Ausgerechnet Caylus, ein verschlafenes Nest, wird von König Philipp dazu erkoren, Standort seines neuen Schlosses zu werden. Dafür ist natürlich ein gross angelegter Ausbau Caylus' nötig, schliesslich wollen die Arbeiter, die das Schloss errichten, auch essen, irgendwo schlafen, einfach leben. Folglich wird aus Caylus nach und nach, noch bevor das Schloss fertiggestellt ist, ein reges Städtchen mit Handwerkern, Häusern und sogar kulturellen Einrichtungen.
Spielanleitung
Die Spieler beteiligen sich sowohl am Aufbau des Schlosses als auch der normalen Häuser, Produktionsstätten, Bibliotheken und so weiter. Pro Zug
stehen einem Spieler hierfür 6 Arbeiter zur Verfügung, die gegen Geld in Häuser (Kärtchen) eingesetzt werden dürfen. Nach einer Einsetzrunde führen die Arbeiter die Aktion des Kärtchens aus, auf das sie gesetzt wurden. Dabei dreht es sich beispielsweise um einfaches Produzieren von Rohstoffen, Bauen von Häusern (was Rohstoffe kostet) oder Handeln mit Rohstoffen. Und auch Felder, die den Spielablauf direkt beeinflussen, gibt es. So kann man beispielsweise einmalig 3 Denar abstauben oder die Zugreihenfolge zu seinen Gunsten ändern. Ach ja, da wir grad beim Thema sind, eine Gunst des Königs kann man sich so auch erschleichen: Bei dieser Gunst kann man zwischen Geld, Rohstoffen, Siegpunkten und verbilligtem Häuserbau wählen. Je öfter man eine Gunst schon gewählt hat, desto höher fällt sie im Laufe des Spiels aus.
Und eine der wichtigsten Aktionen betrifft natürlich den Schlossbau: Hier kann ein Arbeiter beliebig viele Anteile Bauen, wenn er nur auf das entsprechende Feld gesetzt wird. Pro Anteil gibt es satt Siegpunkte und wer am meisten in einer Runde baut, erhält zusätzlich eine königliche Gunst.
Jede Runde zieht der Seneschall die Strasse um ein oder zwei Felder auswärts. Landet er hierbei auf oder nach einem Wertungsfeld, wird jeweils ein bestimmter Schlossbereich gewertet. Wer hier nichts gebaut hat, bekommt Abzüge. Wer viel gebaut hat, bekommt wieder einmal Günste des Königs.
Gemeinsam mit dem Seneschall zieht auch der Vogt stadtauswärts, der bestimmt, wo überhaupt ein Arbeiter etwas verrichten darf. Vom Schloss ausgehend werden nämlich nur Kärtchen bis zum Vogt ausgeführt. Hat ein
Spieler seinen Arbeiter weiter vom Schloss entfernt eingesetzt als der Vogt steht, kann dieser Arbeiter unverrichteter Dinge nach Hause ziehen. So setzt doch niemand seine Arbeiter ein? Denkste! Gegen einen geringen
Unkostenbeitrag lässt sich der bestechliche Vogt gerne von den lieben Mitspielern stadtaus- oder -einwärts ziehen. Und schon hat man ein paar Arbeiter umsonst eingesetzt.
Bei der dritten Schlosswertung ist das Spiel vorbei, der Ärger bei manchen gross, die Freude bei anderen diebisch und gut 2 Stunden vergingen wie im Fluge.
Caylus erhielt dieses Jahr von der Jury Spiel des Jahres den Sonderpreis "Komplexes Spiel". Auf den ersten Blick bzw. nach der ersten Regellektüre absolut angebracht! Hat man jedoch die ersten zwei bis drei Runden im ersten Spiel hinter sich gebracht, wird plötzlich vieles klar, der Spielablauf erscheint absolut logisch und jeder weiss, was er wie machen kann. Dann kommt ganz schnell die Freude an Caylus. Auch wenn man sich oft ärgert, weil man nicht aufgepasst hat, die Rohstoffe, die man zum Bauen des Wohnhauses braucht, erst nach seiner Baugelegenheit erhält. Oder die Mitspieler haben sich verschworen und den Vogt um viel mehr Felder zurückgezogen als man je gedacht hätte. Augen zu und durch, gleich die nächste Runde planen und den anderen mal ausnahmsweise ein Schnippchen schlagen!
Zu dem im Endeffekt doch schnellen Einstieg in ein komplexes Spiel trägt die Gestaltung der Kärtchen und des Spielplanes einen grossen Teil bei. Die Zeichen für die einzelnen Aktionen sind logisch und gut erkennbar gehalten.
So findet man auch schnell einen ziemlich unproblematischen Wiedereinstieg.
Caylus ist ein Musterbeispiel für ein komplexes und doch zugängliches Gesellschaftsspiel. Auch Gelegenheitsspieler können hier mal einen Versuch wagen. Ist man einmal drinnen, lässt das Spiel einen nicht mehr los.
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 Ein komplexes, aber dennoch eingängiges Spiel. Auch wer nur gelegentlich spielt, kann mal einen Blick riskieren.
 Ein schöner Spielplan, auf dem alle Wertungen und Aktionen verständlich bildlich dargestellt sind.
 Die Aktionen der Gebäude werden zuerst ausgeführt (sofern der Vogt sie nicht vereitelt), ...
 ...dann wird im Schloss gebaut.
 Günste des Königs können der Schlüssel zum Sieg sein.
 Rot erkauft sich eine königliche Gunst während Schwarz in der nächsten Runde Startspieler werden will.
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