Spiele, in denen man die Rolle von Entdeckern übernimmt, sind ja nichts neues. Bei Magellan aber ziehen wir die Fäden im Hintergrund. Als Könige versuchen wir, die kühnsten Entdecker für uns in See stechen zu lassen. Natürlich fahren Kolumbus, Magellan, Vasco da Gama, Marco Polo, Pizarro und James Cook für denjenigen, der ihnen am meisten Geld bietet.
Spielanleitung
Die zwei Spielplanteile werden nebeneinander ausgelegt und zeigen für jeden der sechs Entdecker jeweils drei Felder. In der ersten Spielphase interessiert nur das erste Feld, um dieses wird geboten.
Der Reihe nach werden Entdeckerkarten der Phase 1 vom gemischten Stapel aufgedeckt.
Jede Entdeckerkarte wird sofort nach ihrem Aufdecken an den meistbietenden versteigert. Zum Bieten hat jeder Spieler zu Beginn des Spiels neun Geldkarten mit den Werten 1 bis 9 erhalten. Bekommt ein Spieler den Zuschlag, bezahlt er (Rückgeld gibt es übrigens nicht) und stellt eines seiner 6 Schiffe auf das 1. Feld des Entdeckers. Nun wird der nächste Entdecker aufgedeckt und versteigert. Von jedem Entdecker gibt es in Phase 1 drei Karten, folglich stehen nach Phase 1 maximal drei Schiffe auf jedem ersten Feld.
Ist man mit allen Entdeckerkarten der Phase 1 durch, so ist diese vorbei und jeder erhält 2 Geldkarten vom gemischten Geldkartenstapel. Wie viele Geldkarten ein Spieler zusätzlich erhält, ergibt sich aus seinen ersteigerten Entdeckerfeldern: Die Zahl im Geldbeutel auf den Feldern gibt an, wie viele Geldkarten er zusätzlich pro Schiff, das er auf dem betreffenden Feld stehen hat, ziehen darf. Bei James Cook beispielsweise gibt es gar keine Geldkarten, bei Marco Polo je nach Phase bis zu vier. Dafür liegt der Vorteil bei James Cook in den Siegpunkten, die mit einer Krone geschmückt ebenfalls auf jedem Feld angezeigt werden. Diese sind bei James Cook besonders hoch, werden aber erst am Spielende berechnet.
Außerdem haben die meisten Felder auch Funktionen, die teilweise direkt nach der Ersteigerung ausgeführt werden (bei James Cook muss der erfolgreiche Spieler sofort seine Geldkarten offen auslegen, bis zum Ende der laufenden Phase), teilweise erst, nachdem die Entdeckerkarten der Phase versteigert wurden (bei Marco Polo darf man eine bestimmte Anzahl Geldkarten austauschen).
Sind alle Aktionen durchgeführt und hat jeder seine Geldkarten, startet Phase 2: Nun dürfen nur die Spieler für eine Entdeckerkarte mitbieten, die mindestens ein Schiff auf dem ersten Feld des Entdeckers stehen haben. Gewinnt ein Spieler einen Entdeckerkarte, so muss er mit einem Schiff vom ersten Feld des Entdeckers auf das zweite ziehen. Neue Schiffe kommen also nicht ins Spiel. Von jedem Entdecker gibt es unter den Karten für Phase 2 nur noch zwei Karten, also stehen nach dieser Phase auf jedem zweitem Feld maximal 2 Schiffe Ansonsten läuft Phase 2 wie Phase 1, und es folgt Phase 3, in der wieder nur von den Entdeckern Karten ersteigert werden können, auf dessen zweiten Feld man noch ein Schiff hat. Nun kommt pro Entdecker nur noch ein Schiff weiter.
Nach Phase 3 kommt die große Schlussabrechnung:
Jetzt zählt jedes Feld, auf dem man ein Schiff stehen hat. Pro Schiff gibt es die Anzahl Punkte, die die Krone auf dem Feld angibt. Auch die Geldkarten, die man übrig hat, geben Punkte. Auf ihnen gibt nämlich ebenfalls eine Krone Siegpunkte (1 bis 3) an.
Außerdem bringen die Funktionen von Magellan, die man im Laufe des Spiels ausführte, und die dritte Funktion von Pizzaro Siegpunkte ein.
Fazit:
Ein nicht nur äußerlich schönes Spiel ist dem Hans im Glück-Verlag mit Magellan gelungen. Der in meinen Augen geniale Spielablauf ist schnell erfasst, lediglich die einzelnen Funktionen, Vor- und Nachteile der Entdecker sind teilweise etwas schwieriger zu durchschauen. Gerade im ersten Spiel merkt man oft erst im Laufe der ersten beiden Phasen, welche Vorteile was bringt. Doch dann ist es zu spät, man kommt schließlich nur dort weiter, wo man in der ersten Phase erfolgreich war.
Interessant an Magellan ist auch, dass die Entdecker zwar teils sehr unterschiedliche Funktionen, Geldkarten und Siegpunkte bringen, aber dennoch ziemlich ausgeglichen sind. Es gibt zwar nach einigen Spielen den einen oder anderen Favoriten, aber der ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich, also sehr vom persönlichen Geschmack abhängig. In der richtigen Kombination kann jeder Entdecker zum Sieg führen.
Durch die zufällige Reihenfolge, in der die Entdeckerkarten gezogen werden, kann es in Phase 2 und vor allem in Phase 3 für einzelne Spieler allerdings etwas langatmig werden. Gerade wenn die Entdeckerkarten, für die man mitbieten konnte , durch Zufall alle zu Beginn der Phase versteigert wurden, kann der Rest der Phase ein bisschen dauern. Bei unseren Spielrunden war aber bislang nur ich derjenige, dem das mal passiert ist, und ich spiele Magellan trotzdem jederzeit gerne wieder.
Ein Tipp, den Anfänger auf jeden Fall beherzigen sollten: Nicht versuchen, überall dabei zu sein. Die Chancen, bei einem Entdecker weit zu kommen, bei dem man in Phase 1 nur einmal ein Schiff unterbrachte, sind relativ gering. Besser ist es, sich auf zwei, drei Entdecker einzuschränken. Ideal ist es natürlich, wenn man in Phase 1 alle drei Plätze eines Entdeckers belegt. Dann kann man dort in Phase 2 und 3 billigst weiterkommen. Nur haben da wahrscheinlich die Mitspieler etwas dagegen.
Außerdem sollte man darauf achten, dass man einigermaßen mit seinem Geld auskommt und wie viel Geld man an Ende der Phasen erhält.
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Versteigerungsspiel von Tom Lehmann, Hans im Glück, ca. EUR 17,- 3-6 Pers., ab 12 J., ca. 45 Min.
Auszeichnungen: Spiel des Jahres: Auswahlliste (2002) Deutscher Spielepreis, Platz: 10 (2002)
 Die Expeditionen der sechs Entdecker liegen aus.
 Jeder Entdecker bietet unterschiedliche Vorteile.
 Weil Blau alle drei Plätze der ersten Phase belegt hat, hat er für die restlichen Phasen keine Konkurrenz und besetzt daher bei Kolumbus billig alle Plätze.
 Für die Versteigerungen zählen die Werte in den Geldsäcken, am Ende bringen die in der Krone Siegpunkte.
 Bei Vasco Da Gama muss man sich entscheiden, ob man Karten ziehen will oder viele Siegpunkte.
 Alle Entdecker beieinander.
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