Gut gegen Böse, Weiß gegen Schwarz, Frodos Gefährten gegen Saurons Gefolgschaft. Wieder ist der Kampf um den einen Ring entbrannt und ein weiteres mal zeichnen Reiner Knizia für die Spielidee und John Howe für die Illustration verantwortlich.
Spielanleitung
Jeder der beiden Spieler führt 9 Figuren. Auf der hellen Seite sind das z.B. Frodo, Sam und Gandalf, die Bösen werden u.a. vertreten durch Saruman, Kankra und den Hexenkönig von Angmar. Neben einem Stärkewert besitzt jeder Charakter eine besondere Fähigkeit, die als Text auf den Figurenkärtchen ausgewiesen ist. Diese Kärtchen sind in sehr stabilen Plastikhaltern untergebracht (die Spielregel spricht von Mauern, wobei ich diese Wortwahl äußerst seltsam finde, da sich die Mauern während des Spieles durch ganz Mittelerde bewegen). Bild, Text und Wert sind nur für den Führer der Figuren sichtbar, der Gegner sieht lediglich die geschlossenen Rückseiten.
Der Spielplan zeigt 16 Gebiete Mittelerdes und wird in Form einer Raute zwischen die beiden Kontrahenten gelegt. Jeder stellt seine Figuren nach eigenen taktischen Überlegungen auf seiner Seite auf. Wie im späteren Spielverlauf auch, dürfen sich in jedem Gebiet maximal 2 eigene Figuren befinden. Ausnahmen bilden Auenland und Mordor, wo je 4 starten. Mitten zwischen den gegnerischen Gebieten verläuft ein zunächst unbesetzter Gebirgszug, der pro Feld nur eine Figur erlaubt.
Wer an der Reihe ist, bewegt eine seiner Figuren nach vorne in ein direkt benachbartes Gebiet. Trifft er dabei auf eine oder mehrere feindliche Figuren, kommt es zum Kampf. Die beiden Mauern werden offen hingelegt. Entscheidend sind zunächst nur die Texte beider Figuren, denn aufgrund der Sonderfähigkeiten kann die Schlacht bereits endgültig entschieden sein (Treffen z.B. Ork und Gimli aufeinander, ist der Ork sofort besiegt). Im anderen Fall werden die Anweisungen der Texte ausgeführt. Die sind bei jeder Figur völlig anders und man tut gut daran, wie es die Spielanleitung im übrigen auch empfiehlt, vor der ersten Partie alle Texte gemeinsam genau zu studieren. Nun spielen beide Kontrahenten gleichzeitig eine ihrer 9 Handkarten aus. Diese zeigen entweder einen Text, der ähnlich den Sondereigenschaften direkten Einfluß auf den Ausgang des Kampfes nimmt, oder einen Stärkewert, der zum Basiswert der aktiven Figur hinzuaddiert wird. In letzterem Fall gewinnt natürlich die Seite mit der höheren Summe.
Im Laufe der Schlacht lichten sich zunehmend die Reihen auf beiden Seiten und der Spielsieg rückt näher. Die helle Seite gewinnt, wenn Frodo Mordor erreicht. Die dunkle Seite darf sich den Sieg auf die Fahnen schreiben, wenn Frodo geschlagen wurde oder 3 seiner Spielfiguren im Auenland stehen.
Fazit:
Der Herr der Ringe - Die Entscheidung ist, wie man unschwer bemerkt, ein Ableger von Stratego. Hier wie dort formiert jeder der beiden Seiten nach eigenem Gutdünken seine Figuren, hier wie dort sieht der Gegner von den Figuren nur die neutralen Rückseiten. Hier enden jedoch die Parallelen. Bei Die Entscheidung muß man sich nach vorne bewegen. Einem Kampf kann also nur schwer ausgewichen werden, was dem Spiel, verglichen mit seinem "Vorbild", ein enormes Tempo gibt. Hinzu kommen die Sondereigenschaften der Figuren und die Handkarten, die ein wesentlich breiteres Spektrum an taktischen Möglichkeiten zulassen. Das erfrischendste Element ist jedoch die Asymmetrie des Spieles. Jede Seite hat andere Figuren und Handkarten mit ganz speziellen Eigenschaften und ein eigenes Ziel. Je länger man sich mit Die Entscheidung beschäftigt, umso mehr Spaß hat man am Experimentieren mit Aufstellungen und am Taktieren und Bluffen.
Christian und ich haben den Kampf um den Ring nun schon einige Male ausgefochten und dabei noch nie die Seiten gewechselt. Denn gerade die Vertrautheit mit den eigenen Figuren ermöglicht immer neue Kniffe und Tricks, mit denen man den Gegner überraschen kann. Der Einstieg zu Die Entscheidung ist nicht leicht. Wer sich jedoch die Mühe macht, sich eingehend mit den vielfältigen taktischen Möglichkeiten zu beschäftigen, wird durch ein hervorragendes Spiel belohnt.
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 Zweierspiel von Reiner Knizia, Kosmos, ca. EUR 18,- 2 Pers., ab 12 J., ca. 45 Min.
 Die Aufstellung vor der Schlacht
 Wer steht am besten wo?
 Dieser alte Herr kann seitlich angreifen.
 Karten unterstützen die Kämpfer.
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