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Kreuzweise



Spielspaß

4

Material

2

Spielregel

2

Knobeln

5

Spiel

2

Solitaire

5
Wer hat noch einen Rubikwürfel zu Hause, der Renner der 80er, mit dem die Schüler sich die Zeit im Bus vertrieben als es noch keinen Gameboy gab? Und wer hat selbständig das Ding wieder richtig hindrehen können? Ich hab es geschafft, aber nur, wenn ich das Ding auseinandergenommen und wieder zusammengesteckt habe.

So eine billige Lösung ist bei kreuzweise nicht möglich. Hier gilt es, ein Puzzle zusammenzusetzen, das größtenteils aus kreuzförmigen Kärtchen besteht, die an den zwölf Seiten vier verschiedene Farben haben. Nun müssen die Karten so aneinandergesetzt werden, dass die Farben die Kärtchen verbinden (blau an blau, rot an rot usw.). Nicht passende Farben dürfen nicht aneinandergelegt werden. Damit insgesamt eine schöne rechteckige Fläche entsteht, gibt es auch Randstücke, mit denen man vorzugsweise sein Puzzle beginnt.

Spielanleitung


Vier Level werden bei kreuzweise angeboten. Für jedes höhere Level kommen einfach weitere Kärtchen hinzu. Welche das sind, erkennt man an Symbolen auf der Rückseite. Während man im ersten Level mit 8 Kreuzen, 4 Kanten (Seitenteile) und 4 Ecken noch ziemlich einfach über die Runden kommt, wird es zunehmend schwieriger. Und wer Level 4 schon geschafft hat, darf mir das gerne mal zeigen. Immerhin gilt es dabei, 36 Kreuze, 10 Kanten und 4 Ecken so zu legen, dass alles passt. Ich habe mir - ehrlich gesagt - ja schon beim zweiten Level die Zähne schier ausgebissen. Aber das will nichts heißen, schließlich fand ich den Rubikwürfel auch sehr schwierig. Und wer auf solche Gehirnakrobatik steht oder eine Mordsgeduld hat, wird mit kreuzweise seine Freude haben.

Ja, und dann gibt es noch die zweite Variante, kreuzweise zu spielen: als Legespiel mit 2 bis 4 Spielern. Jeder Spieler erhält sechs Kreuze und ein Kreuz liegt in der Mitte auf einem Stapel. Spielziel ist es nun, möglichst schnell seine Kreuze loszuwerden. Dazu versucht man, wenn man an der Reihe ist, eines seiner Kreuze an das Startkreuz bzw. die schon liegenden Kreuze anzulegen, so dass mindestens 3 Farben aneinander passen. Gelingt dies, so ist der linke Nachbar an der Reihe, gelingt es jedoch nicht, muss man erst noch ein neues Kreuz vom Stapel ziehen. Für drei aneinander passende Farben werden dem Spieler 5 Punkte gutgeschrieben. Schafft er es, 6, 9 oder 12 Farben eines Kreuzes passend anzulegen, so werden 10,20 oder 50 Punkte vermerkt.
Wenn ein Spieler keine Karten mehr hat, oder wenn der Stapel abgetragen ist, wird abgerechnet: Jeder Spieler bekommt noch je nach übriggebliebenen eigenen Kärtchen Minuspunkte: bei einem 1, bei zwei 3, bei drei 6 und bei vier 10. Wer nun die meisten Punkte hat, gewinnt.

Um das Spiel noch zu verschärfen, wird in der Regel vorgeschlagen, für einen Zug ein Zeitlimit zu setzen. Zudem kann man in dieser Variante bei erfolgreichem Legen noch ein Kärtchen eines Gegners klauen und legen, wenn man dann damit ein weiteres eigenes anlegen kann. Falls es nicht gelingt, muß auch das gegnerische behalten werden.

Fazit: Die Solitaire-Denksport-Variante könnte wirklich den Rubik-Fans gut gefallen, wenn auch der Vergleich etwas hinkt. Konnte man den Rubik-Würfel seiner Zeit überall im Bus, auf den Pausenhöfen und wahrscheinlich auch auf dem stillen Örtchen sehen, wird kreuzweise diesen Status sicher nicht einnehmen. Es ist einfach nicht so kompakt, man braucht eine Legefläche, man muss die Schachtel mitnehmen und läuft Gefahr, Kärtchen zu verlieren. Wer aber gerne knifflige Aufgaben löst, für den ist kreuzweise sicher zu empfehlen. Nur der Preis wird durch das Material nicht gerechtfertigt. Natürlich ist es in kleiner Auflage erschienen und somit teurer, aber 30 Mark für 50 dünne Kärtchen in einer kleinen Spielschachtel mit Plastikeinlage ist in meinen Augen einfach zuviel.

