöst werden kann. Da ist mir dann das Brettspiel lieber, in dem man in einer solchen Situation einfach an anderer Stelle weiterlegt.

Gestalterisch hat sich an Café International mit dem Kartenspiel nichts geändert: Die Zeichnungen wurden größtenteils übernommen, und das ist auch gut so.
Cafe International - Das Kartenspiel
Setzspiel von Roland Siegers und Rudi Hoffmann, Amigo, ca. € 5,50
2-5 Pers., ab 10 J., ca. 45 Min.

Cafe International - Das Kartenspiel
Die noch leeren Tische

Cafe International - Das Kartenspiel
Der deutsche Tisch muß jetzt ausgetauscht werden.

 
 
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