Was erwartet ihr, wenn ihr wisst, daß gleich ein neues Eisenbahnspiel auf den Tisch kommt? Einen riesigen Spielplan, winzige kleine Counter, Aktien, Geldscheine, Waren und Gleisplättchen? All das könnt ihr jetzt vergessen. Denn Günter Burkhardt hat das vermutlich kleinste Eisenbahnspiel der Welt geschaffen. Und in welchem Verlag ist so etwas nur möglich? Na klar, bei Adlung, denn dort kommen maximal 66 Karten in die Schachtel.
Spielanleitung
Ziel des Spiels ist es, als erster, die bis heute noch nicht vorhandene Eisenbahnverbindung vom Kap nach Kairo zu bauen. 100 Pfund stehen hierfür zur Verfügung. Die Buchhaltung über sein Vermögen übernimmt jeder Spieler selbst auf einem Blatt Papier. Jeder erhält noch eine Lokomotive in Kartenform und dann geht es los mit der Planung des ersten Teilabschnittes. Hierfür werden genauso viele Landschaftskarten aufgedeckt, wie Spieler teilnehmen. Diese Karten enthalten eine Fülle an Informationen. Erstens die Landschaftsart (Savanne, Dorf, Wüste, Berg, Fluss), zweitens das nach erfolgter Bebauung fällige Einkommen (1 bis 10 Pfund), und drittens die fürs Überbauen benötigten Gleise (0 bis 3). Diese Karten werden versteigert. Jeder notiert sein Gebot und zieht den Betrag sofort von seinem Guthaben ab. Der Meistbietende darf sich nun zuerst eine Karte nehmen und auf dem Tisch vor seiner Lok ablegen, danach ist der Spieler mit dem zweithöchsten Gebot an der Reihe usw. Jetzt geht es ans Überbauen. Abhängig von der Landschaftsart kostet das unterschiedlich viele Gleisteile. Am billigsten ist noch die Savanne mit 6 Teilen, danach wird es schrittweise teurer und für den Brückenschlag über einen Fluß benötigt man bereits 10 Schienen. Wie kommt man aber an Gleise heran? Das ist clever gelöst. Beginnend beim Meistbietenden der letzten Versteigerung wird reihum so lange je eine weitere Landschaftskarte vom Stapel aufgedeckt, bis ein Spieler beschließt zu bauen. Von Bedeutung sind auf diesen Karten nur noch die abgebildeten Gleise. Zusammen mit den Schienenteilen, die auf der Strecke vor der Lokomotive liegen, muß mindestens die zur Bebauung benötigte Zahl erreicht werden. Eventuell fehlende Teile können für je 10 Pfund dazu gekauft werden. Im Spiel zu zweit, kann man meist gut abschätzen, ob man noch eine Runde mit dem Bauen warten kann oder ob man Gefahr läuft die Gleisteile weggeschnappt zu bekommen. Aber schon beim Spiel zu dritt wird das zunehmend schwieriger. Also vielleicht doch lieber die fehlenden Schienen dazu kaufen, obwohl das Geld in der Endphase des Spieles oft von entscheidender Bedeutung ist. Hat ein Spieler gebaut, dreht er seine Landschaftskarte um und kassiert das entsprechende Einkommen. Außerdem erhält jeder der anderen Spieler, der mit seiner Lok direkt vor einem Fluß steht, ein Bonusgleis, das er in späteren Runden nutzen kann. Sollten nach der Bebauungsphase noch alle Spieler offene Landschaftskarten vor ihrer Lok liegen haben, wird weiter gebaut, ansonsten folgt eine neue Versteigerung. Das geht so lange weiter, bis ein Spieler seine achte Karte überbaut hat und somit als Sieger feststeht.
Wer "Vom Kap bis Kairo" zum ersten Mal spielt, wird gegen erfahrene Gegner kaum Chancen haben. Als Anfänger neigt man dazu, seine Landschaftskarten möglichst schnell zu überbauen. Cleverer ist es jedoch, eine längere Kartenstrecke mit möglichst vielen Gleisteilen auszulegen, denn dann kann man die Schienen auf Karten weiter vorne mehrmals beim Bauen nutzen. Eine nicht zu unterschätzende Taktik ist es auch, Bonusgleise zu sammeln und das Feld später von hinten aufzurollen. Diese Rechnungen müssen aber nicht aufgehen, denn wird der Vorsprung eines Spielers zu groß und er hat noch die nötigen Geldreseven, ist das Spiel durchaus von vorne zu gewinnen. Gerade dieses Abwägen (Wann baue ich? Lohnt es sich für die zu versteigernden Landschaftskarten viel Geld zu bieten? Hole ich mir noch ein Bonusgleis?) machen "Vom Kap bis Kairo" so spannend und lohnend.
Mäkeln muß ich leider doch noch. Die Regel ist nicht sonderlich verständlich. Ich hätte mir ein paar erläuternde Beispiele gewünscht, die den Einstieg ins Spiel erleichtern. Aber das soll und darf das Gesamturteil nicht schmälern. Vom Kap bis Kairo ist ein großes Spiel in kleiner Schachtel. Unbedingt kaufen!!!
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Kartenspiel von Günter Burkhardt, Adlung, ca. EUR 6,- 2-4 Pers., ab 10 J., ca. 30 Min.
Auszeichnungen: à la carte 2002: 1. Platz
 So sieht das in etwa aus (leicht verzerrt).
 Wie immer bei Adlung im Westentaschenformat.
 Der Fluß benötigt 10 Gleisstücke.

 Drei Gleise auf der Karte sind schon ziemlich gut.
 Die Punktezahl rechts oben bekommt der Überbauer gutgeschrieben.

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