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Spielwarenmesse Nürnberg 2002



Ein kleiner Messebericht

Teilweise wurden Spiele gar nicht erklärt, teilweise konnten wir Spiele gar komplett testen, daher ist dies nur eine Übersicht der Neuheiten, die wir uns angeschaut haben, sortiert nach Verlagen:

Abacus:
Emerald, Hund Katze Maus und Elefant und Pepe kommen erst später und es gab auch keinen Prototyp. Emerald kommt im März.

Stop ist eine MauMau-Variante, etwas schärfer als das Original.

Von Alan R. Moon stammt Where's Bob's Hat?. Das Spiel gibt es schon in den USA und wird im deutschsprachigen Raum von Abacus eingeführt. Dasselbe gab es schon einmal bei uns unter dem Namen Wer hat mehr?, und die Amis haben diesen Namen sehr lustig gefunden und Where's Bob's Hat? aus ihm gemacht. Entsprechend wurde das Thema dann auch angepasst. Beim Spiel an sich handelt es sich um ein einfaches, witziges Stichspiel.

Alea:
Puerto Rico und Die sieben Weisen waren auf dem Ravensburger Stand zu sehen, aber keiner erklärte etwas dazu. Auf jeden Fall sehen beide Spiele sehr vielversprechend aus, und zu Puerto Rico gibt es ja auch schon Rezensionen (unter Luding findet Ihr sicher was dazu).

Amigo:
Biberbande ist ein Kinderspiel ab 6 Jahren, dass uns auch großen Spaß gemacht hat. Es gibt Karten mit den Werten 1 bis 10, von denen bekommt jeder vier, die er verdeckt und ungesehen vor sich auslegt. Unter zwei dieser Karten darf man zu Spielbeginn spicken. Nun wird vom Kartenstapel gezogen und man muß entscheiden, ob man eine der vier Karten mit der gezogenen austauscht. Die gezogene sieht man, aber nicht die, die man abgibt. Am Ende gewinnt, wer am wenigsten Punkte auf seinen 4 Karten hat.

Biesti Boys ist Spiel in der Art von Ligretto, mit witzigen Zeichnungen.

Cocotaki ist eine Uno-Variante mit Farben und Tieren. Dabei müssen die Spieler, wenn sie ein Tier ablegen, den Laut dieses Tieres von sich geben. Gewürzt wird das ganze noch mit ein paar Ausnahmen.

Land unter wurde bei uns schon einmal besprochen und zwar hier. Dirk ist der Meinung, dass sich die Gestaltung verbessert hat, ich bin in dieser Frage eher leidenschaftslos.

Ogallala gab es schon einmal als Brettspiel. Die neue Kartenspielvariante finden die, die Ogallala schon kannten praktischer. Ich war total begeistert von diesem fiesen Spiel, das zwar einen ziemlich hohen Glücksfaktor hat, aber total Spaß macht. Man kann dem anderen richtig schön eins auswischen. Zudem ist die Grafik einfach genial.

Piraten sind ein sehr weitverbreitetes Thema dieses Jahr, aber nirgends ist das so passend umgesetzt wie bei Piratenbucht. Zudem ist das Brettspiel sehr schön gestaltet.

Vier auf einen Streich fand ich eher langweilig. Es handelt sich dabei um ein Merkspiel mit Vier Gewinnt-Charakter für Kinder.

Clementoni:
Wolfgang Kramers Wild Life versetzt uns in jeweils eine Art von Lebewesen, die versuchen sich auszubreiten und für die Nachwelt zu erhalten. Das Evolutionsspiel sieht im Vergleich zu den Clementoni-Spielen des letzten Jahres schon sehr ansprechend aus.

Ob Tiere-fliehen-aus-einem-brennenden-Wald ein geeignetes Thema für ein Kinderspiel ist, sei dahingestellt. Knizias Zaromba für die Kleinen ist jedenfalls schön gestaltet und beinhaltet tolle Holzfiguren.

Eurogames Descartes:
Armada kommt im April.

Clippers ist ein Brettspiel mit einer tollen Karte als Spielplan und gab es schon als Santa Fe.

Gouda Gouda ist ein Maus und Käsespiel mit tollen Holzfiguren.

Goldsieber:
Bärenstark ist ein Geschicklichkeitsspiel für Kinder aus der Reihe "Die Maxis in der Minibox". Dirk und ich hatten großen Spaß bei einer Runde. Man stapelt auf den Holzbären nach und nach immer mehr Honigfässer verschiedener Größen und Farben, und muß diesen Bären immer weiterziehen.

Goldland wurde etwas wirr erklärt, ist aber wunderschön.

