Die Sendung mit der Maus habe ich schon geguckt, da war ich selbst noch ein Kind. Und auch heute sitze ich noch immer Sonntag für Sonntag zusammen mit meinen Kindern um 11.30 Uhr vor der Glotze und freue mich auf die Maus, den Elefanten und die Ente. Ein Spiel, das sich mit dieser, der qualitativ besten Kindersendung des deutschen Fernsehens schmückt, des weiteren mit dem Slogan "Für die ganze Familie" wirbt, und zudem noch von Reiner Knizia entworfen wurde, weckt natürlich die größten Erwartungen.
Schauen wir mal, ob die erfüllt werden können.
Spielanleitung
Der gestalterisch doch recht einfache Spielplan zeigt einen Rundkurs von 18 Feldern. Jeder Spieler beginnt auf einem anderen Feld. Wer als erster seinen Startplatz wieder erreicht und dann noch eine Quizfrage richtig beantwortet, ist Sieger. Wer an der Reihe ist, schiebt seine Figur um ein Feld nach vorne und muß nun alleine gegen alle anderen Mitspieler eine Aufgabe bewältigen. Damit es nicht langweilig wird, gibt es 7 verschiedene Kategorien.
Wissen: Aus den Wissenskarten wird vom aktiven Spieler eine Frage vorgelesen, z.B. wie viele Zähne haben Moskitos (ich wußte bisher noch nicht mal, daß die überhaupt welche haben), oder wie groß war der größte Mann der Welt? Nun werden sicherlich die meisten schlucken und sagen, daß das doch kein normaler Mensch, geschweige denn Kinder wissen können. Richtig! Und genau deshalb sind Kinder gegenüber Erwachsenen nicht oder zumindest weniger im Nachteil, als das sonst bei Quizspielen der Fall ist. Außerdem wird keine exakte Antwort verlangt. Die Gegner des aktiven Spielers beraten sich und einigen sich auf eine gemeinsame Antwort. Der aktive Spieler muß nun lediglich entscheiden, ob er die Lösung für genau richtig hält, oder ob er mehr oder weniger für wahrscheinlich hält. Hatte er mit seiner Einschätzung Recht, darf er ein weiteres Feld vorrücken, ansonsten dürfen das alle seine Mitspieler.
Schätzen: 12 bunte und randvoll gefüllte Schätzbilder liegen dem Spiel bei. Auf einem sind z.B. Lokomotiven, Teddys und Würfel abgebildet, auf einem anderen wild durcheinander die Ziffern 0 bis 9. Per Würfel werden Bild und eine Frage zufällig ausgewählt, also z.B. Wie viele Teddys sind auf dem Bild? Wieder beraten sich die Gegner, der aktive Spieler entscheidet sich für Mehr, Weniger oder Genau.
Merken: Dies ist sicherlich die anspruchsvollste Kategorie. 3 Merkkarten werden für die bevorstehende Aufgabe aufgedeckt. Sie zeigen alle ein Haus in einem Garten. Auf den ersten Blick ähneln sich die Bilder sehr, aber wenn man genau hinschaut, sind Unterschiede festzustellen. Die Anzahl der Fenster, Türen und Kamine, die Äpfel auf dem Baum, die Farben der Blumen und noch vieles mehr variieren. Man versucht sich nun die Bilder so gut wie möglich einzuprägen, danach werden sie umgedreht und eine Frage ausgewürfelt (Wie viele blaue Blumen stehen auf der Wiese?). Nach inzwischen bekanntem Muster (mehr, weniger, genau) wird entschieden, wer ein Feld vorrücken darf.
Die anderen 4 Kategorien sind einfache kurze Würfelspiele. Bei Maus, Elefant und Ente geht es darum alle drei Tiersteine vor sich zu versammeln, bei Ping-Pong gilt es zu erraten, ob man einen höheren oder niedrigeren Wert als der Gegner erwürfelt, bei Chance darf man für jedes erwürfelte Tier ein Feld nach vorne rücken und beim Rennen hofft man als erster die Ziellinie zu erreichen. Diese Würfelspiele sind jedes für sich genommen eigentlich nicht der Rede wert, aber in Kombination mit den anspruchsvollen ersten drei Kategorien sorgen sie für Abwechslung und machen durchaus Spaß.
Fazit:
Das Quiz-Spiel mit der Maus kam in all unseren Spielgruppen gut bis sehr gut an. Dadurch, daß man beim Schätzen, Raten und Merken nicht die exakten Antworten wissen muß, hat man selbst dann eine Chance, wenn man keine Ahnung hat. Das kommt, wie bereits erwähnt, vor allem den jüngeren Spielern zugute. Die Auswahl an Fragen, Schätz- und Merkkarten ist groß genug, daß nicht nach einem Dutzend Partien die ersten Wiederholungen auftauchen. Die Würfelspiele sind nett. Gerade jüngere Kinder mochten sie gerne, Erwachsene empfanden sie eher als überflüssig und langweilig. Geschmacksache also. Alles in allem muß man dem Spiel attestieren, daß ihm tatsächlich das Kunststück gelungen ist, ein Quiz-Spiel für die ganze Familie zu sein.
PS: Für alle, die noch immer rätseln, was die Lösungen zu obigen Fragen sind: Ihr könnt hier klicken, wenn Ihr die Antworten erfahren wollt.
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Familienspiel von Reiner Knizia, Schmidt-Spiele, ca. EUR 17,- 2-6 Pers., ab 7 J., ca. 40 Min.
 Jeder hat seinen eigenen Start- und Zielpunkt.
 Unterschiedliche Felder bieten unterschiedliche Aufgaben.
 Und das Rennen kann starten.
 Auch Würfelglück ist gefragt.
 Wieviele Federbälle sind auf dieser Karte?
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