Herr der Ringe und Harry Potter, magische Welten, sind zur Zeit angesagt wie nie zuvor. Und dementsprechend magisch geht es auch in Kupferkessel Co. zu. "Kupferkessel Compagnie" heißt nämlich das Geschäft für qualitätsbewußte Hexen und Zauberer, so heißt es in der Spielanleitung. Magische Zutaten für Zaubereien aller Art gibt es dort zu kaufen. Nur leider steht nicht immer alles zur Verfügung und wenn man von einer Zutat zuwenig hat, wäre es oft besser, man besäße sie gar nicht.
Spielanleitung
14 verschiedene Zutaten mit jeweils vier Karten der Werte 1 bis 4 werden gemischt. Jeweils zwei Zutaten haben dieselbe Farbe, u.a. auch die Farben der Spieler, schwarz und weiß. Einzeln nacheinander werden Karten aufgedeckt und zu einem 6 mal 6 Karten großen Feld offen ausgelegt. Die vier Eckfelder werden aber durch Eckkarten belegt. Neben zwei gegenüberliegende Eckfelder stellen die beiden Spieler ihre schwarze bzw, weiße Spielfigur. Außerdem zieht jeder Spieler eine Zutatenkarte vom verdeckten Zugstapel, die allerdings weder weiß noch schwarz sein darf. Diese legt er offen vor sich aus. Jeder Spieler legt alle im Laufe des Spiels gesammelten Karten auf diese Karte so, daß nur die jeweils oberste Karte seines Zutatenstapels sichtbar ist.
Abwechselnd ziehen die Spieler ihre Figur um das Spielfeld herum. Die Anzahl der zu ziehenden Felder wird durch die oberste Zutatenkarte des jeweiligen Stapels festgelegt. Liegt zum Beispiel eine Pilzkarte mit dem Wert 3 zuoberst, muß der Spieler seine Spielfigur drei Felder am Spielfeld entlang ziehen. Steht der gegnerische Spieler auf einem dieser Felder, so überspringt er diesen und zieht ein Feld weiter. Ist das Feld, auf dem die Figur landet, kein Eckfeld, so muß der Spieler eine Karte aus der Reihe, neben der seine Figur steht, eine Zutatenkarte nehmen und auf seinen Stapel legen. Die entstandene Lücke wird durch eine Karte vom Zugstapel aufgefüllt, bis der abgeräumt ist. Danach werden keine Lücken mehr gefüllt. Landet der Spieler auf einem Eckfeld, so kann er keine Karte ziehen.
So versuchen beide Spieler, möglichst viele Karten zu sammeln. Allerdings muß man aufpassen, welche Karten man sammelt. Bei der Schlußabrechnung zählen nämlich Zutaten, die man nur einmal hat, als negative Werte. Zweimal vertretene Zutaten zählen gar nicht, drei- oder viermal vorhandene Zutaten werden zusammengezählt und zählen als positive Werte. Ist die Zutat viermal vorhanden (also der komplette Satz mit den Werten 1 bis 4), so bekommt der Spieler 5 Zusatzpunkte. Die Werte von Zutaten der eigenen Farbe, zählen doppelt, auch wenn sie negativ zählen. Außerdem bekommt auch derjenige, der am meisten 1er-Zutatenkarten gesammelt hat, 5 Bonuspunkte.
Das Spielende tritt dann ein, wenn eine Reihe komplett abgeräumt ist. Nun wird, wie schon beschrieben, abgerechnet, und derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.
Kupferkessel Co. ist ein schönes, schnell begriffenes Spiel und birgt trotzdem taktische Möglichkeiten in der Wahl der Karten. Dabei spielen nicht nur die Werte oder die Zutatenarten der Karten eine Rolle, sondern auch die Reihe, neben der man mit der gezogenen Karte landet. Noch interessanter wird das Spiel, wenn man die Variante mit den Rezeptkarten spielt. Dann erhält jeder Spieler zu Beginn der Runde zwei Rezeptkarten. Auf diesen sind Aufgaben, wie beispielsweise möglichst wenige 4er Karten oder von den beiden blauen Zutaten jeweils drei Karten zu sammeln, dargestellt. Erfüllt man eine Aufgabe, gibt es zusätzliche 5, 10 oder 15 Punkte, je nach Schwierigkeitsgrad.
Wir spielen Kupferkessel Co. eigentlich nur noch mit der Variante, aber auch die ersten Runden ohne Rezepte haben großen Spaß gemacht. Die relativ geringe Spieldauer lädt auch zu mehreren Runden oder gar einem Turnier ein. Daher bin ich mal gespannt, wann es die erste Internet-Online-Fassung zu Kupferkessel Co. geben wird.
Der Autor Günter Burkhardt stellt auf seiner Website auch ein Dreier-Regel vor. Wenn wir diese ausgiebig getestet haben, werde ich meine Meinung dazu anhängen.
Die Gestaltung von Kupferkessel Co. ist sehr gelungen, die abgerundeten Eckkarten, die man selbst ausschneidet, und die schönen Zutaten geben dem Spielfeld Atmosphäre.
Nur das Regelheft sollte vor der zweiten Auflage noch einmal überarbeitet werden. Im Beispiel wird verkehrt herum gezogen, und das Mindestalter ist mit 6 statt 8 Jahren falsch angegeben. Der Verlag hat auch schon angekündigt, dies zu ändern. Und am Spielspaß ändert dies ganz sicher nichts.
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 Merk- und Sammelspiel von Günter Burkhardt, Goldsieber, ca. 20,- DM 2 Pers., ab 8 J., 20 - 30 Min.
Auszeichnungen: à la carte 2002: 7. Platz
 Man beachte die abgerundeten Ecken.
 Gruslige Zutaten ...
 ...warten nur darauf, mitgenommen zu werden.
 Zwischen den Wertungen sind auch noch ...
 ... die Sonderkarten auf den Übersichtskarten erklärt.
 Anfangs stehen sich die Magier gegenüber.
 Eine Bombe läßt die letzte Karte des Gegners verschwinden.
 Und ein Hut mit Zauberstab ermöglicht nochmaliges Ziehen.
 Die Rezeptkarten kommen erst in der Variante zum Einsatz.
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