Und auch die Spielvariante rechtfertigt diese Geldausgabe nicht unbedingt. Ich habe ein bißchen den Eindruck, dass kreuzweise als Denkspiel entwickelt wurde, und ihm dann noch eine Legespielvariante für mehr Spieler aufgepresst wurde. Meistens konnte in unseren Spielrunden jeder legen, nur selten gab es einen Aussetzer, so dass viele Spiel unentschieden ausgingen, bzw. derjenige gewann, der angefangen hatte. Diese extreme Ausgeglichenheit wurde auch dadurch begünstigt, dass nur selten jemand mehr als 3 Seiten anlegen konnte, und schon gar nicht 9 oder 12.
Die Spielregel ist leider nicht sehr ausführlich, z.B. der Stapel in der Mitte, auf dem das erste Kreuz liegt, wirft Fragen auf: " Wird dieses Kreuz oben auf dem Stapel gezogen, wenn einer ziehen kann, und wie sieht es dann mit dem darunter aus. Das passt ja gar nicht da rein, bleibt es trotzdem so liegen? Wahrscheinlich ja!" Nach Ausprobieren und Überlegen kann man es sich schon zusammenreimen, indem man einfach strikt nach der Regel spielt, und Sinn und Unsinn so erkennt. Aber schöner wäre es, die Regel würde nicht nur genaue Anweisungen geben, sondern auch Verständnis. Und da haperte es bei mir auch nach dem Spielen.

(cs, 26.10.2001)

Eine Anmerkung von Uwe Himmelreich (good ideas):

Bei der Spielvariante gegeneinander wäre es schön, wenn ihr den Joker ausprobieren und erwähnen würdet (auf den bin ich ziemlich stolz, weil man ihn sich "erarbeiten" muss und immer auf ihn aufpassen muss). Überhaupt wird das Spiel erst nach einigen Runden interessanter, wenn man eben nicht den schnellen Erfolg sucht und sich mit 5 Punkten zufrieden gibt. Hier ist Überblick gefragt. Das das Spiel schwer ist, ist mir klar. Wir Menschen sind es nicht gewohnt, nur in Farbkombinationen zu denken.

Nun zum Wert des Spiels bzw. dessen Preis. Haben wir dir auf der Messe erklärt, warum die Karten genau aus diesem Material sind?

1. Die Karten sollten nicht größer sein, um auch auf kleineren Tischen spielen zu können und für die Reise geeignet zu bleiben.

2. Daraus ergibt sich, dass die Kanten bei "Memory-Material" leicht abbrechen könnten, was man unter allen Umständen vermeiden muss, weil sonst das ganze Spiel kaputt ist.

3. Die Karten aus Holz oder Kunststoff zu fertigen ist beides viel teurer ist als aus dem Spielkartenmaterial, das wir nun genommen haben. Fällt euch ein anderes Material ein? Wir sind für Hinweise sehr dankbar.

4. Wir sind durchaus gewillt, auch andere Wege zu gehen, als die eingefleischten Verlage zur Zeit gehen. Ich kann mich dran erinnern, mit meiner Tochter (sie ist heute 19) Memory mit Rommeekarten gespielt zu haben, hat genauso viel Spaß gemacht (und sie hat damals natürlich gewonnen, Kinder haben das meistens besser drauf). Warum sind also Memoryspiele nicht aus Spielkartenmaterial?

5. Wir sind auf den psychologischen Aspekt hingewiesen worden, dass Käufer/-innen für einen Preis eine gewisse Packungsgröße und -schwere erwarten. Sollten wir wirklich eine Mogelpackung herstellen lassen? Das ist nicht unser Ding. Wir sind aber an der Entwicklung einer "Kindergartenversion" in Holz dran, die dann natürlich teurer sein wird, aber für kleine Kinder eine längere Lebenserwartung verspricht.

6. Ihr schreibt, dass die Karten in der Plastikeinlage schön aufgeräumt liegen (übrigens habe ich gehört, dass das der Spielspaß für 3-jährige ist, die Kreuze, Kanten und Ecken einzulegen). Nun, darauf sind wir auch Stolz, das hat nicht jedes Spiel.

7. und vorletztens: Die Kreuze müssen gestanzt werden, können also nicht wie bei anderen Spielen geschnitten werden. 6 und 7 haben natürliche ihren Preis.

8. Und nun zum Schluss: Vor der Messe in Essen konnten wir schwer abschätzen, wie das Spiel ankommen würde. Nun, wir sind sehr zufrieden und glauben, dass es im nächsten Jahr richtig losgehen kann. Der potentielle Absatz bestimmt natürlich auch den Preis, so dass wir die unverbindliche Preisempfehlung auf 25,30 DM bzw. 12,95 Euro gesenkt haben. Damit sind wir zuversichtlich, den Wert des Spieles (immerhin 4 Puzzlevarianten und ein Spiel gegeneinander mit den selben Karten, wo gibt es das?) getroffen zu haben und auch vom Markt angenommen zu werden.

Bevor ich es vergesse: Die Spielanleitung. Wir haben nun schon die 2. erstellt und es wird sicher nicht die letzte sein. Das Spiel ist in seiner Art neu und komplex. Es ist schwierig, jeden Geschmack zu treffen. Einige wollen sich durchaus selbst mit dem Spiel auseinander setzen und nicht jeden Schritt erklärt bekommen. Wir wollten auch mit unseren Spielern spielen. So muss man sich z.B. selbst zusammenreimen, welche Form die einzelnen Puzzle-Level haben, das soll eben ein Reiz des Spiels ausmachen.
kreuzweise
Gedulds-, Denk- und

Legespiel

von Uwe Himmelreich, Good Ideas, UVP DM 29,80
Ab 5 Jahre, 1-4 Spieler, 15-60 Minuten

kreuzweise
Die Farben der ...

kreuzweise
... Puzzlekärtchen müssen aneinanderpassen.

kreuzweise
Alles aufgeräumt in der teuren Box.
 
 
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