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Gouda! Gouda!



Spielspaß

3

Material

3

Spielregel

4

Glück

6

Planung

2

Schadenfreude

4
Mäuse sind erstaunliche Geschöpfe. Sie können für ein Stück Käse die glatten Wände hochlaufen. Behauptete zumindest immer meine Oma. Und das Spiel "Gouda! Gouda!" gibt ihr recht. Es ist unglaublich, über welch waghalsigen Konstruktionen die Mäuse hier balancieren. Da geht es über Kisten, Schachteln und schmale Bretter hoch zu einem einzigen Stück Gouda. Wirklich nur ein einziges Stück, und das trotz des Titels "Gouda! Gouda!". Wenn man nun noch bedenkt, daß jeder Teilnehmer 5 Mäuse lenkt und maximal 6 Spieler mitmachen können, kann man sich gut vorstellen, was für ein Gewusel und Geschubse auf dem Spielplan herrscht.

Spielanleitung


Los geht es für alle Mäuse am unteren Ende des schmalen Spielplanes auf einem Faß. Von hier aus sind es im Idealfall 7 Züge bis zum begehrten Käse. Aber daß das alles ein bißchen länger dauert, dafür sorgen schon die Würfel und die lieben Mitspieler. Wer an der Reihe ist, entscheidet sich zunächst für ein Feld auf dem mindestens eine eigene Maus steht und würfelt hierfür. Zu Spielbeginn ist das natürlich das Startfeld, aber im Laufe der Partie verteilen sich die Nager zunehmend über den ganzen Plan. Es werden immer genau soviele Farbwürfel geworfen, wie sich Mäuse auf dem Feld befinden. Maximal jedoch 5. Jeder Würfel wird einer Maus zugeordnet. Dabei gilt:
- bei grün geht es einen Schritt vorwärts
- bei gelb bleibt die Maus stehen
- bei rot geht es ein Feld zurück.
Klar, daß man die eigenen Figuren vorrückt und die gegnerischen zurück (wobei das für einen bekennenden Grobmotoriker wie mich gar nicht so einfach ist. Immer wieder fielen mir die winzig kleinen Mäuse aus den Fingern und landeten unter dem Tisch). Was aber tun, wenn man z.B. überwiegend grün gewürfelt hat. Dann muß man wohl oder übel auch fremde Mäuse Richtung Käse ziehen. Glücklicherweise gibt es aber bei einigen Feldern die Möglichkeit, Figuren seitwärts zu bewegen und davon wird in diesem Fall natürlich Gebrauch gemacht. Richtig ärgerlich ist aber, wenn man gezwungen ist, eine eigene Maus rückwärts zu ziehen. Irgendwann erreicht trotz dieser Widrigkeiten eine Maus den Tisch mit dem Käse und der Sieger steht fest.

In dieser Form ist Gouda! Gouda ein einfaches Würfelspiel, das entgegen der Verlagsangaben durchaus schon für Spieler ab 6 Jahren geeignet ist. Zwar werden gerade Kinder in den ersten Spielen eine einzige Maus auf Teufel komm raus nach vorne bewegen, dann aber merken, daß diese Figur, wenn ihnen das Würfelglück nicht über Maßen hold ist, auf verlorenem Posten steht. Chancenreicher ist es, eine größere Gruppe mit einer Überzahl eigener Mäuse zu bilden und so nach oben zu ziehen (wenn die Würfel das zulassen). Schnell ist deshalb auch klar, daß es richtig gemein ist, fremde Figuren auf einem Feld zu isolieren.

Dies ist die Grundform des Spieles. In einer Variante mutieren die Figuren zu Zaubermäusen. Jeder Spieler bekommt geheim 3 Magieplättchen zugelost, die jederzeit während einer Partie einsetzbar sind. Sie ermöglichen z.B., daß Teile eines Wurfes wiederholt werden können, das Ergebnis des Würfelns auf ein anderes Feld als das ursprünglich angegebene übertragen wird oder man 2x hintereinander an der Reihe ist. Die meiner Meinung nach aber mächtigsten Plättchen sind Aufwertung und Abwertung. Dank dieser Magie wird das Würfelergebnis verbessert, bzw. verschlechtert, d.h. aus rot wird gelb, aus gelb wird grün oder eben umgekehrt. Da die Plättchen bösartigerweise nicht nur nach einem eigenen Wurf, sondern auch nach dem der Gegner, anwendbar sind, kann es zu kuriosen Situationen kommen. So kann man nicht ganz uneigennützig einem Mitspieler eine Aufwertung schenken, wodurch dieser gezwungen ist, neben den eigenen auch fremde Figuren vorwärtszuziehen. Je nach Lust und Veranlagung kann "Gouda! Gouda!" mit den Magieplättchen durchaus destruktiv gespielt werden, was sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Die Regeln gehen übrigens mit vielen guten Beispielen auf die Einsatzmöglichkeiten der Magieplättchen ein. Leider hat sich jedoch beim Plättchen Annullierung ein Fehler eingeschlichen. Im Beispiel ist davon die Rede, daß nach dem Einsatz dieser Magie der Spieler erneut würfeln darf. Dies entspräche exakt der Magie Wiederholung. Richtig ist also vermutlich, daß durch dieses Plättchen der komplette Zug verloren geht.

Doch egal in welcher Form, ob mit oder ohne Magie, "Gouda! Gouda!" ist ein lupenreines Glücksspiel. Die Einflußmöglichkeiten sind äußerst gering und letztendlich regiert der Würfel. Und da die Wahrscheinlichkeit für rot, gelb und grün genau gleich groß ist, hat man in manchen Partien das Gefühl, es geht 1 Schritt vor und dann wieder 1 zurück.
Gerade im Spiel zu zweit oder zu dritt kann es endlos dauern, bis eine Maus das Ziel erreichte. Mit mehr Personen, wenn wesentlich länger größere Mäusegruppen zusammenbleiben, wird "Gouda! Gouda" aber zunehmend besser. Dann kommt auch eine ganz neue, erfolgversprechende Taktik zum Tragen: die Mitleidstour. Mit "Warum ziehst du eigentlich immer nur mich zurück?" kann man sich durchaus bis nach oben durchmogeln.

Für Kinder oder größere Gruppen, die nichts anderes als ein kleines Würfelspiel erwarten, ist "Gouda! Gouda!" eine Überlegung wert. Aber alles in allem hing der Spielspaß davon ab, in welchem Verhältnis die 3 Würfelfarben fielen. Überwog grün hatten wir durchaus Spaß, fiel aber hauptsächlich rot, waren die Partien für das was "Gouda! Gouda!" bietet einfach zu lang und man sehnt das Spielende herbei.

Gouda! Gouda!
Würfel-/

Brettspiel

von Frédéric Moyersoen, Eurogames / Descartes, ca. EUR 15,-
2-6 Pers., ab 8 J., ca. 45 Min.

Gouda! Gouda!
Wacklige Wege führen zum Käse.

Gouda! Gouda!
Die drei machen einen kleinen Umweg.

Gouda! Gouda!
So ein Käse...

Gouda! Gouda!
Grün befindet sich auf der Pole-Position.
 
 
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