Als erstes: Richtig schlecht finde auch ich Kahuna nicht, nur kann ich mich auch nicht richtig damit anfreunden. Was mich als erstes erfreut hat, ist das Spielmaterial, ein schönes Brett mit Inseln, Spielkarten, auf denen gekennzeichnet ist, wie man sie relativ zum Brett halten muß, um die darauf verzeichneten Inseln zu erkennen. Wenn man sie nur mit die Namen suchen müßte, wäre das Spiel ziemlich unübersichtlich. Die Spielsteine sind aus Holz und das Symbol darauf ist eingeprägt. Das Spiel sieht also sehr schön aus. Voller Vorfreude stürzten wir uns also in dieses Spiel.
Zwei Voodoo-Priester kämpfen um die Vorherrschaft in der Inselregion. Da sie keine Schiffe besitzen (oder kennen), müssen sie, um die Inseln zu verbinden, Brücken bauen. Wer die Mehrzahl der Brücken einer Insel besitzt, wird zum Besitzer dieser Insel und sämtliche Brücken des Gegners werden abgerissen. Mehrzahl bezieht sich hierbei nicht auf die Zahl der vorhandenen Brücken, sondern auf die Gesamtzahl der möglichen Brücken einer Insel (dargestellt durch gestrichelte Linien). Dreimal wird gewertet. Dann bekommt derjenige Punkte, der mehr Inseln beherrscht. Bei Gleichstand gibts keine Punkte. Am Schluß gewinnt, wer mehr Punkte hat.
Spielanleitung
Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler drei Karten, drei weitere Karten werden offen neben den Spielplan gelegt. Der Rest wird als verdeckter Stapel ebenfalls neben den Plan gelegt. Jeder erhält die Spielsteine in seiner Farbe. Und jetzt gehts los: Wer dran ist, spielt eine oder mehrere Karten aus und legt sie auf den Ablagestapel. An die auf den Karten beschriebenen Inseln legt er eine Brücke (=Stäbchen) auf eine der vorgezeichneten Linien. Wenn er will, kann er auch auf das Ausspielen verzichten. In jedem Fall darf er als Abschluß des Zuges eine Karte ziehen, entweder eine der offenen oder eine vom Stapel. Aber er darf nie mehr als 5 Karten auf der Hand haben. So versucht jeder Spieler, auf möglichst vielen Inseln die Mehrheit der Brücken zu erlangen. Wie schon erwähnt reicht es dabei nicht, die Mehrheit der vorhandenen Brücken zu haben, sondern die absolute Mehrheit (der möglichen Brücken). Wenn man die Vorherrschaft einer Insel hat, muß der Gegenspieler seine Brücken zu der Insel wieder zu seiner Reserve nehmen. Dadurch kann es passieren, daß er die Vorherrschaft auf einer benachbarten Insel aufgeben muß, da er dort nicht mehr die Mehrheit hat. Der frisch gebackene Herrscher setzt nun seinen Stein auf die Insel und freut sich. Aber unter Umständen halt nur bis zum nächsten Zug, denn es kann ihm natürlich ebenso wie seinem Gegenüber gerade eben ergehen. Eine weitere Möglichkeit, eine Herrschaft über eine Insel zu verlieren, besteht darin, daß der Gegenspieler zwei Karten einer Insel spielt. Dann darf er nähmlich eine beliebige Brücke (vom Gegner oder eigene) abreißen, die die Insel mit einer anderen Insel verbindet. Dazu darf man auch zwei verschiedene Karten benutzen, nämlich die der zwei Inseln, deren Verbindung unterbrochen wird. Das kann natürlich auch wieder Auswirkungen auf weitere Inseln haben, denn an Inseln, die unter keiner Herrschaft stehen darf man Brücken bauen, was wiederum benachbarte Inseln beeinflussen kann... Inseln mit Herrschaft dürfen allerdings nur vom Herrscher angetastet werden. Ziel des Spiels ist es also, dem Gegner die Brücken abzuschlagen, die Inselmehrheiten zu nehmen und eigene aufzubauen. Wenn der Kartenstapel leer ist (von ihm werden die offen liegenden Karten übrigens immer auf drei ergänzt), gibt es eine Wertung (s.o.), insgesamt dreimal, dann ist Schluß.
Für reine Taktiker mag dieses Spiel wirklich der Renner sein, ich empfand es aber eher als nerviges Hin und Her der Inselherrschaften. Zum Schluß hat sich zwar schon meist ein Gewinner herauskristallisiert, aber so rechte Spannung wollte bei mir nicht aufkommen. Zudem finde ich die Bewertungsmethode etwas dünn, nur einer bekommt Punkte an drei Zeitpunkten im Spiel, sehr aufregend finde ich das nicht. Meiner Freundin hats allerdings sehr gut gefallen, so daß ich wohl in Zukunft nicht um dieses Spiel herumkommen werde. Vielleicht finde ich ja auch noch irgendwann Gefallen daran (wenn ich auch mal gewinne ;-)). Ich teile es Euch dann mit.
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 Spiel für Strategen von Günther Cornett, Kosmos, ca. 30,- DM 2 Pers., ab 10 J., 35 Min.
 schöne Inseln...
 schöne Steine...
 übersichtliche Karten...
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