Spielekritiken   Spieleauszeichnungen   Spielecharts   Berichte
A-F

G-N

O-Z





 




Hyano



Spielspaß

4

Material

5

Spielregel

4

Kommunikation

4

Glück

4

Intuition

6
Spieleabend, vorgerückte Stunde. Ich starre angestrengt auf die Kartenauslage auf dem Tisch und überlege: "Wenn ich jetzt diese Karte nehme, dann denken die anderen bestimmt, daß ich denke, daß sie denken, daß ich denke.....". Habe ich jetzt einmal zu oft um die Ecke gedacht? Dann wären all meine geplanten Punkte im Eimer. Also, vielleicht doch lieber die andere Karte legen, dann denken die anderen bestimmt, daß ich denke....

Was sich anhört, als sei ich dem Wahnsinn verfallen, ist in Wirklichkeit eine typische Situation für das Spiel Hyano. Es geht darum, die wahrscheinlichste Reihenfolge, in der Karten abgelegt werden, zu erraten. Die Karten unterscheiden sich lediglich in Farbe und Zahl und sind aufgrund ihrer herbstlichen Farben sehr hübsch anzusehen. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn bei abstrakten Kartenspielen hat man sich ja an stimmungs- und einfallslose Gestaltung gewöhnt. Ein dickes Lob also an Johann Rüttinger, der hier eine hervorragende Arbeit abgeliefert hat.

Spielanleitung


6 Karten liegen zu Beginn einer Runde offen in einem Kreis. Der Spieler, der in dieser Runde die Rolle des Schätzers übernimmt, wählt eine Karte und spielt sie aus. Reihum legen alle anderen Spieler solange eine weitere Karte, wie dies möglich ist. Die neu gespielte muß in Farbe oder Wert mit ihrem direkten Vorgänger übereinstimmen oder zumindest einen benachbarten Wert aufweisen, z. B darf auf eine 3 auch eine 2 oder 4 gelegt werden. Im Idealfall landen also 6 Karten in der Mitte, aber auch wesentlich kürzere Reihen sind möglich. Die Kunst des Schätzers besteht darin, eine geeignete Startkarte auszuwählen und dann zu erraten, wie die anderen Spieler weiter vorgehen. Die seiner Meinung nach letzte Karte einer Runde legt er geheim mittels eines Symbolplättchens fest. In dem Moment, in dem diese Karte gelegt wird, ruft der Schätzer "Stopp" (auch dann, wenn es möglich wäre weiter zu spielen). Alle Karten aus der Mitte gehen in seinen Besitz über und zählen bei Spielende einen Punkt.

Es gibt Situationen, in denen ausgehend von der Startkarte, nur ein Weg möglich ist. Das ist schön und einfach für den Schätzer, aber langweilig für den Rest am Tisch. Das Spiel lebt von den Momenten, in denen mehrere Möglichkeiten für das Ausspielen der nächsten Karte bestehen. Dann sind beide Seiten gefordert. Der Schätzer muß abwägen, ob er lieber auf eine sichere Karte setzt und sich mit einer geringen Ausbeute zufrieden gibt, oder doch auf Risiko geht. Unter den anderen Spielern wird eine lebhafte Diskussion entstehen, auf welche Reihenfolge der Schätzer getippt hat, und wie man ihn am besten leer ausgehen läßt. Oder hat dieser geahnt, daß man diesen Weg einschlagen wird, also vielleicht doch die andere Karte spielen? Oder doch die?

Hyano ist ein Spiel, das nicht in jeder Gruppe funktionieren wird. Es macht nur dann richtig Spaß, wenn die Spieler gemeinsam überlegen und streiten, was als nächstes zu tun ist, und sich diebisch freuen, wenn sie dem Schätzer eins auswischen können. Spielgruppen, bei denen solche Diskussionen nicht entstehen, können getrost die Finger von Hyano lassen. Alle anderen sollten es probieren.

Hyano

Kartenspiel

von Hajo Bücken und Dirk Hanneforth, Drei-Magier-Spiele, ca. EUR 9,-
2-5 Pers., ab 8 J., ca. 20-30 Min.

Hyano
Die Anfangssituation

Hyano
Die blaue 2 könnte man jetzt legen.

Hyano
Schöne, indianische ...

Hyano
... Symbole.
 
 
Impressum   Haftung   Links