Spielekritiken   Spieleauszeichnungen   Spielecharts   Berichte
A-F

G-N

O-Z





 




Pussy Cat



Spielspaß

4

Material

4

Spielregel

3

Glück

6

Planung

2

Ärgern

5
Christophe Boelinger meint es nicht gut mit Katzen. Nicht nur, daß er ihnen eine ganze Meute wilder Hunde auf den Leib hetzt, nein, er muß ihnen als einzige Fluchtmöglichkeit auch noch den vermutlich morschesten Baum des gesamten Erdballs vor die Nase setzen. Und so stürzen die Katzen, kaum in Sicherheit, allzu oft wieder mitsamt rettendem Ast in die Tiefe.

Spielanleitung


Als Spielplan dient der Baum, der vor jedem Spiel puzzleartig zusammengesetzt wird. Leider passen nicht alle Teile hundertprozentig ineinander, so daß ein wenig Fummelei notwendig ist, bis der Baum steht. Je 5 Äste ragen links und rechts aus dem Stamm. Jeder Spieler bekommt eine Seite zugewiesen und legt dort mittels Karte für jeden Ast geheim fest, wie viele Katzen auf ihm maximal Platz finden. Der schwächste Zweig bricht bereits, wenn das zweite Tier auf ihm Zuflucht sucht, der stärkste Ast hält selbst dann, wenn die maximale Anzahl von 4 Katzen auf ihm sitzt. Jeder Spieler kennt also nur von der Hälfte der Äste die Tragfähigkeit und genau das bringt den Spaß ins Spiel.

12 Katzen besitzt jeder Spieler, der eine die braunen, der andere die schwarzen, dazu gibt es noch je einen Kartensatz der eigenen Farbe, der verdeckt abgelegt wird. Wer an der Reihe ist, deckt die oberste Karte seines Stapels auf. Meist zeigt sie ein oder zwei Kätzchen der eigenen Farbe und eine Zahl. Um genau so viele Schritte darf man eine (oder eben zwei) eigene Katze(n) insgesamt vorwärts bewegen. Zieht man die Katze auf einen eigenen Ast, weiß man ja von dessen Tragfähigkeit. Ungewisser und deshalb auch spannender ist es, wenn auf die gegnerische Seite gezogen wird. Prima, wenn der Ast dann hält, ärgerlich, wenn er bricht. In diesem Fall landen die Katzen unsanft wieder am Boden, der Ast in der Spielschachtel.
Einige wenige Karten zeigen gegnerische Tiere. Klar, was jetzt passiert. Die armen Viecher werden auf einen Ast gelockt, der sich schon bedenklich unter dem Gewicht anderer Ankömmlinge biegt. Gelingt einem gar der Coup, daß man einen fremden Ast mit ausschließlich gegnerischen Katzen zum Brechen bringt, kennt die Freude keine Grenzen. Weniger schön, wenn man dummerweise ausgerechnet den stabilsten Ast des Konkurrenten mit dessen Katzen füllt.

Auf je 2 Sonderkarten ist eine abstürzende gegnerische Karte zu sehen. Kurioserweise ist diese Karte in der Spielregel der ersten Auflage vergessen worden, was aber in diesem speziellen Fall nicht weiter schlimm ist, da sich die Karte tatsächlich von selbst erklärt.
Katzen sind im übrigen nicht die einzigen Tiere im Spiel. Riesige, dicke Vögel, die offensichtlich keine Angst haben, sich neben ihre ärgsten Feinde zu setzen, kommen immer dann auf den Baum, wenn eine entsprechende Karte aufgedeckt wird. Gerne eingesetzt werden die Piepmätze natürlich, um einen Ast zum Brechen zu bringen oder einer gegnerischen Katze einen anvisierten Platz wegzunehmen. Und dann gibt es natürlich noch große und kleine zähnefletschende Hunde. Werden diese aufgedeckt, hat dies ein einmaliges Aussetzen zur Folge. Gerade dann, wenn 2 konkurrierende Katzen sich um einen schon als sicher identifizierten Platz streiten, ist eine solche Karte höchst ärgerlich.
Die Kartenstapel werden zweimal durchgespielt. Beim zweiten Durchgang beendet der dritte aufgedeckte große Hund das Spiel. Wer nun mehr Katzen zur Flucht auf den Baum verholfen hat, darf sich als Sieger und großen Katzenfreund feiern lassen.

Fazit:
Pussy Cat ist genau das, was es verspricht: ein einfaches Spiel für Familien mit Kindern. Das Glück spielt eine sehr große Rolle, die Einflußmöglichkeiten sind eher gering. Ein paar weitere Karten mit gegnerischen Katzen hätten dem Spiel in diesem Punkt sicher nicht geschadet und es vielleicht auch für Vielspieler interessanter gemacht. So ist es ein Spiel, das gerade mit Kindern Spaß macht und diesen eine erste, einfache Art des Bluffens ermöglicht. Der Ärgerfaktor ist hoch, aber nicht so hoch, daß die Jüngeren in Tränen ausbrechen. Und falls doch, die Spieldauer ist so kurz, daß eine Revanche jederzeit möglich ist.

Pussy Cat
Gesellschaftsspiel von Christophe Boelinger, Goldsieber, ca. EUR 15,-
2 Pers., ab 8 J., ca. 20 Min.

Pussy Cat
Dieser Baum ist die einzige Zuflucht...

Pussy Cat
...für diese süssen Kätzchen, die vor...

Pussy Cat
...diesen Kötern fliehen müssen.

Pussy Cat
Und leider ist er ziemlich morsch.
 
 
Impressum   Haftung   Links