Es ist allgemein bekannt, dass Drachen alles was glänzt und von Wert ist klauen und in ihre Höhle schleppen. Aber dass sie nun kleinen Kindern auch noch Puppen, Bälle und Spielzeugautos entwenden, geht entschieden zu weit. Deshalb wagen sich 2 bis 5 Abenteurer in die Drachenhöhle, um den Kindern ihr Spielzeug zurückzuholen. Zufälligerweise liegen auch noch ein paar Diamantringe und Schatztruhen herum und wenn man schon mal hier ist, nimmt man die selbstverständlich auch gleich mit.
Schatz des Drachen
49 quadratische, sehr dicke und handliche Plättchen werden verdeckt gemischt und auf dem Tisch ausgelegt. Der erste Schatzsucher deckt ein beliebiges davon auf, nehmen wir mal an es ist eine Puppe. Eine runde Markierung mit 2 Punkten auf dem Plättchen zeigt an, dass mindestens 2 Puppen offen liegen müssen, um sie aus der Drachenhöhle zu entwenden. Also wird weiter aufgedeckt. Das zweite Plättchen zeigt einen Kerzenleuchter (mit 3 Punkten, man braucht deshalb drei davon, will man sie entwenden). Unter dem dritten verbirgt sich ein kleiner Drachen. Pech gehabt, denn der Drache hat natürlich etwas dagegen, dass man seine Schätze stibitzt. Alle offenen Plättchen werden wieder umgedreht und der nächste Abenteurer ist an der Reihe.
Dieser deckt als erstes einen Ring auf (markiert mit einem Punkt). Der Spieler könnte ihn jetzt sofort an sich nehmen, damit wäre allerdings sein Zug bereits beendet - mit einer doch etwas mickrigen Ausbeute. Also geht es weiter und siehe da, der Abenteurer entdeckt zunächst einen Ball (2 Punkte) und eine weitere Puppe. Da er sich gemerkt hat, wo die erste liegt, deckt er diese auf und beendet nun freiwillig seinen Zug. Ein Ring und zwei Puppen sind die Ausbeute. Der Ball bleibt liegen und wird wieder umgedreht.
Der dritte Spieler findet zunächst einen Kerzenleuchter. Wo ein weiterer liegt, weiß er ja bereits. Jetzt gilt es einen dritten aufzudecken, um sich die Schätze zu sichern. Zunächst läuft es ganz gut. Zwei Bälle werden entdeckt, diese könnte er an sich nehmen und den Zug beenden. Aber es lockt ja noch der dritte Kerzenständer und so macht er weiter. Leider läuft der Abenteurer jetzt einer ekligen Spinne über den Weg und das bedeutet, ebenso wie beim Drachen, das Ende des Zuges. Er steht also mit leeren Händen da und wütend versteckt er die haarige Spinne an einer anderen Stelle der Auslage. Der nächste Spieler nutzt natürlich die Situation schamlos aus und holt sich die beiden Bälle, die sein Vorgänger gerade verspielt hat.
Spieler Nummer Fünf deckt als erstes einen Drachen auf. In diesem Fall ist das nicht schlimm, denn Drachen darf man dann an sich nehmen, wenn lediglich Drachen aufgedeckt wurden. (Einzige Ausnahme: Diamantringe. Die darf man auch gemeinsam mit Drachen aus der Höhle entführen).
So geht es Runde um Runde weiter, bis der Raubzug der Abenteurer damit endet, dass nur noch drei Spinnen verdeckt auf dem Tisch liegen. Nun zählt jeder Spieler seine eroberten Drachen. Derjenige, der die meisten davon besitzt, erhält die drei Spinnen als Dreingabe. Jetzt stellen die Spieler ihre gesammelten Plättchen nebeneinander und derjenige mit dem höchsten Turm ist Sieger von Schatz der Drachen.
Fazit:
Das ist schon grandios, was Reiner Knizia hier aus der alten Memory-Idee herausgeholt hat. Ein paar Änderungen, ein paar Zusätze und heraus kommt ein witziges, schnelles Spiel, bei dem nicht die Gedächtnisleistung im Vordergrund steht, sondern die Risikobereitschaft, noch weitere Plättchen aufzudecken, obwohl man schon Schätze an sich nehmen könnte.
Schnell kristallisieren sich verschiedene Spielweisen heraus. Die einen sichern sich selbst die kleinsten Schätze sofort. Aber ob man so das Spiel für sich entscheiden kann? Die anderen können einfach nicht genug kriegen und hören erst auf, wenn sie mindestens eine Handvoll Plättchen erobert haben. Diesen Spielern wird allerdings oft einer der insgesamt 12 Drachen oder eine der 3 Spinnen zum Verhängnis. Auch diese Methode garantiert somit keinen Erfolg. Dann vielleicht doch möglichst viele Drachen sammeln. Das bringt zwar pro Zug meist nur wenige Punkte, aber es winken am Schluß ja noch die drei Spinnen. Ob diese allerdings den Ausschlag für den Sieg geben? Wer weiß.
Schatz der Drachen ist ein kurzes, witziges Merkspiel, das garantiert vor ein paar Revanchen nicht wieder vom Tisch kommt. Wie gut das Spiel ist, zeigte sich auch bei einem Spielevormittag in der ersten Klasse vor einigen Wochen. Hier war es mit Abstand das beliebteste Spiel, für das die Kinder sogar bereit waren anzustehen, um endlich mal mitmachen zu dürfen.
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Kinderspiel von Reiner Knizia, Winning Moves, ca. EUR 13,- 2-5 Pers., ab 6 J., ca. 15 Min.
 Der Aufbau ist wie bei Memory, ...
 .. aber hier wird anders aufgenommen.
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