Wie Hund und Katz erscheint im Format wie Kupferkessel Co. und Isis und Osiris, macht mich aber der Gestaltung wegen kaum an. Sieht so nach alter Dame Hund oder Katz beim Kaffeekränzchen aus. Leider kann ich zum Spielerischen nichts sagen, da die Erklärung doch sehr unschlüssig war.

Bei Affenraffen müssen alle gleichzeitig bestimmte Kärtchenpaare suchen. So hat Affenraffen was von Ligretto und von Memory, und kann - glaube ich - sehr viel Spaß machen.

HABA:
Die Kürbiskopfbande von Wolfgang Kramer ist wie Heimlich und Co. für Kinder ab 6 vor einem anderen Hintergrund, nämlich Halloween. Das Spiel ist sehr schön, wie fast alle HABA-Spiele.

Flotte Flosse von Reiner Knizia ist ein Aktionsspiel ab 4 Jahren. Alle müssen mit ihrem Käscher eine bestimmte Karte in der Mitte fangen, natürlich gleichzeitig.

Fröschchen Hüpf hat mir von der Gestaltung her am besten von den HABA-Spielen gefallen. Die Frösche starten vom Rand eines Kreises um einen Teich und müssen diesem immer näher kommen, um sich dort Fliegen zu schnappen. Dummerweise werden die von einem Storch bewacht, der um den Teich herumstolziert. Ich glaube, für Kinder ab 5 Jahre ist Fröschchen Hüpf sehr reizvoll.

Um ein Würfel- und Zieh-Spiel handelt es sich bei Hopp Galopp. Auf dem Würfel sind Farben, und wenn die gewürfelte Farben nicht unter den Barrieren, die vor dem Pferd stehen, vertreten sind, darf das Pferd hinüber zur nächsten Barriere springen. Es gibt noch eine taktischere Variante, für die Kleinen ab vier fand ich auch die Grundversion schon sehr schön.

Schnapp die Wurst dreht sich um einen Hund, der unter einer Wäscheleine läuft und hochspringt, um sich die Wurst zu schnappen, die an der Leine hängt. Erwischt er eine Socke, so muß er eine schon erbeutete Wurst zurückgeben. Das Spiel ist für 4-7 Jahre angegeben.

Auch um Tiere geht es bei Kleine Spurensucher: Jeder hat ein bestimmtes Tier und muß von Kärtchen zu Kärtchen laufen. Aber nur auf Kärtchen, auf denen seine Spuren drauf sind. Liegt ein anderes Kärtchen vor dem Tier, muß es ein Kärtchen der Strecke der anderen Tiere umdrehen und schauen, ob auf der Rückseite seine Fußabdrücke sind. Die Kärtchen sind nämlich zweiseitig bedruckt.

Hans im Glück:
Nach dem eher enttäuschenden Müll & Money hat Hans im Glück jetzt wieder zwei Favoritenanwärter an den Start gebracht: Kampf der Gladiatoren und Magellan.

Kampf der Gladiatoren von Reiner Knizia ist ein Würfelspiel, bei dem jeder eine bestimmte Anzahl Gladiatoren hat. Nun lässt man seine Gladiatoren gegen die der anderen Kämpfen und sammelt Punkte für zur Strecke gebrachte Kämpfer. Außerdem kann man seine Gladiatoren auch gegen Tiere kämpfen lassen, die ebenfalls Punkte bringen. Sind alle Gladiatoren eines Spielers erledigt, so darf der auch mit Tieren angreifen. Um dem Glücksanteil ein bisschen Einhalt zu gebieten, kann man sich zu Beginn seine "Gladiatorenwagen" (ich nenne das jetzt einfach mal so, immer vier Gladiatoren quasi als Set) selbst zusammenstellen aus Gladiatoren mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Uns hat Kampf der Gladiatoren großen Spaß gemacht, auch dem Dirk, der dem Spiel kaum eine Chance geben wollte, weil ihm die Farben nicht gefallen haben. Leider sind die "Gladiatorenwagen" aus billigem dünnem Plastik, ich hoffe, das wird noch geändert.

Magellan ist ein schönes Versteigerungsspiel. Dabei muß man in der ersten Phase aufpassen, in welchen Bereichen man Versteigerungen gewinnt, denn nur in solchen Bereichen darf man in der zweiten Phase bzw. dann entsprechend auch in der dritten Phase mitspielen, sprich mitsteigern. Die verschiedenen Bereiche bieten unterschiedliche Vorteile, und je nach Zusammensetzung der erfolgreichen Ersteigerungen können diese auch zum Sieg führen. Das einzige mir bislang aufgefallene Manko an Magellan ist die u.U. sehr lange Auszeit einzelner Spieler. Ansonsten ist Magellan ein sehr schönes, gelungenes Spiel.

