Ja, die Ritter gehen wieder um. Und haben ziemlich Knatsch untereinander, weil jeder schließlich der Mächtigste sein will. Dazu erobert man Burgen, gewinnt Turniere und versucht, den alten König zu stürzen. Was die Ritter früher allerdings durch Kampfkraft und Intrigen erreicht haben, wird heutzutage geschickt und mehr oder minder friedlich mit dem Würfel erledigt. Und wo man früher Burgfräulein, Prinzessinnen oder reichlich Goldtaler gewonnen hat, bekommt man heute Karten als Belohnung.
Spielanleitung
16 Burgkarten mit sechs verschiedenen Wappen und neun Turnier karten gibt es zu gewinnen. Die drei verschiedenen Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen, stehen ebenfalls auf Karten, die offen ausgelegt werden:
1. Man besitzt vier verschiedene Burgen (also mit unterschiedlichen Wappen)
2. Man besitzt drei verschiedene Burgen und stürzt den König. Dazu versucht man einen bestimmten Würfelwert (viermal Fünf und einmal Eins) zu übertreffen. Schafft man es nicht, muß man allerdings eine Burg abgeben.
3. Man besitzt zwei verschiedene Burgen und drei Turnierkarten.
Außerdem gibt es Sonderkarten, die einem das erleichtern sollen.
Alle Karten (Burg- Turnier- und Sonderkarten) werden gemischt und in zwei Stapeln offen in die Mitte gelegt. Wer an der Reihe ist, wählt eine der beiden oberen Karten aus, um die er würfelt. Wenn es sich hierbei um keine Turnierkarte handelt, stehen oben auf der Karte drei gleiche rote Würfel (also ein Drilling) und ein gelber Würfel, z.B. dreimal Drei (rot) und eine Zwei (gelb). Diese Vorgabe muß man übertreffen, wobei in erster Linie der Drilling wichtig ist. Bei unserem Beispiel muß man entweder 3 Dreier und einen Wert höher als Zwei würfeln oder einen Drilling mit höheren Zahlen als Drei. Würfelt man einen beliebigen Vierling, Fünfling oder gar Sechsling, ist man in jedem Fall drüber. Einzige Ausnahme: Sechser zählen nicht. Würfelt man einen, wird der Würfel für diesen "Angriff" aus dem Spiel genommen. Daher ist es wirklich nicht übertrieben, dass man 6 Würfel zur Verfügung hat. Oft bleiben nur 4 oder weniger übrig. Ach ja, man darf wie bei Kniffel dreimal würfeln und hat zu Beginn seines Angriffs sechs Würfel zur Verfügung.
Bei Turnierkarten läuft das ein bisschen anders: Hier darf jeder, beginnend mit dem Startspieler, der Reihe nach würfeln. Wer das höchste Ergebnis hat, bekommt die Turnierkarte. Einen Vorteil hat der aktive Spieler allerdings, er darf viermal würfeln.
Statt Karten von den Stapeln, darf man auch die Burg- und Sonderkarten eines Mitspielers angreifen. Dazu muß man erst die auf der Karte stehende Vorgabe übertreffen und dann verteidigt noch der angegriffene Spieler, indem er auch würfelt und die Karte behält, wenn er ein höheres Ergebnis als der Angreifer hat.
Mit Sonderkarten kann man u.a. Burgen schützen, seine Würfelvorgaben mindern oder den König milde stimmen, d.h. bei einem versuchten Sturz des Königs verliert man keine Burg.
Fazit: Der Glücksfaktor bei Knatsch ist natürlich sehr hoch, schließlich wird um alles gewürfelt. Mit gutem Willen kann man in der Handhabung der Sonderkarten, und in den Entscheidungen, um welche Karten man würfelt, noch ein bisschen Taktik ausmachen. Wen allerdings Glück im Spiel (auch wenn man es nicht hat), nicht stört, der wird mit Knatsch seinen Spaß haben. Als Ausklang oder Einstieg für den Spieleabend kommt es bei uns immer wieder gut an, oder mal so zwischendurch. Zu zweit fehlt allerdings etwas der Pepp. Und das Rad wurde mit Knatsch auch nicht neu erfunden.
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 Würfeln um Karten von Michael Schacht, Abacus, 13,95 DM 2-6 Pers., ab 8 J., 20-40 Min.

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