Ich war ziemlich überrascht, als ich die Verpackung von Cartagena öffnete, hatte ich doch aufgrund dieser ein etwas aufwendigeres Spielmaterial erwartet. Und auch die Regeln sind dermaßen einfach, daß ich erst dachte, ein Kinderspiel in den Händen zu halten. Doch die erste Runde mit meinem Bruder sollte mich besseres lehren.
Spielanleitung
Jeder Spieler bekommt 6 Spielfiguren (ganz normale Pöppel), die er auf der Flucht aus der Festung Cartagena durch einen Tunnel zu einem Ruderboot ziehen muß. Außerdem erhält jeder Spieler 6 Karten ausgeteilt. Diese Karten werden als Fortbewegungsmittel eingesetzt. Der Tunnel besteht nämlich aus aneinandergereihten Feldern, die mit diversen Symbolen versehen sind, die eben auch auf den Karten abgebildet sind. Spielt man nun eine Karte aus, so darf man mit einer seiner Figuren zum nächsten freien Feld mit dem Symbol der Karte ziehen. Sollte zwischen der Figur und dem Boot keine entsprechendes freies Feld mehr existieren, kann diese Figur direkt ins Boot gezogen werden. So weit, so einfach.
Aber jetzt kommt der Haken: Man darf nach seinem Zug keine Karten nachziehen, was heißt, man steht ziemlich schnell "antriebslos" da. Um das zu verhindern, kann man statt Karten auszulegen auch mit einem Piraten bis zum nächsten Feld zurückziehen, auf dem 1 oder 2 beliebige Piraten stehen. Steht auf diesem Feld 1 Pirat, darf 1 Karte, stehen dort 2 Piraten, dürfen 2 Karten gezogen werden. Es dürfen aber beispielsweise keine Felder mit 1 Piraten übersprungen werden, um bei einem 2-Piraten-Feld zu landen. Da man pro Zug bis zu drei Aktionen (Vor- oder Rückwärtsziehen) durchführen darf, kann man diese auch beliebig kombinieren.
Das sind im Prinzip schon alle Regeln. Und in diesen steckt v.a. im Spiel zu zweit viel Hirnschmalz. Zum einen muß man aufpassen, daß man vorwärts kommt, zum anderen daß einem die Karten nicht ausgehen. Und vor allem am Schluß wird das ziemlich heftig. Hat man nämlich nur noch eine Figur im Spiel, und steht hinter dieser keine andere Figur mehr, gibt es keine Möglichkeiten mehr, Karten nachzuziehen. Und durch einen Zug des Gegners können einem viele schöne Pläne zunichte gemacht werden. Dies gilt wiederum v.a. im Spiel zu viert oder fünft. Hier ändern sich ständig die Besetzungen der Felder.
Das Legespiel hat also seinen Reiz sowohl zu zweit als auch mit mehr Spielern. Und da die Regeln so einfach sind, kann man es, wenn mal Besuch da ist, kurz erklären und sofort loslegen, auch mit ungeübteren Spielern. Einziges Manko an diesem Spiel ist meiner Meinung nach der Preis. Ich habe nichts dagegen, wenn in einem Spiel als Spielfiguren ganz gewöhnliche Pöppel verwendet werden. Dafür sind dann aber 40 DM zu hoch angesetzt, wenn auch sonst nicht so viel an Spielmaterial dabei ist.
Für noch mehr Taktik gibt es übrigens eine Variante, in der die Karten, die als nächste gezogen werden, offenliegen. Dadurch wird das Planen natürlich umso wichtiger.
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 Zugspiel von Leo Colovini, Winning Moves, ca. 40,- DM 2-5 Pers., ab 8 J., 30 - 45 Min.
 Der Fluchtweg kann beliebig zusammengesetzt werden.
 Die Symbole bringen einen weiter.
 guter Beispielplan zur Anleitung.
 auf der Flucht
 am Ziel.
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