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El Moondo



Spielspaß

4

Material

4

Spielregel

4

Planung

4

Glück

4

Schadenfreude

5
Bizarre Völker leben auf den 4 Kontinenten des Planeten El Moondo. Da gibt es z. B. die primitiven Boarix, eine Mischung aus Mensch und Schwein, die in den dunklen Wäldern Europas hausen. Der Süden der UZA wird von den, dem Alkohol verfallenen, Koyotos besiedelt, die haiähnlichen, furchterregenden Sharkois beherrschen die Westküste. 16 Stämme gibt es insgesamt, alle unterschiedlich in ihren Gebräuchen und Sitten. Doch eines haben alle Völker gemein, sie sind einander spinnefeind. Treffen 2 von ihnen aufeinander, gibt es unweigerlich einen Kampf auf Leben und Tod, dessen Ziel die Eroberung das gegnerische Stammes-Totem ist.

Zu kaufen gibt es El Moondo in 4 Versionen: Asiatik, Europa, UZA und Africa. Um es spielen zu können, benötigt man nur ein einziges Set, dies beinhaltet die 4 Völker eines Kontinentes. Im Spiel zu zweit entscheidet sich jeder Spieler für eines der Völker und legt sie in zwei verdeckten 6er-Reihen vor sich ab. Zu viert spielen immer 2 Stämme zusammen, die nebeneinander plaziert werden. Das Stammes-Totem, Ziel des gegnerischen Trachtens, versteckt man am besten in der hinteren Reihe, umgeben von starken Kriegern.
Zwischen den Armeen bleiben zunächst 2 Reihen leer, aber nicht lange, denn ohne weitere Vorbereitung kann man sich nun ins Kampfgetümmel stürzen.

Spielanleitung


Wer an der Reihe ist, darf sich seine verdeckten Karten ansehen, entscheidet sich für eine und führt eine Bewegung über ausschließlich freie Felder aus. Nun ist es aber nicht so, daß man die Krieger willkürlich über den Plan ziehen darf. Auf jeder Karte ist eine Bewegungsübersicht abgebildet, die zeigt, welches die potentiellen Zielfelder sind. Endet der Zug auf einer gegnerischen Karte, kommt es zum Kampf. Welcher der beiden Gegner hier als Sieger hervorgeht und welcher auf dem (Karten-)Friedhof landet, ist recht originell gelöst. In den 4 Ecken einer jeden Karte sind die Kampfwerte abgedruckt. Der weiße Hai, Elitegruppenmitglied bei den Sharkois, hat z. B. die Werte 3, 3, 2 und 1. Das ist, was Höhe und Verteilung angeht, ein Mittelwert. Es geht auch wesentlich niedriger (2, 1, 1, 0) oder extremer (6, 3, 2, 0). Die beiden Gegner werden nun vom Spielfeld genommen und verdeckt beliebig oft im Kreis gedreht. Jetzt tippt jeder auf eine Ecke der gegnerischen Karte, dreht die Karte um und vergleicht die entsprechenden Werte. Der höherwertige Kämpfer bleibt im Spiel, der andere geht den Weg alles Irdischen. Manche Karten haben anstatt eines Zahlenwertes einen Stern in einer Ecke. Wird der getippt, löst dies einen Spezialeffekt aus, der auf den Stammeskarten vermerkt ist. So darf man z. B. Hindernisse auf den Plan legen oder bereits verblichene Soldaten zurück ins Spiel bringen.
Anstelle der Bewegung ist es auch möglich einen der 3 Trümpfe, die man auf der Hand hat, auszuspielen. Manche hiervon sind öfter einsetzbar (z: B. Bomben oder Pistolen, die unliebsame Gegner ins Jenseits befördern) die anderen nur einmal (z. B. die Bewegungsübersicht des Anführers darf um 180 Grad gedreht werden).
Alles Hauen und Stechen hat jedoch einmal ein Ende und hier ist es nach spätestens 30 Minuten soweit. Dann dürfte einer der beiden Stammes-Totem erobert sein, oder einer der Spieler ist so dezimiert, daß er keinen Zug mehr ausführen kann.

Als ich die Spielanleitung für El Moondo zum ersten Mal las, war mein erster Gedanke: "Stratego mit Karten" und hatte, ehrlich gesagt, wenig Lust aufs Ausprobieren. Und wirklich, El Moondo ist eine Light-Version von Stratego. Nur spielt es sich viel unkomplizierter und direkter. Bei Stratego ist es von entscheidender Wichtigkeit, sich zu merken, wo welche feindlichen Figuren stehen. Natürlich ist es auch bei El Moondo von Vorteil, die eine oder andere gegnerische Position im Gedächtnis zu behalten, aber man ist nicht dem Untergang geweiht, tut man es nicht. Sehr dynamisch wird das Spiel dadurch, daß die meisten Karten ausschließlich oder überwiegend eine Vorwärtsbewegung erlauben. Hierdurch kommt es schnell zum Kampf und dessen Ausgang ist durch die Glückskomponente "Drehen der Karte" völlig offen. Nicht selten schlägt der vermeintlich Schwächere den Starken aus dem Rennen. Gut ist auch, daß sich alle Völker, was Bewegung, Stärke, Spezialeffekte und Trümpfe angeht völlig unterscheiden. Jede Truppe hat Schwächen und Stärken und es macht Spaß verschiedene Startaufstellungen und Strategien zu probieren. Besitzt man auch noch die Sets mit den Stämmen anderer Kontinente, kann man sogar eigene Kämpfertruppen, die aus allen vier Stämmen eines Kontinentes bestehen, zusammenstellen und experimentieren.

Ich würde nun nicht sagen, daß ich ein Fan dieses Spieles bin. Aber man müßte mich auch nicht zwingen, es mal wieder auf den Tisch zu bringen. Bei der eigentlichen Zielgruppe, und das sind ganz sicher Jugendliche ab 10 Jahren, kommt das Spiel ausgesprochen gut an. Das merke ich an meinem ältesten Sohn, der knapp 9 Jahre alt ist. Im Moment kommt bei uns niemand aus der Wohnung, bevor er nicht mindestens einmal El Moondo gespielt hat.

Abschließend noch ein Wort zur Gestaltung. Die Figuren sind comicartig gestaltet und gefallen mir persönlich sehr gut. Was auf Dauer nervt ist der fehlende Spielplan. Gerade gegen Ende, wenn schon viele Krieger auf dem Friedhof gelandet sind, ist es schwierig die genaue Position der einzelnen Karten zu bestimmen. Nichts desto trotz war die Entscheidung des Verlages gegen einen Spielplan richtig, denn der hätte das Spiel erheblich verteuert und so groß ist der Spielspaß nun doch wieder nicht, daß ich 30 oder 40 DM dafür zahle. Da hilft also nur eins, selbst zum Lineal greifen und einen Spielplan anfertigen!

El Moondo

Kartenspiel

von Nicolas Pilartz und Migou Auteurs, Amigo, ca. EUR 9,-
2 oder 4 Pers., ab 10 J., ca. 20-30 Min.

El Moondo
Startaufstellung

El Moondo
Einer...

El Moondo
... sympathischer ...

El Moondo
... als ...

El Moondo
... der andere.
 
 
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