Ich kann Weihnachten in diesem Jahr kaum erwarten. Nicht etwa wegen der vielen Geschenke (oder vielleicht ein ganz klein wenig auch deshalb), sondern weil dann der zweite Teil der "Herr der Ringe" Verfilmung in die Kinos kommt. Der erste Teil war einfach grandios und die Monate bis Dezember erscheinen mir endlos. Verkürzt wird mir die Zeit bis dahin durch diverse "Herr der Ringe" Spiele. Besonders gespannt war ich auf die Erweiterung "Die Feinde" zum kooperativen Spiel von Reiner Knizia aus dem Kosmos Verlag.
Spielanleitung
Der Weg zum Schicksalsberg beginnt von nun an nicht mehr in Moria sondern in Bree. Dieser Abenteuerplan ist für mich der schönste des ganzen Spiels. In herrlichen goldbraunen Tönen zeigt er eine frühherbstliche Landschaft. Schon allein dieses Bildes wegen lohnt sich die Anschaffung der Erweiterung. Auf der Rückseite ist die Überflutung Isengarts durch die Ents zu sehen. Dieser Plan wird zwischen Lothlorien und Helms Klamm gespielt.
Ich gehe einfach mal davon aus, daß alle das Grundspiel kennen und beschränke mich auf die Veränderungen, die das Spiel durch "Die Feinde" erfährt (Wer es noch nicht kennt, kann hier die Rezension zum Grundspiel lesen. cs). Zunächst einmal gibt es weiteres Material: 3 zusätzliche Gandalfkarten, 13 Sonderkarten für die neuen Schauplätze und einmalig einsetzbare Charakter-Stärkekarten für jeden Hobbit. Aber die wichtigste und entscheidende Neuerung sind 30 Feinde, die einem das Leben so richtig schwer machen. Sie kommen auf zweierlei Arten ins Spiel. Immer wenn zu Beginn eines Zuges ein Ereigniskärtchen mit Aktionssymbol aufgedeckt wird (zur Erinnerung: Freundschaft, Reise, Versteck und Kampf), wird eine Feindeskarte aufgedeckt und unter dem Hauptplan in einer Reihe ausgelegt. (Das ist nun besonders fies, denn nach wirklich vielen Partien Herr der Ringe habe ich mir angewöhnt in diesem Fall ein erleichtertes Seufzen von mir zu geben. Vorbei, vorbei, die schönen Zeiten). Außerdem kommen die Feinde immer dann zu ihrem Auftritt, wenn das Symbol, das bisher für das Abgeben von Handkarten stand, in Erscheinung tritt (also entweder auf den Ereignistafeln oder durch Würfeln). Liegen zum Ende eines Zuges 8 oder mehr Feinde offen aus, fällt der Ring in die Hände der Gegner und das Spiel ist verloren. Schafft man es jedoch, daß am Ende eines Planes alle Feinde besiegt sind, darf man das nächste Abenteuer auslassen. Und ringen die Hobbits gar alle 30 Gegner nieder ist Sauron vorzeitig besiegt.
Ausschalten darf der aktive Spieler immer nur den Feind, der ganz links in der Reihe ausliegt. Auf jeder Karte ist unten ein kurzer Text, was dafür zu tun ist (Die Ostlinge zum Beispiel werden aus dem Weg geräumt, indem man 2 Lebensplättchen abgibt, die Orks des Roten Auges verschwinden, nachdem Sauron einen Schritt vorgeht, andere Forderungen sind das Abgeben aller Schilde oder das Vorwärtsgehen in die Dunkelheit). Nun wäre das Spiel nie zu gewinnen, wenn dies die einzige Möglichkeit zur Beseitigung der Feinde wäre. Deshalb kann man am Ende seines Zuges, anstatt der im Grundspiel möglichen Handlungen (2 Karten ausspielen oder ziehen, einen Schritt ins Licht gehen), einen Feind besiegen ohne die Forderung zu erfüllen.
Am eigentlichen Spielrhythmus verändert sich durch "Die Feinde" nicht viel, aber es kommt eine neue, sehr spannende Spielebene hinzu. Schon das Grundspiel war schwer zu gewinnen, aber mit ein bißchen Übung war eine gewisse Planung möglich. Mit den Feinden wird das anders. Man fühlt sich ständig gehetzt und hat das Gefühl an viel zu vielen Fronten zu kämpfen: die Hauptaktionsleiste sollte beendet werden, Sauron rückt immer näher, man braucht noch Lebensplättchen und dann sind da jetzt auch noch die vermaledeiten Feinde. Hinzu kommt, daß die Aktionsleisten der neuen Pläne ein paar wirklich fiese Schicksalsschläge bereithalten, die einem schon in Bree das Genick brechen können. Es überkommt einen oft Hoffnungslosigkeit und somit ergeht es einem nicht anders als Frodo im Laufe der Geschichte. Trotz allem kämpft man mit viel Herzblut bis zum bösen Ende. Bis heute ist es uns noch nicht gelungen das Spiel in der Erweiterung zu gewinnen, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und all jenen, denen das Grundspiel bereits gefiel, kann ich nur raten: Kauft "Die Feinde" und nehmt den Kampf gegen das Böse auf!
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 Erweiterung zu Herr der Ringe von Reiner Knizia, Kosmos, ca. € 17,- 2-5 Pers., ab 12 J., ca. 60-90 Min.
 Tolle Illustrationen ...
 ... noch und noch.
 Feinde ...
 ... werden z.B. beim Betreten von Feld 28 ausgelegt.
 Dafür bekommen die Hobbits noch eine einmalige, weitere Fähigkeit.
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