Ein Schäfchen, zwei Schäfchen, drei Schäfchen, vier Schäfchen,....keine Sorge - ich zähle mich hier nicht in den Schlaf, ich überprüfe lediglich, ob ich Meine Schafe, deine Schafe gewonnen habe. Ziel dieses Spiels ist es nämlich, den Pferch mit der größten Anzahl Schafe zu bauen. 16 Stück habe ich diesmal geschafft, dies ist nicht schlecht. Mal sehen, wie die anderen abgeschnitten haben.
Spielanleitung
4 Sorten Schafe gibt es: blaue, gelbe, rote und schwarze. Ein geheim zugelostes Kärtchen legt vor jeder Partie fest, welche Farbe man diesmal sein eigen nennt. 4 der quadratischen, beidseitig bedruckten Plättchen hat man zu Spielbeginn auf der Hand. Darauf abgebildet findet man Wälder, Dörfer und natürlich Schafe in unterschiedlicher Anzahl. Sind diese verschiedenfarbig, werden sie durch einen Zaun fein säuberlich voneinander getrennt.
Wer an der Reihe ist legt ein Plättchen waagrecht oder senkrecht passend an die bereits bestehende Auslage an, also Dorf an Dorf, Wald an Wald, schwarze Schafe an schwarze Schafe usw. Zumindest zu Beginn sollte man dabei nicht allzu offensichtlich agieren, denn Meine Schafe, deine Schafe ist ein überraschend destruktives Spiel. Wer sich früh zu erkennen gibt, dessen Pferche werden, noch bevor sie befriedigende Ausmaße erreicht haben, von den Mitspielern beendet. Ein anderes, noch viel gemeineres Störmanöver ist das ausufernde Vergrößern der gegnerischen Weiden. Dies verhindert in den meisten Fällen eine Fertigstellung des Pferches und schließt sie somit von der Wertung aus.
Für jede Kante, mit der das ausgelegte Plättchen an ein bereits liegendes stößt, darf man ein neues Kärtchen aus dem im übrigen viel zu klein geratenen Leinenbeutel nachziehen. Im optimalen, aber sehr unwahrscheinlichen Fall, wären das 4 Stück auf einmal. Mit der Zeit kommen auf diese Weise eine ganze Menge Kärtchen zusammen, die man in der hohlen Hand vor den neugierigen Blicken der Mitspieler verbergen soll. Da die Karten auf jeder Seite mit einem unterschiedlichen Motiv bedruckt sind und man immer blättern muß, um all seine Möglichkeiten auszuloten, wird es mit der Zeit extrem umständlich und aufwendig den Überblick zu behalten. Ein kleiner Sichtschirm für jeden Spieler hätte hier Abhilfe geschaffen.
Auf einigen wenigen Kärtchen ist auf einer Seite ein Wolf oder ein Jäger in einem Walstück abgebildet. Diese Plättchen darf man, falls man das Glück hat welche zu ziehen, jederzeit, also auch wenn ein anderer Spieler an der Reihe ist, an die Auslage anlegen. Ein Wald mit Wolf bewirkt, daß alle angrenzenden Pferche nicht in die Wertung kommen. Einziges Mittel gegen diesen bösen Räuber ist ein Jäger, der die Wirkung des Wolfes wieder aufhebt.
2 weitere Sonderaktionen, die ebenfalls jederzeit durchgeführt werden dürfen, sind das Bekennen der eigenen Farbe und das Aussteigen aus dem Spiel. Ersteres hat den Vorteil, daß man ein weiteres Plättchen, das ausschließlich mit Schafen der eigenen Farbe bevölkert ist, ablegen kann; zweiteres bringt Punkte, und zwar umso mehr, je früher man aussteigt. Eine recht erfolgversprechende Taktik ist es daher, einen mittelmäßig großen Pferch fertigzustellen und die zusätzlichen 6 Punkte für den ersten Aussteiger zu kassieren. Die Gefahr hierbei ist, daß ein einzelner Spieler am Ende alleine weiterspielt und sich ungestört einen riesigen Pferch zusammenbastelt.
Fazit:
Neben dem bereits angesprochenen schwierigen Handling der Karten, hat Meine Schafe, deine Schafe weitere Schwächen, die den Spielspaß geringer ausfallen lassen, als nach Durchlesen der Regel von mir erwartet. Das Spiel verläuft äußerst frustrierend, wenn man, trotz vieler Kärtchen auf der Hand, überwiegend Schafe in fremden Farben zieht und somit zu einer destruktiven Spielweise gezwungen wird. Von seiner Anlage her müßte Meine Schafe, deine Schafe meiner Meinung nach eher konstruktiv ausgerichtet sein. Eine Weide zu beenden hat etwas zutiefst befriedigendes und man wünscht sich zur Belohnung Punkte. Leider gibt es die nur für die größte Weide, was nahezu allen, mit denen ich das Spiel spielte, mißfiel. Wesentlich besser kam deshalb die Variante an, in der die Anzahl der Schafe der größten Weide mit der Anzahl aller beendeten eigenen Pferche multipliziert wird. Das grundsätzliche Problem bleibt jedoch auch hier bestehen. Mir drängt sich der Verdacht auf, daß Meine Schafe, deine Schafe nur deshalb so mittelmäßig ankam, weil, es bewußt oder unbewußt immer mit dem absoluten Überflieger der Legespiele "Carcasonne" verglichen wird. Dort hat man mit fast jedem gezogenen Plättchen die Chance auf Punkte, und das schafft die Befriedigung, die hier fehlt. Ich möchte Meine Schafe, deine Schafe ausdrücklich nicht verdammen, denn bei einigen wenigen Spielern kam es ausgesprochen gut an. Mein Rat deshalb: vorm Kauf erstmal zur Probe spielen.
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 Legespiel von Philippe des Pallieres, Goldsieber, ca. EUR 13,- 2-4 Pers., ab 7 J., ca. 30 Min.
 Jeder versucht, möglichst grosse Weideflächen für seine Schafe zu bilden.
 Wessen Schafe in Waldesnähe liegen, läuft Gefahr, sie an den Wolf zu verlieren.
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