Die Glenfiddichs und die Bowmores sind 2 verfeindete Clans, die sich schon seit Jahren bekriegen. Wie man unschwer an den Namen erkennt, leben beide Familien nicht in Sizilien, wo man solche Konflikte mittels Vendetta löst, sondern im schottischen Hochland. Und dort wird so eine Fehde sehr unblutig, mittels eines Tauziehens um 5 Whiskyfässer, ausgetragen. Wer nun meint, dieser sportliche Wettkampf ginge fair über die Bühne, sieht sich getäuscht. Mit allen erlaubten und nicht erlaubten Mitteln wird auch hier versucht, den Gegner in die Knie zu zwingen. Aber seht selbst.
Spielanleitung
45 Schotten und Schottinnen, alle im Rock, können beim Tauziehen mitmachen. Natürlich sind im eigenen Team nicht alle potentiellen Teilnehmer gern gesehen. Die Bandbreite des Angebotes reicht von stark wie ein Bär (Wert 3), über viel Mittelmaß, hinunter zu den Feiglingen, die noch vor dem Kampf Reißaus nehmen (Wert 0). Die stärksten Muskelprotze sind im übrigen eine Handvoll Frauen mit dem Wert 4 und Seeungeheuer Nessi (Wert 6).
Nun ist es nicht so, daß man sich einfach aussuchen kann, wen man in seiner eigenen Mannschaft haben will. 20 Karten bekommt jeder Spieler als verdeckten Stapel. Je 2 davon schaut man sich an und trennt sie nach dem Prinzip, die guten für mich, die schlechten für dich. Aber was sind denn nun gute und was schlechte Karten? Da man später beim eigentlichen Tauziehen auch beim Gegner anlegen darf, gibt man dem Gegenüber am besten Mittelmaß und behält die extrem guten und extrem schlechten wohlweislich für sich. Leider funktioniert das nur ab und an, und so schustert man dem Gegner immer mal wieder einen richtigen Muskelprotz zu. Erschwerend kommt hinzu, daß die Verteilerei auf Zeit geht. Derjenige, der zuerst fertig ist, hat drei Vorteile. Erstens darf er den Reststapel des Gegners nach eigenem Gutdünken aufteilen. Zweitens startet das Whiskyfass, das auf einer Leiste den aktuellen Stand des Tauziehens anzeigt, auf dem eigenen Startfeld. Zum Sieg hat man es von hier aus ein Feld kürzer als der Gegner. Drittens darf man den nun kommenden Schlagabtausch beginnen.
Aber noch ist es nicht so weit. Jeder mischt zuerst noch die ihm zugeteilten Karten und nimmt 6 davon auf die Hand. Wer an der Reihe ist, legt eine Karte direkt auf den Spielplan oder überdeckt bereits liegende Karten. Für jeden Spieler gibt es 3 Felder in 3 Farben. Die Männer auf den Karten haben ebenfalls eine der drei Spielfarben und dürfen natürlich nur auf gleichfarbigen Feldern landen. Die Frauen sind, wie man das ja aus dem richtigen Leben kennt, wesentlich flexibler. Sie haben eine neutrale Farbe und sind auf jedem Feld einsetzbar.
Die Spielregel hat an dieser Stelle eine ganz eklatante Schwäche. Sie erwähnt nicht ausdrücklich, daß man Karten auch beim Gegner ablegen darf. Interessanterweise steht dies aber auf der Schachtelrückseite. Wer dies dort nicht entdeckt, oder die Regel instinktiv als richtig interpretiert, bringt sich um eine entscheidende Einflußmöglichkeit und damit um eine Menge Spaß.
Auf einigen der Karten steht zusätzlich zum Kartenwert noch der Schriftzug How Ruck. Wird solch eine Karte gelegt, kommt es zum Kräftevergleich. Die addierten Werte beider Spieler werden miteinander verglichen und das Whiskyfass auf der Punkteleiste läuft die ermittelte Differenz in Richtung des Stärkeren. Erreicht das Faß das Zielfeld eines Spielers, endet eine Runde sofort und die nächste beginnt mit dem erneuten Verteilen der Karten. Erobert ein Clan sein drittes Whiskyfass, steht der Sieger der Familienfehde fest.
Bisher nicht erwähnt habe ich 10 Aktionskarten. Eine solche wird anstatt eines Zahlenwertes ausgespielt und ausgeführt. So richtig fiese Dinger sind da möglich. Beim Seilriß wird das Faß einfach wieder auf das Startfeld zurückgesetzt, beim Seitenwechsel läuft ein Schotte zum Gegner über und bei Schwach gewinnt, wird das Whiskyfass in Richtung der kleineren Zahlensumme gezogen. Meine Lieblingsaktionskarte aber ist der Mucho Macho. Der beseitigt alle oben liegenden Damen!
Fazit:
How Ruck ist, in der richtigen Stimmung ausgepackt, ein lustiges, kurzweiliges Kartenspiel. Besonders die Verteilung der Karten zu Beginn einer Runde und die damit verbundene Hektik sorgen für Spaß. Hinzu kommt die liebevolle Ausstattung (richtige kleine Holzwhisyfässer) und die witzigen Zeichnungen von Franz Vohwinkel. Wäre da nicht die oben erwähnte Regelschwäche, es gäbe nichts zu meckern.
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Zweierspiel von Richard Borg, Kosmos, ca. EUR 15,- 2 Pers., ab 10 J., ca. 30 Min.
Auszeichnungen: à la carte 2002: 10. Platz
 Das Wettkampfgelände

 Schotten in Rocken, äh Röcken.
 Auch Nessi ist dabei, wenn auch ohne Rock!
 Die Lieblingskarte des Rezensenten.
 Dieser Little Mc bringt nicht so viel.
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