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Carcassonne



Spielspaß

5

Material

5

Spielregel

4

Taktik

5

Glück

4

Planen

5
Wer bei dem Begriff "Carcassonne" an eine südfranzösische Stadt denkt, deren Befestigungsanlagen berühmt sind, liegt richtig, wird sich aber daran gewöhnen müssen, dass mit Carcassonne hierzulande in Zukunft ein Spiel gemeint ist. Dafür wird der Titel "Spiel des Jahres" sorgen. Und diesen Titel, soviel sei schon einmal vorweggenommen, trägt Klaus Jürgen Wrede's Legespiel meines Erachtens zurecht.

Spielanleitung:


Durch Legekarten entsteht nach und nach eine Landschaft aus Wiesen, Strassen, Klostern und Städten. Wer an der Reihe ist, legt zuerst eine dieser Karten an eine passende, schon liegende an und darf nun noch einen Gefolgsmann seiner Farbe auf diese Karten legen. Dabei muß er sich entscheiden, auf welchen Teil der Karte er diese Figur setzt: Auf einer Stadt wird sie zum Ritter, auf einer Strasse zum Wegelagerer, im Kloster zum Mönch und auf der Wiese zum Bauer. Er darf allerdings keinen Gefolgsmann auf ein Gebiet setzen, auf dem schon einer steht. Trotzdem können später mehrere Gefolgsleute auf einem Gebiet stehen, wenn zwei Gebiete durch eine Karte verbunden werden.

Wird durch die Karte eine Stadt, Strasse oder ein Kloster fertiggestellt, so folgt eine Wertung: Ist eine Stadt fertig, erhält derjenige mit den meisten Rittern doppelt soviel Punkte wie die Anzahl der Karten und auf diesen aufgezeichneten Wappen, aus denen die Stadt besteht.
Wer die meisten Wegelagerer auf einer fertigen Strasse besitzt, erhält die Anzahl der Karten, aus denen sie besteht, in Punkten.
Ein Kloster wird erst gewertet, wenn alle angrenzenden 8 Karten liegen. Dann erhält derjenige, der einen Gefolgsmann auf dem Kloster stehen hat, 9 Punkte (für jede Karte - 8 angrenzende und das Kloster - einen Punkt).
Wurde ein Gebiet gewertet, so bekommen die Spieler die entsprechenden Gefolgsmänner wieder zurück und können sie wieder einsetzen.

Die Wiesen der Bauern werden erst gewertet, wenn alle Karten ausgelegt wurden, also am Ende des Spiels. Alle Wiesenteile, die aneinanderhängen zählen als eine Wiese. Wer auf dieser nun die meisten Bauern besitzt, erhält für jede vollständige Stadt, die an diese Wiese grenzt, drei Punkte.
Außer der Wiese werden nun noch alle unfertigen Kloster, Städte und Strassen gewertet. Punkte gibt es dabei für die Anzahl der Karten, aus denen diese Gebiete bestehen, d.h. bei der Stadt gibt es keine Verdoppelung der Punkte.
Wer nun auf der Zähltafel die meisten Punkte ...

Ich habe jetzt nur die Regelvariante beschrieben, die wir meist spielen. Die ursprüngliche Regel wurde auch oft unterschiedlich ausgelegt. Inzwischen hat auch der Verlag die Wertung der Wiesen in der offiziellen Spielanleitung geändert. Außerdem gibt es inzwischen unzählige Varianten, die man sich beim Verlag online anschauen kann.

Hat man sich aber für eine Spielart entschieden, sind 30 unterhaltsame, taktische und gewiefte Minuten angesagt. Dabei spielt es kaum eine Rolle, wie viele Spieler teilnehmen. Sowohl zu zweit als auch zu fünft macht Carcassonne Spaß und bietet taktische Finessen, ohne mit komplizierten Regeln zu überfordern. Sehr schön ist auch zuzuschauen, wie diese schöne Landschaft aus mittelalterlichen Städten, Straßen, Wiesen und Klostern entsteht. Dabei sollte man aber nie vergessen, auf die zur Verfügung stehenden Gefolgsleute zu achten. Oft gehen einem die nämlich aus, weil die Gebiete nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. Dies ist aber nur ein Punkt, der Carcassonne so interessant macht. Die anderen solltet Ihr selbst entdecken, es lohnt sich!

Ich denke, Carcassonne, dessen kommerziellem Erfolg angesichts des "Spiel des Jahres"-Pöppels nichts mehr im Wege stehen dürfte, wird viele Menschen zum Spiel bekehren, wenn es Heiligabend unterm Tannenbaum liegt. Vielleicht nicht so viele wie anno 1995 die Siedler, aber sicherlich mehr als die meisten Spiele des Jahres.
Carcassonne
Legespiel von Klaus Jürgen Wrede, Hans im Glück, ca. DM 25,-
Ab 10 Jahre, 2-5 Spieler, 30 Minuten

Carcassonne
Berühmt für seine Befestigungsanlagen: Carcassonne.

 
 
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