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Müllmoney



Spielspaß

4

Material

5

Spielregel

4

Taktik

5

Glück

4

Spannung

3
Der Hans im Glück-Verlag hat es schon schwer: Nach zwei so erfolgreichen Spielen wie Carcassone und Medina ist die Erwartungshaltung natürlich ziemlich hoch. Und nach diesen zwei sehr atmosphärischen Spielen ein Spiel mit dem Titel Müll und Money zu veröffentlichen, kann man beinahe als mutig bezeichnen. Ein Wirtschaftsspiel mit "umweltschützerischen Aspekten"? Also, lassen wir es auf uns zu kommen:

Der wirtschaftliche Erfolg jedes einzelnen Spielers wird an vielen Dingen gemessen:

Spielanleitung


Auf dem Spielplan in der Mitte werden Mitarbeiterzahl (Werte 1 bis 5) und Wachstum (14-20) dargestellt. Jeder Spieler stellt anfangs seine Fabrikfigur auf Personal 5 und Wachstum 14.
Außerdem hat jeder Spieler vor sich ein Unternehmenstableau liegen, auf dem sein Gebäude, sein Rohstofflager und seine Müllhalde verzeichnet sind. Das Gebäude wiederum ist eingeteilt in drei Abteilungen: Rationalisierungs-, Rohstoff- und Müllreduzierungsabteilung. In jeder dieser Abteilungen gibt es fünf Felder mit den Werten 5 bis 1. Anfangs stehen die Marker auf 5, was bedeutet, daß für eine Auftragserfüllung 5 Mitarbeiter (Personalwert auf dem Spielplan) und 5 Rohstoffe benötigt werden und 5 mal Müll produziert wird. Die Rohstoffe muß der Spieler von seinem Rohstofflager zum allgemeinen Vorrat legen und den Müllmarker auf seine Mülleiste (Müllhalde) entsprechend vorziehen. Die Müllhalde ist in einen grünen unbedenklichen, einen gelben bedenklichen und einen roten giftigen Bereich eingeteilt. Steht der Müllmarker einmal im gelben oder gar im roten Bereich, kann das für den Spieler unangenehme Konsequenzen haben, doch dazu später mehr.

Zu Beginn jeder Spielrunde legt der Startspieler Angebote aus drei zufällig gezogenen Aktionskarten aus, und zwar genau eines mehr als Mitspieler teilnehmen. In einem Angebot dürfen nur unterschiedliche Karten liegen. Zieht der Spieler zwischendurch die Störfallkarte, wird das Spiel unterbrochen und ein Störfall setzt ein (dazu später mehr). Liegen alle Angebote aus, sucht sich jeder Spieler eins aus und der Startspieler beginnt mit einer Aktion. Dann folgen die anderen Spieler im Uhrzeigersinn. Ist die Reihe am Startspieler, so spielt der seine zweite Karte aus usw. Jeder Spieler muß alle Karten bis auf eine in einer Runde spielen. Diese eine darf er sich zur nächsten Runde aufheben.

Aktionen können zum Beispiel sein:
Einen Auftrag erfüllen: Wie schon erwähnt, muß dabei die Mitarbeiterzahl, die vorhandenen Rohstoffe und die Müllproduktion beachtet werden. Für einen Auftrag erhält der Spieler die Zahl seines Wachstums auf dem Spielplan in Millionen.
Rohstoffe versteigern: Der Spieler versteigert soviele Rohstoffe wie seine Rohstoffabteilung anzeigt.
Müll verringern: Auf der Müllhalde seinen Marker zurückziehen.
Wachstum steigern: Fabrik um ein Feld im Wachstum weiterziehen.
Einstellung/Entlassung: Die Personalanzeige nach unten oder oben setzen.
Innovation: Einen Anzeiger auf einer der drei Abteilungen Rationalisierung, Rohstoffe oder Müllreduzierung um eins nach vorne setzen, z.B. vom Wert 5 auf 4. Diese Aktion kostet 5 Millionen.

Haben alle Spieler Ihre Aktionen ausgeführt, müssen als Abschluß Betriebskosten gezahlt werden: 1 Million pro Mitarbeiter. Hat ein Spieler beispielsweise seine Fabrik auf dem Spielplan auf einem Feld mit dem Personalwert 3, so muß er 3 Millionen zahlen.

Nun wechselt der Startspieler und die nächste Runde beginnt.

Um mit den ganzen Kosten - Rohstoffe, Betriebskosten, Innovation und mehr - fertig zu werden, dürfen die Spieler auch unbegrenzt Kredite aufnehmen, die unter Umständen während des Spiels, aber meist erst bei der Schlußabrechnung abgegolten werden.

Kommen wir nun zum schon angekündigten Störfall: Tritt ein Störfall beim Auslegen der Aktionskarten auf, so wird das Spiel unterbrochen. Wer seinen Marker auf seiner Müllhalde im gelben Bereich hat, muß 5 Millionen zahlen und verliert einmal Wachstum, muß also seine Fabrik um ein Feld zurück (nach links) stellen. Steht der Müllmarker gar im roten Bereich, verliert man 10 Millionen und zwei Wachstumsfelder.
Wer allerdings von der vorigen Runde noch eine Karte "Bestechung" übrig hat, muß nur eine Million zahlen und verliert keine Wachstumswerte - fast wie im richtigen Leben.

Das Spiel endet, wenn das Wachstum eines Spielers auf 20 gestiegen ist. Nun wird die Runde noch fertig gespielt, und es folgt ein abschließender Störfall. In der Abrechnung zählen die Wachstumswerte, das Geld zu 50% und der Stand der Innovationen (je mehr man "abgebaut" hat, desto mehr Punkte gibt es). Abgezogen werden die Kredite im vollen Umfang.

Bei Müll und Money bin ich ziemlich zwiegespalten: Auf der einen Seite funktioniert alles hervorragend, die Mechanismen greifen ineinander, auf der anderen Seite vermisse ich die richtige Atmosphäre, die mir auch die gelungene Gestaltung nicht so recht geben kann. Zu trocken agieren die Mitspieler; Möglichkeiten, den anderen in die Pfanne zu hauen, sind zu wenig gegeben. Zu dem kommt noch hinzu, daß eigentlich nie einer genau sagen konnte, warum jemand gewonnen hatte. Es gibt soviele verschiedene Möglichkeiten, vorzugehen und alle können Erfolg bringen.

Ich persönlich bin also von Müll und Money nicht so begeistert, habe aber hin und wieder nichts gegen eine Partie einzuwenden. Ist auch besser so, weil meine Freundin (mal wieder) eine andere Meinung zu einem Spiel hat: Ihr macht Müll und Money großen Spaß. Daher denke ich, daß Müll und Money sicher seine Anhänger finden wird.

Müll & Money

Wirtschaftsspiel

von Dr. Jürgen Strohm, Hans im Glück, ca. 25,- EURO
2-4 Pers., ab 12 J., ca. 60 Min.

Müll & Money
Der Spielplan: waagrecht das Wachstum und senkrecht die Personalzahl

Müll & Money
Unternehmenstableau mit Gebäude (oben links), Rogstofflager (oben rechts) und Müllhalde (unten)

Müll & Money
ausliegende Angebote

Müll & Money
Störfall

Müll & Money
Das Gebäude mit Rationalisierungs-, Rohstoff- und Müllreduzierungsabteilung

Müll & Money
 
 
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