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Kardinal & Königin



Spielspaß

5

Material

5

Spielregel

5

Taktik

4

Glück

4

Strategie

3
Wer den Spielplan von Kardinal & König betrachtet und einigermaßen Ahnung von Spielen hat, weiß sofort um was es geht: Mehrheiten bilden in den einzelnen Ländern. Schon wieder, stöhnt jetzt sicher die Hälfte der Leser, das hatten wir doch schon tausendmal. Stimmt zwar, aber ein genauerer Blick auf das Spiel ist trotzdem absolut lohnenswert.

Spielanleitung


Wir befinden uns im Europa des 12. Jahrhunderts. 9 Länder zeigt uns die Landkarte, überzogen mit einem groben Netz an Straßen. Entlang dieser Verbindungswege bauen die Spieler im Ringen um die Vorherrschaft in Europa Klöster. Dies geschieht mittels Karten, von denen jeder Spieler immer 3 auf der Hand hat. In der Regel zeigen diese 2 Länder, so bilden z.B. Lothringen und Italien immer ein Paar. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Frankreich, das Land, das Platz für die meisten Klöster bietet, ist alleine auf den Karten zu finden. Ist ein Spieler an der Reihe, spielt er eine Karte aus, entscheidet sich für eines der beiden Länder darauf und setzt ein Kloster entsprechend auf den Plan. In das gleiche Land darf man, richtige Karte vorausgesetzt, ein weiteres Kloster bauen. Um dem Glück nicht alleine die Entscheidung über Sieg und Niederlage zu überlassen, hat sich Autor Michael Schacht, einen feinen Kniff einfallen lassen. 2 Karten der gleichen Farbe dienen als Joker und dürfen für ein beliebiges Land genutzt werden. Nach dem Zug ergänzt man seine Handkarten wieder auf 3. Man bedient sich dabei entweder vom verdeckten Nachziehstapel oder von den 2 offenliegenden Karten.

Nachdem der Nachziehstapel das erste Mal leer wurde und bei Spielende (das ist, wenn dies zum zweiten Mal passierte) kommt es zu einer Wertung. Der Spieler mit den meisten Klöstern in einem Land erhält nun so viele Punkte, wie es insgesamt Klöster in diesem Land gibt. Der Spieler mit den zweitmeisten Klöstern erhält für jedes Kloster des Erstplatzierten einen Punkt, der mit den drittmeisten, für jedes Kloster des Zweitplatzierten einen Punkt usw. Diese Regel führt dazu, daß es absolut keinen Sinn macht, sich solide Vorsprünge aufzubauen. Was nützt es, wenn ich 4 Kloster in Frankreich habe und ein anderer Spieler ein einziges? Ich erhalte 5 Punkte, der andere aber stolze 4.
Gefragt sind also knappe Mehrheiten!

Klöster sind aber nicht die einzige Punktequelle. Die zweite Möglichkeit sind die Räte, die man ebenfalls über die Karten ins Spiel bringen kann. Im Gegensatz zu den Klöstern, von denen jeder 20 zur Verfügung hat, sind diese rar. 8 Stück besitzt jeder. Sie werden auf das Wappen des jeweiligen Landes gesetzt und unterliegen einer klaren Restriktion. Die Mehrheit an Klöstern in einem Land gibt die maximale Anzahl an Räten dort vor. Die Rätewertung findet nur bei Spielende statt. Und im Gegensatz zu den Klöstern, wo man mit einem klug gesetzten Stein ab und an richtig gut Punkte machen kann, müssen die Räte geplant eingesetzt werden. Jedes Land hat nämlich 3 oder 4 Verbündete, auf dem Plan durch Zahlen gekennzeichnet. Schafft es nun ein Spieler, in beiden Ländern die Ratsmehrheit zu erobern, bekommt er für die Gesamtzahl der Räte in beiden Ländern je einen Punkt.

Die letzte Möglichkeit zu Punkten zu kommen ist die Wertung der Klosterketten. Hier gibt es bei Spielende für jedes Kloster in einer ununterbrochenen Reihe von mindestens 4 Stück je einen weiteren Punkt.

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es bereits viele und auch sehr gute Spiele um Mehrheiten. Mit Kardinal & König ist ein weiteres lohnendes hinzugekommen. Im Gegensatz zu seinen meisten Verwandten, die doch eine Menge an Überlegung erfordern, läßt es sich ganz hervorragend aus dem Bauch heraus spielen. Dadurch erhält das Spiel eine Leichtigkeit, die einfach besticht. Als weiterer Pluspunkt kommt hinzu, daß es verschiedene, gleichberechtigte Wege zum Sieg gibt. Wir hatten Sieger, die hauptsächlich in die Breite gingen und mit vielen zweiten Plätzen die Obermacht erlangten, andere punkteten durch geschickt gesetzte Räte und wieder andere ignorierten diese völlig und gewannen trotzdem. Langeweile kommt also nicht so schnell auf und ich für meinen Teil, habe noch immer richtig Lust weitere Strategien auszuprobieren.

Kardinal & König

Mehrheitenspiel

von Michael Schacht, Goldsieber, ca. € 15,-
3-5 Pers., ab 12 J., ca. 45 Min.

Kardinal & König
Mal wieder Europa ...

Kardinal & König
Klöster (die "Häuschen") und Räte

Kardinal & König
Sieh an: Bayern war mal grün ;-))

 
 
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