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Die Dracheninsel



Spielspaß

4

Material

5

Spielregel

4

Glück

5

Planung

4

Interaktion

4
Von Ende der 80er an veröffentlichte Tom Schoeps regelmäßig Spiele, wobei die bekanntesten wohl Bauernschlau und das hervorragende Sternenhimmel aus dem Debütprogramm von Goldsieber sein dürften. Doch dann, Mitte der 90er, wurde es plötzlich still um ihn und erst in diesem Jahr meldete er sich mit Die Dracheninsel zurück. Das Spiel wurde zunächst kaum wahrgenommen, doch zur allgemeinen Überraschung landete es auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2003. Als es schließlich sogar noch den Sprung auf die Nominierungsliste schaffte, war das Interesse endgültig geweckt und das Comeback des Jahres perfekt.



Spielanleitung

Die Dracheninsel besteht aus 6 verschiedenen Landschaftstypen auf kreisrunden Plättchen, die vor jedem Spiel nach einem festgelegten Schema auf dem Spielplan verteilt werden. In der Mitte des Planes befindet sich die Schatzkammer. Um die Insel herum sind 6 Anlegestellen mit Booten in den Farben der Spieler verteilt. Ausgestattet mit 6 Handkarten startet von hier aus die Jagd nach dem schnöden Mammon.

Wer an der Reihe ist versucht zunächst schnellstmöglich mit seiner Figur in die Schatzkammer zu gelangen. Das ist mal einfacher und mal schwerer und hängt ganz vom Kartenglück ab. Denn um ein Feld betreten zu dürfen, muß man eine Karte des entsprechenden Landschaftstyps besitzen und ausspielen. Lediglich Felder, die der eigenen Spielfarbe entsprechen, dürfen ohne eine solche Abgabe überquert werden. Das blaue Männchen durchschwimmt also ohne zu zögern die Seen, das graue überwindet mühelos die höchsten Berge.

Nun befinden wir uns ja nicht auf einer gewöhnlichen Insel, Drachen hausen hier und an solchen Orten ist, wie man ja weiß, ein bißchen Magie möglich. Mit dem richtigen Zauberspruch, sprich, der richtigen Aktionskarte auf der Hand, läßt sich der Weg in die Inselmitte trefflich zum eigenen Vorteil manipulieren. So können beispielsweise Landschaftsplättchen miteinander vertauscht oder mittels tollkühnem Flug übersprungen werden, wer eine weite Reise wagt, kann innerhalb eines Zuges eine Geländesorte beliebig oft betreten. Und auch dem Gegner kann man Steine in den Weg legen, z.B. indem man ihm Karten abluchst oder ihn in sein Boot zurückschickt. Ganz fies auch, einem ungeliebten Mitspieler die Drachenpatrouille auf den Hals zu hetzen, welche zu Umwegen zwingt. Also, wie der Name schon sagt, mit den Aktionskarten kommt Aktion ins Spiel.

Trotzdem schafft es ein Spieler über kurz oder lang in die Schatzkammer und nun - nein, nicht, was jetzt alle denken, der Spieler rennt nicht so schnell er kann zurück zu seinem Boot - nein, das Gegenteil ist der Fall, er muß auf Hilfe warten, denn so ein Schatz ist verdammt schwer und läßt sich nicht alleine tragen. Kommt ein zweiter Schatzjäger auf die Insel, wird dessen Figur (spitze Hüte, wie wir sie aus Fang den Hut kennen) über die erste gestülpt und jetzt geht es endlich mitsamt Schatz zurück ans rettende Ufer. Die Frage, die sich jedoch stellt ist: "Zu dir oder zu mir?" Denn es ist durchaus von Relevanz, in welchem Boot die Figuren mit dem Schatz landen. Der Besitzer dieses Bootes, was nicht unbedingt der aktive Spieler sein muß, entscheidet, ob er den Schatz teilen will oder sich alleine unter den Nagel reißt. In letzterem Falle spielt er eine Untreue-Karte aus, was jedoch nicht risikofrei ist, denn legt sein bisheriger Partner ebenfalls eine solche Karte, geht der Schatz alleine an diesen. Der erste Spieler kann nun wiederum mit einer Untreue retournieren usw. Also kurz und gut, wer die letzte Untreue-Karte spielt, erhält den Schatz.

In der Schatzkammer befindet sich nach Entfernen des ersten Schatzes wie von Zauberhand sofort ein neuer noch wertvollerer Schatz und das geht so lange, bis der siebte erbeutet und verteilt oder eben nicht verteilt ist. Dann endet das Spiel und der reichste Schatzsucher gewinnt.

Fazit:
Schon optisch weiß Die Dracheninsel zu überzeugen. Ein stimmungsvolles Titelbild, ein schön anzuschauender Plan und liebevoll gestaltete Karten. Spielerisch ist Die Dracheninsel leichte, aber bekömmliche Kost. Der Ablauf ist eingängig, die Aktionskarten erklären sich von selbst und so ist das Spiel bestens geeignet für Familien, und das trotz der Gemeinheiten, zu denen die Aktionskarten die Möglichkeit bieten. Nicht verschweigen darf man, daß eine Partie für den Einzelnen sehr frustrierend verläuft, wenn er nie die passenden Landschaftskarten zieht und Runde für Runde die Schatzkammer nur aus der Ferne sieht. Da aber eine Partie in der Regel wesentlich kürzer dauert, als die auf der Schachtel angegebenen 60 Minuten, steht einer Revanche nichts im Wege.

Die Dracheninsel
Gesellschaftsspiel von Tom Schoeps, Amigo, ca. EUR 30,-
3-5 Pers., ab 10 J., ca. 60 Min.

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres: Nominierungsliste (2003)
Spiel der Spiele: Spiele für Familien (2003)

Die Dracheninsel
Der Ort des Geschehens.

Die Dracheninsel
Zwei schnappen sich den Schatz, ...

Die Dracheninsel
...schleichen sich am Drachen vorbei...

Die Dracheninsel
...und dann wird geteilt. Oder auch nicht!

Die Dracheninsel
Mit den richtigen Karten...

Die Dracheninsel
...kann man grosse Schritte tun.
 
 
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