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Canal Grande



Spielspaß

5

Material

5

Spielregel

4

Glück

4

Planung

4

Ärgern

4
66 Karten, mehr paßt nicht rein in die kleine Adlung-Schachtel. Das ist nicht gerade viel und so war es für die beiden Autoren Alan R. Moon und Aaron Weissblum sicher kein Leichtes, ihr opulent ausgestattetes Brettspiel San Marco auf diese Größe zu komprimieren. Auf der Strecke geblieben ist nicht nur der Spielplan und diverses Beiwerk wie Figuren und Brücken, auch die Anzahl der Spieler hat sich verringert. Waren bei San Marco noch 3 oder 4 Venezianer am Werk, sitzen sich jetzt nur noch 2 Kontrahenten gegenüber. Das Spielziel dagegen ist ähnlich geblieben. Es gilt Einfluß auf alle 6 Stadtgebiete oder die Übermacht in einem einzigen Bezirk zu erlangen.

Spielanleitung:


4 Handkarten besitzt man zu Beginn einer Partie, neue Karten werden, wie schon bei San Marco, nach dem Kuchenteilprinzip ins Spiel gebracht. D. h., einer teilt auf (hier 5 Karten pro Runde), der andere entscheidet, welchen Teil er auf die Hand nehmen möchte. Diese beiden Rollen werden von Runde zu Runde gewechselt. Der Teiler hat es nicht einfach, da in der Regel alle 5 ausliegenden Karten von Interesse sind. Aber die eine oder andere Karte ist in der aktuellen Spielsituation evtl. wertvoller. Wie schafft man es also, daß genau diese Karte(n) bei einem selbst und nicht beim Gegner landen? Hilfreich sind hier die den beiden Stapeln zuzuordnenden 3 Zahlenkarten. Diese zeigen Werte von 1 bis 3. Steigt bei einem Spieler am Ende einer Runde die Summe der Werte auf 10 oder mehr, bekommt der Kontrahent 3 Karten zusätzlich vom Nachziehstapel. Legt man also zu den Karten, die man selbst unbedingt haben möchte, höhere Werte, müßte der Gegner eigentlich den anderen Stapel nehmen. Muß man erwähnen, daß der Kontrahent dieses Angebot allzu oft ignoriert und sich die dringend benötigten Karten selbst unter den Nagel reißt? In diesem Fall bleibt zumindest der Trost, daß die Chancen auf die 3 wertvollen Bonuskarten am Ende einer Runde gestiegen sind.

Was für Karten sind nun aber überhaupt im Spiel? Die überwiegende Mehrzahl der Aktionskarten zeigt eines der 6 Stadtgebiete. Diese Karten braucht man, wenn es zu einer Abstimmung kommt. Das ist immer dann der Fall, wenn einer der Dogen aufgedeckt wird. Der Spieler, der den Dogen erhält, bestimmt über welchen Bezirk abgestimmt wird. Dazu legt er mindestens eine Karte dieses Viertels aus. Aus anderen Bezirken darf man Verstärkung holen, für jedes andere Viertel benötigt man jedoch zusätzlich eine Gondelkarte. Will der Gegner an der Abstimmung teilnehmen, muß er mindestens eine Karte mehr als der Kontrahent auslegen. Die erste Karte muß dabei zwingend aus dem Bezirk sein, um den gekämpft wird. Die Abstimmung geht so lange zwischen den Spielern hin und her, bis einer der beiden aufgibt. Der Unterlegene verliert nur die zuerst ausgespielte Stadtgebietskarte und alle eingesetzten Gondeln. Der Gewinner legt die eroberte Bezirkskarte offen vor sich ab, all seine anderen ausgespielten Karten landen auf dem Abwurfstapel.
2 weitere Kartensorten gibt es noch. Beim Verräter darf man vom Gegner eine Karte aus der Hand ziehen, beim Spion erhält man 2 Aktionskarten vom Nachziehstapel. Gerade letztere Sorte ist wertvoller als man zunächst annimmt, kommen doch alle weiteren Spione, Verräter und Dogen, die nachgezogen werden, ebenfalls zum Einsatz. Hat nach einer Abstimmung ein Spieler aus jedem Bezirk mindestens eine Karte, oder aus einem Bezirk 4 Karten erobert, steht der Sieger von Canal Grande fest.

Fazit:
Wie schon beim großen Bruder San Marco ist das A und O von Canal Grande das wechselseitige Teilen und Aussuchen der Aktionskarten. Egal welche Rolle man gerade inne hat, die zu lösende Aufgabe ist ungemein schwierig und spannend und sorgt für ein angenehmes Kribbeln im Bauch. Taktik und Glück halten sich in ungefähr die Waage und in den meisten Fällen bleibt eine Partie nahezu bis zum Schluß offen. Würde mich jemand fragen, ob nun San Marco oder Canal Grande das bessere Spiel ist, ich würde mich für die Adlung-Version entscheiden, da das Spielelement Teilen und Aussuchen gerade bei 2 Kontrahenten ideal funktioniert. Wer jedoch trotzdem Canal Grande mal zu viert ausprobieren will (hier spielen dann immer 2 Personen zusammen), muß sich ein zweites Exemplar zulegen. Die Regeln fürs Partnerspiel gibt es auf der Adlung-Homepage.
Canal Grande
Kartenspiel von Alan R. Moon & Aaron Weissblum, Adlung, ca. EUR 7,-
2 (4) Pers., ab 12 J., ca. 30-45 Min.

Auszeichnungen:
à la carte 2003: 4. Platz

Canal Grande
Für eines ...

Canal Grande
...muss man sich entscheiden.

Canal Grande

 
 
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