Dem zur Zeit (zu Recht) so gehypten Herr der Ringe liegt ein Buch zugrunde, das eigentlich eine ganz andere Zielgruppe hat: Der kleine Hobbit ist viel mehr ein Kinder- und Jugendbuch als seine berühmte Nachgeschichte.
Ganz ähnlich verhält es sich auch bei den beiden Brettspielen des Kosmos-Verlages: Der Herr der Ringe ist ein zeitweise verzweifeltes Spiel, ein atmosphärisches Spiel, bei dem die Spieler Kopf und Kragen riskieren. Ein Sieg ist dabei oft eine ganz knappe Sache, und mit der Erweiterung gewinnt doch sehr häufig das Böse. Der kleine Hobbit dagegen ist ein leichtes, beschwingtes, glücksbetontes Spiel für Familien auch mit kleineren Kindern. Da wird gerätselt, an einer Art Glücksrad gedreht und Reime werden nachgesprochen. Beide Spiele halten sich dabei ziemlich eng an die literarischen Vorlagen, was für Kenner dieser Werke auch sehr schön ist. Und diesen kann ich Der kleine Hobbit allein aus diesem Grund wärmstens empfehlen.
Dabei ist das Grundgerüst des kleinen Hobbits gar nicht so spektakulär:
Spielanleitung
Die Spieler ziehen einen Weg entlang zum Einsamen Berg, wo sie dann in der Endphase versuchen, dem dort wohnenden Drachen Smaug möglichst viele Edelsteine wegzunehmen.
Der aktive Spieler würfelt mit zwei Würfeln und zieht dann entweder den Wert eines Würfels oder beider zusammen. Landet er auf einem Edelsteinfeld bekommt er einen Edelstein, landet er auf einem Gandalffeld, kann er sich eine Gandalfkarte anschauen und bei Gefallen auch nehmen, muß dafür aber einen Edelstein abgeben. Das dritte wichtige Feld ist das Abenteuerfeld: Hier wird eine Abenteuerkarte aufgedeckt. Auf dieser Karte steht meist eine kleine Szene aus dem Buch und es werden die Gandalfkarten aufgelistet, mit denen man sich aus der Situation befreien kann. Hat man keine dieser Karten, darf man noch die Drehpfeil-Karte benutzen: Dazu sagt man "Holz", "Wasser" oder "Schwert" an und muß dann Wasser (wenn "Holz" angesagt ist), Schwert (bei "Wasser") oder Holz (na, was wohl?) erdrehen. Hat man entweder mit Gandalfkarten oder mit der Pfeildreh-Karte Erfolg gehabt, so gibt es eine Belohnung, meist Erfahrungspunkte, die man auf einer Erfahrungsleiste entsprechend setzt. Verliert man jedoch, so kann man je nach Karte, Erfahrungspunkte, Edelsteine oder Gandalfkarten verlieren.
Außerdem gibt es Abenteuerkarten, die einen mit einem Rätsel Gollums oder mit einem Text aus dem Buch, den es nachzusprechen gilt, konfrontieren.
So kämpft man sich nach vorne bis zum Eingang des Einsamen Berges, wo man versucht, auf dem Berg plazierte Edelsteine zu gewinnen. Dazu würfelt man mit einem 20-seitigen Würfel: Hat man mehr Edelsteine und Erfahrungspunkte zusammen als der Würfel anzeigt, so darf man sich einen Edelstein vom Berg nehmen und der nächste Spieler ist an der Reihe. Wenn man wieder an der Reihe ist, darf man direkt wieder um einen Edelstein würfeln. Verliert man jedoch, so gibt es keinen Edelstein und man muß einige Felder zurück.
Sind alle Edelsteine des Berges abgetragen, so gewinnt derjenige, der am meisten Edelsteine und Erfahrungspunkte sein Eigen nennt.
Das ist so der grobe Spielablauf. Dazwischen gibt es noch Möglichkeiten, Abkürzungen zum Berg zu nehmen. Karten wieder gegen Edelsteine einzutauschen, oder auch während der Reise zum Berg schon Edelsteine von selbigem "unter Gefahren" zu ergattern.
Wie schon gesagt, erkennt man in Der kleine Hobbit viel vom Buch wieder. Aber das ist nur ein für mich positiver Aspekt. Rein spielerisch gesehen wichtiger ist die Leichtigkeit des Spiels. Keine verbissenen Strategien werden entwickelt, man kann einfach aus dem Bauch drauflosspielen. Natürlich macht das dieses Spiel nicht abendfüllend und auch nicht zu einem Klassiker. Und für viele Taktiker und Planer fällt das Spiel aufgrund seines hohen Glücksfaktors von vornherein schon einmal aus. Aber für Familien ist es eine sehr gelungene Veröffentlichung, die Lust auf das Buch macht.
Die Grafik des Spiels halte ich für sehr gelungen, beim Spielmaterial hingegen bin ich eher zwiegespalten: Auf der einen Seite zeigen der Berg und der Drache, daß keine Mühen gescheut wurden, auf der anderen Seite wirken viele der Edelsteine sehr billig und die Würfel mit den Zahlwerten (da steht jeweils ein Zahl drauf und keine Punkte) wie vom Grabbeltisch. Das hätte man wirklich schöner machen können.
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Brettspiel von Michael Stern, Keith Meyers, Klee, ca € 25,- 2-6 Pers., ab 8 J., ca. 60 Min.
 Der Drache beherrscht den Einsamen Berg.
 Durch verschiedene Landschaften müssen die Hobbits ziehen.
 Ein Abenteuer ...
 ... kann man u.U. mit einem Gefährten bestehen.
 Oder mit Glück
 Die Erfahrungsleiste des türkisenen Hobbits.
 naja ...
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