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Pompeji



Spielspaß

5

Material

3

Spielregel

4

Planung

4

Glück

4

Überblick

6
Mein Lieblingsbuch als Kind war ein Bildband über untergegangene Völker, Epochen und Städte. Ich habe jahrelang nicht mehr an dieses Buch gedacht, bis ich jetzt das Spiel Pompeji von Frank Brandt in Händen hielt. Da fiel mir wieder die Illustration ein, die mich am meisten faszinierte und gleichzeitig verängstigte. Sie zeigte den lavaspeienden Vesuv vor einem blutroten Himmel und im Bildvordergrund die Bewohner der Stadt, die in panischer Angst flohen. Dementsprechend eingestimmt, hatte ich natürlich die Erwartung, das Spiel handle vom Untergang Pompejis. Aber der Ausbruch des Vulkans hat nur die Funktion das Spielende zu bestimmen. Aufgabe der Spieler ist überraschenderweise der Aufbau der Stadt.

Spielanleitung


Zur Verfügung stehen hierfür 49 Gebäudekarten. Diese zeigen 7 Bauwerke in 7 Farben mit den Zahlenwerten 1 bis 7. Eine Karte liegt zu Beginn des Spieles bereits aus. Um sie herum wächst Pompeji. Ist ein Spieler an der Reihe, wählt er eine seiner 3 Handkarten aus und fügt sie an die bereits bestehende Auslage an. Dabei dürfen gleiche Bauwerke und Farben nie waagrecht oder senkrecht direkt nebeneinander liegen. Diagonal ist dies erlaubt. So entstehen im Laufe des Spieles sogenannte Straßen, die maximal die Ausdehnung von 7 x 7 Karten erreichen.

Der Reiz entsteht bei Legespielen meist durch die Punkteregelung. So ist es auch hier. Gewertet wird immer die zuletzt gelegte Karte. Nun wird in allen ununterbrochenen waagrechten, senkrechten und den beiden diagonalen Straßen nach Übereinstimmungen mit der aktuellen Karte gesucht. Gibt es gleiche Farben, wird dem Spieler die höchste Zahl dieser Karten gutgeschrieben. Bei gleichen Bauwerken werden alle Werte dieser Karten summiert. Und legt ein Spieler das 7. Gebäude einer Straße, erhält er 7 Zusatzpunkte. Im Idealfall punktet eine Karte also in 4 verschiedene Richtungen. Natürlich gelingt ein solch genialer Coup nur, wenn man die entsprechende Karte auf der Hand hat. Aber um dem Glück ein wenig nachzuhelfen, hat jeder Spieler eine Statue auf der Hand. Die hat die Funktion des Jokers und wird anstelle einer "normalen" Karte gespielt. Bei der Wertung legt der Spieler dann fest, welches Bauwerk und welche Farbe die Statue darstellen soll. Eigentlich überflüssig zu sagen, daß beim Einsatz des Jokers ordentlich gepunktet werden muß, will man um den Sieg mitspielen. Die zweite Sonderkarte des Spieles ist die Sonderbaugenehmigung. Sie hat die Funktion, daß jeder Spieler einmal außerhalb der normalen Reihenfolge einen kompletten Zug durchführen kann. Auch diese Karte, im richtigen Moment eingesetzt, kann für mächtigen Zuwachs auf dem Punktekonto sorgen.

In den unteren Teil des Kartendecks sind 2 Vulkankarten eingemischt. Taucht die erste dieser Karten auf, naht der Untergang Pompejis. Von jetzt an entscheidet jeder Spieler, ob er nach seinem Zug eine Karte nachzieht. Erscheint der zweite Vulkan, ist das Spiel sofort beendet. Die Werte der verbliebenen Handkarten werden von den bisher gesammelten Punkten abgezogen und der Sieger steht fest.

Pompeji ist eines von diesen "Entweder man sieht es, oder man sieht es nicht" Spielen. Es ist schon frustrierend, wenn einem ständig gesagt wird, daß die zuletzt gelegte Karte an anderer Stelle mehr Punkte gebracht hätte. Trotzdem sollte man Pompeji nicht nur mit dem Kopf, sondern auch ein wenig mit dem Bauch spielen. Lotet jeder Spieler seinen optimalen Zug aus, dauert Pompeji Stunden und man kann, bis man wieder an der Reihe ist, locker noch ein anderes Spiel nebenher laufen lassen. Für Freunde (eher trockener) Legespiele (und hierzu zähle ich auch mich), ist das Spiel empfehlenswert. Was mich jedoch, und bisher alle meine Mitspieler, gestört hat, ist die Gestaltung der Karten. Als Hintergrund wurden die Dächer von Pompeji gewählt. Diese wirken, gerade wenn die Auslage schon größer ist, immens unruhig und unübersichtlich. Dies ist vom Verlag, vermute ich mal, so gewollt, um den optimalen Zug zu erschweren. Ich für meinen Teil hätte jedoch eine Grafik, die der Übersichtlichkeit dient, vorgezogen.

Pompeji
Legespiel von Frank Brandt, Adlung, ca. EUR 6,-
2-4 Pers., ab 12 J., ca. 30-45 Min.

Pompeji
... bisschen unübersichtlich ...

Pompeji
3 Eigenschaften: grün, Torbogen, 4

Pompeji
die Sonderbaugenehmigung

Pompeji
weiß, Säule, 5
 
 
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