Außerdem gibt es ab sofort die Erweiterung von Carcassonne, die das Spiel um einige weitere und auch neue Karten bereichert. Auch können nun bis zu 6 Spieler teilnehmen.

Heidelberger Spieleverlag:
Eine wunderschöne, edle Serie an Kartenspielen kommt dieses Jahr auf uns zu. Die drei Kartenspiele Korsar, Delphi und Thor werden mit toll gestalteten Karten in länglichen, schwarzen Schachteln erscheinen. Thor und Korsar gab's schon einmal als Flinke Pinke und als Pirat, Delphi ist neu.

Jumbo:
Bei Jumbo konnte man uns nichts erklären, weil die versammelte Mannschaft gerade die Hochzeit von Prinz Wilhelm am Fernsehen verfolgte und feierte.

Klee:
Bei Trick Track Troll kann ich mir vorstellen, dass das auch vielen erwachsenen Spielern Spaß macht. Ein Dreh-und Wege-Versperr-Spiel eigentlich für Kinder.

Kosmos:
Tyros ist ein schönes Seefahrerspiel, das im Mittelmeerraum spielt.

Alles im Eimer aus der Reihe "Spiele für viele" scheint witzig zu sein. Jeder muß eine Pyramide aus verschieden farbigen Eimerplättchen vor sich auslegen. Nun bestehlen sich die Mitspieler gegenseitig. Klasse: klaut man einen Eimer, auf dem noch andere "stehen", fallen die mit hinunter. Die Eimer kommen übrigens aus dem Spieler, d.h. keiner kann seinen Eimerhaufen wieder aufbauen. Das ganze läuft vor dem Hintergrund des Kuhmelkens.

Als Hauptspiel wird wohl dieses Jahr bei Kosmos Nautilus laufen, das uns rein optisch sofort überzeugte. Auch inhaltlich scheint es interessant zu sein, ich möchte mir aber eine eigene Meinung erst nach mindestens einer Testrunde erlauben.

Der Herr der Ringe - Die Entscheidung verspricht eine Enttäuschung (Achtung! siehe Nachtrag) zu werden. Die hellen und die finsteren Mächte bekämpfen sich gegenseitig, indem der jeweilige Spieler versucht, seine Spielfiguren zur Seite des Gegners durchzuschlagen. Treffen sich gegnerische Figuren, kommt es zum Kampf, dessen Ausgang anhand der Eigenschaften bestimmt wird. Dieses Spiel für 2 wirkte zu unausgegoren.
Nachtrag: Da mir inzwischen viele Menschen mitgeteilt haben, daß sie Herr der Ringe: Die Entscheidung sehr gut finden, wertet dies bitte nur als meinen ersten Eindruck. Inzwischen bin ich selbst gespannt, ob wir nur aufgrund der Präsentation so enttäuscht wurden, und dem Spiel mit unserer derzeitigen Meinung Unrecht tun, oder ob wir Recht behalten.
Nachtrag 2: Okay! Okay! Ich gebe zu, dass ich mich bei diesem Spiel absolut getäuscht habe! Ein sehr schönes und vor allem gut funktionierendes Zweierspiel. Die Rezension dazu findet Ihr hier. Zum Glück war ich nicht der einzige, der nach der Messe einen dermaßen falschen Eindruck hatte.

Auf Die Pyramiden des Jaguar freue ich mich schon. Es ist eine Neuauflage von Pacal und mit Spielplan sehr schön gestaltet.

How Ruck ist sehr witzig illustriert und handelt vom Tauziehen. Das verspricht ein gutes, abwechslungsreiches Spiel für 2 zu werden.

Piatnik:
San Gimignano klang interessant und hatte schönes Spielmaterial.

Halleluja machte mich auf den ersten Blick gar nicht an. Aber inhaltlich scheint das Spiel ganz gut zu sein. Das auf Engel und Teufel angelegte Spiel scheint mir sehr taktisch und gut zu zweit spielbar zu sein. Aber keine Garantie, ich habs noch nicht ausprobiert.

König Laurin empfand ich allein der Optik wegen schon abstoßend, auch die Spielregel konnte mich nicht überzeugen.

Queen:
Bei Freche Frösche handelt es sich um eine witzige und ansruchsvollere Memory-Variante.

Wallenstein wurde sehr konfus erklärt, aber ich glaube, das Spiel ist gar nicht so schwer. Ich glaube, es ging um Einfluß in verschiedenen Gebiete. Fasziniert hat uns der Turm, in den bei Kämpfen die Streitkräfte hineingeworfen werden, und der dann ganz allein aussiebt und den Sieger feststellt.

