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Hellas



Spielspaß

4

Material

5

Spielregel

5

Glück

4

Planung

4

Interaktion

4

Für alle ungeduldigen geht's hier direkt zum Fazit!

Was wären die Spielverlage eigentlich ohne die Antike? Hätte es die alten Griechen und Römer nicht gegeben, für eine ganze Menge Spiele müssten neue Themen gefunden werden. Auch Hellas bedient sich dieser geschichtsträchtigen Zeit, bietet sie doch einen hervorragenden Hintergrund für einen Machtkampf zwischen 2 Parteien. Diesmal streiten die beiden Kontrahenten um die Vorherrschaft über die griechische Inselwelt. 4 Städte hält ein jeder Spieler zu Beginn mit einer Figur besetzt, ein Schiff steht außerdem im dazugehörigen Hafen. Nach knapp einer Stunde hat einer der Konkurrenten 10 Städte erobert und damit den Schlagabtausch im Mittelmeer für sich entschieden.

Spielanleitung


Der Spielplan entsteht nach und nach aus sechseckigen Plättchen. Diese zeigen in unterschiedlicher Aufteilung Meer und Land. Auf den Landteilen befindet sich immer eine Stadt und auf einigen wenigen zusätzlich ein Tempel.

Wer an der Reihe ist, führt eine von 3 Handlungsmöglichkeiten durch.
Um neue Städte zu erobern wählt man zwischen einem friedlichen und einem kriegerischen Weg. Entscheidet man sich im aktuellen Zug für den friedlichen Weg, begibt man sich auf Seefahrt, d.h. ein Plättchen vom verdeckten Stapel wird umgedreht und wenn möglich angelegt. Dabei muß natürlich Meer an Meer und Land an Land grenzen. Aber damit nicht genug. Das neue Plättchen muß außerdem an mindestens 2 alten Plättchen angelegt werden, die Wasserfläche des gesamten Spielplanes zusammenhängend sein und der aktive Spieler auf den angrenzenden Nachbarfeldern die Schiffsmehrheit besitzen. Werden all diese Bedingungen erfüllt, gelingt die Seefahrt und man stellt eine Figur der eigenen Farbe in die neu entdeckte Stadt. Als Bezahlung wird ein eigenes Schiff aus einem der angrenzenden Felder entfernt. Wenn das Plättchen nicht passt, ist die Seefahrt mißlungen.

Entscheidet man sich für den kriegerischen Weg, bestimmt man eine gegnerische Stadt, die angegriffen werden soll. Aus allen direkt angrenzenden eigenen Feldern, auf denen mehr als eine Figur steht, darf man nun Figuren abziehen. Erfolgt der Angriff über das Meer, muß die Anzahl der Angreifer um mindestens 1 höher sein, als die der Verteidiger. Beim Angriff über Land genügt ein Unentschieden (Schiffe werden in beiden Fällen nicht zur Anzahl der Angreifer und der Verteidiger hinzugezählt). Gelingt die Einnahme der Stadt, laufen die Schiffe dieses Feldes zum Sieger über, d.h. die Schiffe des Verteidigers werden durch Schiffe des Angreifers ersetzt.

Sowohl für den friedlichen als auch für den kriegerischen Weg bedarf es als Vorbereitung so einer Art Wettrüsten. Diese dritte Handlungsmöglichkeit für einen Zug nennt sich Verstärkung und besteht aus 3 Aktionen, für den Spieler, der die Mehrheit der Städte mit Tempel besitzt, sogar aus 4. Hier kann man Städte mit Figuren verstärken, durch neu plazierte Schiffe die Schiffsmehrheit für zukünftige Seefahrten sichern und Götterkarten aufnehmen. Von denen war bisher noch nicht die Rede und doch kommt ihnen eine spielentscheidende Relevanz zu. 3 verschiedene Sorten Götterkarten gibt es. Poseidon-Karten helfen bei der Seefahrt, Ares-Karten beim Kampf und Zeus-Karten sind in ganz unterschiedlichen Situationen hilfreich. Während eines Angriffes oder einer Seefahrt sind beliebig viele Götterkarten einsetzbar, manche davon sogar während des Zuges des Konkurrenten. Mit ihrer Hilfe kann man z.B. verschiedene Spielregeln außer Kraft setzen, Angriffe abwehren oder mißlungene Seefahrten wiederholen.

Fazti:
Hellas ist ein Spiel, das in so einer Art Wellenbewegung verläuft. Rüstet der eine Spieler auf, muß dies der andere fast zwangsläufig auch tun; greift einer an, schlägt der andere postwendend zurück. Diese Spielweise stellt sich spätestens nach der dritten Partie ein, wenn man gelernt und erfahren hat, daß ein Spieler, der einen Vorsprung von mehr als 2 Städten hat, kaum noch einzuholen ist. Die entscheidende Rolle spielen in dieser Situation die Götterkarten. Wer von denen nicht genügend auf der Hand hat, oder diese nicht im richtigen Moment einsetzt, oder gar völlig unpassende zieht, wird kaum eine Chance auf den Sieg haben. Hellas ist also trotz des Themas kein hochkarätiges Taktikspiel und wer das erwartet, wird folglich enttäuscht sein. Akzeptiert man Hellas jedoch als Taktikspiel mit hohem Glücksanteil, entwickelt sich ein heftiger Schlagabtausch, bei dem die Karten häufig überraschende Wendungen bringen und die dem Spiel erst den richtigen Schwung geben.

Hellas

Zweierspiel

von Franz-Benno Delonge, Kosmos, ca. EUR 15,-
2 Pers., ab 12 J., ca. 45-60 Min.

Hellas
Anfangs ist Hellas noch ziemlich überschaulich.

Hellas

Hellas
Schönes Spielmaterial

Hellas
Mit Götterkarten kann man sein Schicksal entscheidend beeinflussen.
 
 
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