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Villa Paletti



Spielspaß

5

Material

6

Spielregel

4

Geschicklichkeit

6

Glück

4

Taktik

4
Während heutzutage der Bau einfach stillsteht, wenn das Geld ausgeht, waren die Baumeister früherer Tage gewiefter: Man kann ja aus den unteren Stockwerken Material nehmen, um oben weiter zu bauen. Das ganze hatte nur einen Haken: Was wird denn unten noch gebraucht, um das Gebäude ein bisschen zu stützen?

Spielanleitung


Eigentlich handelt es sich bei Villa Paletti um eine Jenga-Variante: Ich ziehe unten ein Teil heraus, stell es oben drauf und hoffe, dass diese Aktionen wenn schon, dann erst beim nächsten Spieler zum Einsturz führen. Der Unterschied liegt aber nicht nur in der Form der Bauteile, sondern auch in den Regeln:

Das Baumaterial besteht aus 4 Säulensets (blau, gelb, rot, grün) und 5 Plateaus unterschiedlicher Größen. Ein Säulenset besteht aus drei dünnen, runden Säulen, einer dicken, runden Säule und einer achteckigen Säule.

Zu Beginn werden alle 20 Säulen auf den runden Spielplan gestellt, und ein Spieler setzt das erste, das größte Plateau auf diese Stützen. Dabei müssen nicht alle Säulen bedeckt sein. Nun würfelt der Startspieler mit dem Baumeistersiegel, einem etwas entarteten Würfel, seine Farbe aus. Reihum dürfen nun die anderen Spieler ihre Farbe wählen. Jeder ist somit für eine Säulenfarbe zuständig.

Der Startspieler versucht nun, von den Säulen eine herauszuziehen, ohne dass dabei etwas zu Fall kommt, und sie oben auf das Plateau zu stellen. Beim Ziehen darf er das Plateau anheben, andere Säulen berühren und einen Haken verwenden, der dem Spiel beiliegt.
War er erfolgreich, so ist der nächste an der Reihe.
Meint ein Spieler allerdings, er könne keine seiner Säulen mehr nach oben versetzen, ohne alles zum Einsturz zu bringen, so teilt er dies den anderen mit. Widerspricht ein Spieler, so muß er den Beweis antreten, und eine Säule desjenigen, der gekniffen hat, nach oben versetzen. Schafft er es, so wird diese Säule aus dem Spiel genommen. Schafft er es nicht, so wird eine seiner Säulen aus dem Spiel genommen (sofern er das Spiel nicht durch einen Einsturz beendet hat).
Widerspricht aber kein Spieler, so darf der Spieler, dessen Säule unversetzbar ist, das nächstgrößere Plateau nehmen und oben aufsetzen. Ab sofort werden die Säulen auf dieses Plateau gestellt.
Ab dem grünen, dem zweiten, Plateau wird das Baumeistersiegel eingesetzt. Das erhält immer derjenige, der auf dem höchsten Plateau die größte Punktzahl hat. Die kleinen, runden Säulen zählen hierbei 1, die achteckigen 2 und die dicken, runden 3 Punkte. Bei Gleichstand behält der das Siegel, der die Punktezahl zuerst erreicht hat.
Fällt nun die Villa Paletti, so ist derjenige mit dem Bausiegel Gewinner, vorausgesetzt er hat den Einsturz nicht verursacht.

Villa Paletti ist wieder ein typisches Zoch-Spiel: Ein Geschicklichkeitsspiel mit sehr schönem Material aus Holz, dessen größtes Manko der doch sehr hohe Preis ist. Aber das Spiel an sich ist toll für jede Altersgruppe. Oftmals geht es weniger um das Gewinnen als viel mehr darum, wer seine Säulen waghalsiger setzt bzw. waghalsiger herauszieht. Das Setzen erfordert taktische Überlegungen, wohin man seine Säulen stellt.
Nur die Widerspruchsregel macht eigentlich keinen Sinn: Die Säule, die der "Angeklagte" nicht mehr setzen will, darf er sowieso nicht mehr anfassen. Daher kann es für ihn egal sein, ob einer beweist, dass man sie doch noch setzen kann und damit die Säule aus dem Spiel kommt. Und der Widersprecher verliert, falls sein Beweis fehlschlägt, eine seiner Säulen, kann aber bei erfolgreicher Beweisführung nichts gewinnen.
Diese Regelschwäche schadet dem Spielvergnügen aber in keiner Weise.

Natürlich können auch viel jüngere Kinder als angegeben mitspielen, wenn man die Regeln entsprechend anpasst. Sogar mit unserer 2 ½-jährigen Tochter bauen wir ab und zu die Villa Paletti. Ohne Hilfe erreicht man dabei natürlich niemals die vierte oder fünfte Ebene, aber in den unteren Ebenen kann man sie auch schon einmal allein werkeln lassen, sofern man bereit ist, die Villa Paletti öfter mal aufzubauen. Und Regeln gibt es dann natürlich keine. Wer die Villa Paletti also nicht nur als Gesellschaftsspiel, sondern auch als "Motorikübung" für seine Kleinen nutzt, kann mit dem hohen Preis sicher gut leben.

Wer das ganze in einer größeren Fassung besitzen will, sollte sich das Palazzo Paletti anschaffen, das allerdings um die 100 Euro kostet.

Villa Paletti

Geschicklichkeitsspiel

von Bill Payne, Zoch-Verlag, ca. EUR 30,-
2-4 Pers., ab 8 J., ca. 20 Min.

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres (2002)

Villa Paletti
Der Anfang ist noch relativ einfach ...

Villa Paletti
... sind ja auch noch viele Säulen dabei.

Villa Paletti
Dieses Häkchen hilft ...

Villa Paletti
... bei waghalsigen Manövern.

Villa Paletti
Nur nicht aus dem Gleichgewicht kommen.

Villa Paletti
Da geht noch was, da geht noch was!

Villa Paletti
Das Baumeistersiegel
 
 
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