In meinen Augen ein weiter Favorit ist Dschunke. Ein vielseitiges Spiel mit Handel und Versteigern. Das erste Testspiel begeisterte uns sehr.

Ravensburger:
Ali Baba ist ein weiteres Spiel von Gunter Baars. Die Schätze sind von einer Tür mit vielen Schlössern geschützt, die man erst auf das richtige Symbol drehen muß. Hat man die Tür geöffnet, darf man soviel nehmen wie man will, aber Vorsicht: Taucht die Schlange auf, war alles für die Katz.

Drachenland ist sehr schön und hat einen ähnlichen Turm wie Dschunke, der aber nur dem Würfeln dient und keine besondere Funktion innehat. Man wirft die Würfelt oben rein und unten kommen sie raus. Das soll vor Schummeln schützen.

Das Kinderlabyrinth ist 3D. Eine mittlere Reihe von Wegen kann hin und her geschoben werden und ergibt so neue Wege.

Mexica ist das dritte und letzte Spiel aus der Reihe, die mit Tikal begann und mit Java fortgesetzt wurde. Das Spiel ist folglich sehr schön und soll etwas einfacher als die anderen beiden sein. Lassen wir uns überraschen.

Pueblo hat mich persönlich bei Ravensburger am neugierigsten gemacht. Man muß verwinkelten Bausteinen seiner Farbe an einem Tempel (?) in der Mitte bauen. Außen herum zieht der Stammeshäuptling und bestraft jeden, dessen Farbe er von seinem momentanen Blickwinkel sieht.

Schmidt:
Cairo hat keine sehr hübsche Spielschachtel. Es handelt sich dabei um ein Schnippspiel, bei dem sehr genau geschnippt werden muß.

Hands Up ist ein Partyspiel: Eine Karte wird aufgedeckt und nun muß jeder seine Hände so halten wie auf der Karte abgebildet. Aber Achtung: Nicht alle Verrenkungen sind auch möglich.

Lumberjack soll ziemlich strategisch sein, sah aber mehr wie ein jengaähnliches Bauspiel aus. Und das nur, weil der Vorrat an Spielsteinen (aus Holz) zu einem Turm aufgestapelt wird. Nun muß jeder vor sich kleine Türme bauen, wobei er taktische Überlegungen macht, denn es wird ab und zu abgerechnet.

ReAction ist ein Ligretto-artiges Spiel, dessen Regeln nach denen gelegt wird sich aber zwischendurch immer wieder ändern. Mal muß aufsteigend, mal absteigend gelegt werden.

Spielspass:
Die Schatzinsel ist ein Legespiel, bei dem eine Insel nach und nach aufgebaut wird, und man je nach umgebenden freien Feldern oder angrenzenden schon belegten Feldern Punkte kassiert. Außerdem muß man entscheiden, wann man Schätze entdeckt, weil die auch je nach Umständen unterschiedliche Punktzahlen bringen.

Nicht so ganz überzeugend war Hot Potatoes. Bei diesem Spiel muß man würfeln und Kartoffeln (es gibt große und kleine) weiterreichen. Wenn es eine Wertung gibt, sollte man möglichst wenige und kleine Kartoffeln auf seinen Händen haben (Die Hände sind aus Karton und liegen auf dem Tisch).

Winning Moves:
TransAmerica sah sehr vielversprechend aus. Das Eisenbahnbauspiel basiert auf Iron Road, das schon bei Winsome Games erschienen ist.

Zoch:
Schleck und Weg besteht aus einem runden Spielplan, der auf der Schachtel liegt. In der Mitte ist ein kreisrundes großes Loch. Um das Loch liegen Honigtöpfchen, und noch etwas weiter außen die Bären (die Figuren der Mitspieler). Um alle herum liegt eine Kette. Nun wird gewürfelt und der aktive Spieler muß sein Bärchen auf eine bestimmten Ring des Kreises (möglichst einer der äußeren) ziehen. Dabei zieht er die Kette mit, und je nachdem reißt die Honigtöpfchen und auch Bärchen in das Loch in der Mitte. Wer das schafft, erhält als Belohnung Honigtöpfchen. Das Spiel ist witzig und bestimmt toll für Kinder. Aber es hat materialmäßig und auch spielerisch weniger als die letztjährigen Titel und soll aber im gleichen Rahmen kosten. Das finde ich einfach zu teuer.

Soweit, so gut. Nicht alle Titel sind hier dabei, aber die, die mir am wichtigsten und schon spruchreif erschienen. Im Laufe der nächsten Monate werden wir Euch wahrscheinlich die meisten dieser Spiele ausführlicher vorstellen können. So, und jetzt gehe ich schlafen.
 
 
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