Nautilus entführt uns in die Welt der Tiefseeforscher, die eine Unterwasserforschungsstadt bauen und ständig auf der Suche nach Meeresschätzen sind. Bruchstücke des sagenumwobenen Atlantis sind natürlich besonders gefragt, aber auch Schatztruhen voll Geld und Gold birgt man gerne. Am Ende können sich sogar einfache Schnecken und Muscheln als wertvoll entpuppen.
Spielanleitung
Der Spielplan zeigt das Meer, welches in 4 verschiedene Tiefenzonen (Lagune, Hang, Tiefsee und Schlucht) unterteilt ist. Je weiter man zum Rand hin kommt, desto tiefer und dunkler wird es. Auf diesem Plan verteilt liegen 60 verdeckte Meeresfunde.
In der Mitte der Lagune befindet sich die Basisstation, die sowohl diagonal als auch waagrecht bzw. senkrecht an jeder Seite über Schleusen verfügt, an die weitere Stationen angedockt werden können.
Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein Startkapital von 50 Nemo. Mit diesem Geld bauen die Spieler im Laufe des Spiels Wohn- und Forschungsstationen und besetzen diese. Je nach Tiefenzone variieren dabei die Baukosten, die sich später aber bezahlt machen können. Nimmt nämlich ein Gegenspieler eine Station in Betrieb, um seine technischen Möglichkeiten auszubauen, so zahlt er eine einmalige Benutzungsgebühr an den Erbauer der Station. Am Ende gibt es Punkte für einen gewissen technischen Standard in den fünf verschiedenen Bereichen, und wer in einem Bereich mehr Stationen in Betrieb genommen hat als die anderen Spieler, bekommt Sonderpunkte.
Außerdem bringen in Betrieb genommene Forschungsstationen den Spielern Fähigkeiten wie ein erweitertes Echolot zum Orten der Meeresfunde oder erhöhte Geschwindigkeit, die größtenteils das zweite wichtige Element von Nautilus unterstützen, nämlich die Schatzsuche. Die Spieler können jeweils bis zu drei U-Boote auf die Reise über den Meeresgrund schicken. Diese können u.a. Schatztruhen, Gold, Muscheln und auch Bruchstücke des alten Atlantis bergen. Das Bergen kostet natürlich auch, daher überlegen sich die Spieler immer ganz genau, ob sie den Fund an Bord nehmen. Die einfachen Fundstücke bringen dem Spieler bei Spielende Punkte ein, die Atlantisfunde werden jedoch nach Mehrheiten gewertet, d.h. der Spieler mit den meisten Atlantis-Funden bekommt eine bestimmte Punktzahl und das staffelt sich dann bis zu dem Spieler mit den wenigsten, sofern der mindestens ein Bruchstück gefunden hat.
Ist Atlantis vollständig wieder zusammengebaut oder wurden zumindest die wichtigsten Teile geborgen, so wird gewertet: Die Punktzahl, die sich durch die in Betrieb genommenen Forschungsstationen ergibt, wird mit der Punktzahl aus den Meeresfunden inklusive den Atlantis-Punkten multipliziert.
Und da sind wir auch schon bei dem auffälligsten Kritikpunkt, der Wertung. Durch die Multiplikation der einzelnen Bereichen waren die Spieler immer sehr nahe beieinander, und das Endergebnis kam einem oft zufällig vor. Schon durch einen Nemo, den ein Spieler am Ende mehr übrig hat, kann dieser, sollte er bestimmte Schätze geborgen haben, den Wert eines dieser Schätze, also eines Multiplikators, um eins und damit wesentlich erhöhen. Da es an den Schätzen meist nicht mangelt, kann somit ein einzelner, übrig gebliebener Nemo spielentscheidend sein. So kann man während des Spiels meist auch keinen Führenden ausmachen, und das Endergebnis kommt - na ja, überraschend kann man nicht sagen, schließlich hat niemand mit etwas Bestimmtem gerechnet.
Zu dieser Multiplikationswertung passte auch unser erster Eindruck von Nautilus: Sehr konstruiert und nicht besonders flüssig war unsere einstimmige Meinung beim ersten Spiel. Dieser Eindruck wich aber schon in der zweiten Runde der Meinung, dass Nautilus zwar viele Regeln bietet, diese aber in sich ziemlich stimmig sind und das Spiel so, nach einer Eingewöhnungsphase und nach der ersten Erfahrung einer Wertung, unverkrampft abläuft. Beim Wiedereinstieg nach nicht all zu langer Abstinenz hilft auch eine gute Regelübersicht, die jeder Spieler vor sich liegen hat.
Durch die bestechend gute Grafik ist man auch sehr motiviert, die schwierige Einstiegsphase zu überwinden. Das Lesen der sehr zwölfseitigen Spielregel nimmt man (ja, fast gerne) auf sich, angesichts der großartigen Gestaltung. Hier hat sich Franz Vohwinkel austoben dürfen, was ihm offensichtlich große Freude bereitet hat.
Fazit:
Gäbe es einen Schönheitspreis für Spiele, Nautilus wäre ein ganz heißer Anwärter. Und eigentlich kann man sich gar nicht vorstellen, dass dieses Spiel nicht hält, was es äußerlich verspricht. Und doch ist da der bereits erwähnte und nicht unbedeutende Kritikpunkt, nämlich die Wertung, die den Spielausgang sehr zufällig erscheinen lässt. Ein solches Ende nach wenigstens anderthalb Stunden ist etwas enttäuschend.
Der Spielablauf aber ist in Ordnung, die Grafik phänomenal und das Thema toll.
Zu einem Blindkauf kann ich auf gar keinen Fall raten, wer aber auf eine Proberunde verzichtet, verpasst ein an sich sehr schönes Abenteuer.
Regelvariante:
Versehentlich spielten wir unsere zweite Runde (nachdem die erste zu zweit schon ziemlich lange her war) mit folgenden Abweichungen zur normalen Regel:
In Phase 1 durften beliebig viele Stationen gekauft werden (Gebaut werden mussten aber, wenn man baute, alle). Dadurch ging das Spiel flotter voran, man konnte mehr planen und taktieren.
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Gesellschaftsspiel von Brigitte und Wolfgang Ditt, Kosmos, ca. EUR 40,- 2-4 Pers., ab 12 J., ca. 100 Min.
Auszeichnungen: Deutscher Spielepreis, Platz: 6 (2002)
 Auf in die Ungewissheiten des Meeres.
 Ausgehend von der Basisstation entsteht eine Unterwasserstadt.
 Dieses U-Boot hat einen Fund geborgen.
 Hier wird geforscht und entwickelt.
 Sehr gut: Jeder Spieler hat eine lobenswerte Kurzregel vor sich liegen.
 Eine blind gezogene Karte gibt an, welche Schätze ein Spieler am Ende noch aufwerten kann.
 Die Antlantisfundstücke werden wie ein Puzzle zusammengesetzt.
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