Bei Stephensons Rocket geht es um den Eisenbahnbau. Jeder Mitspieler übernimmt die Rolle eines Eisenbahnbarons, der mit Aktien versucht, möglichst viel Einfluß auf den Verlauf der Eisenbahnlinien zu haben. Denn wenn die Eisenbahn an einem Bahnhof vorbeizieht, den man selber gebaut hat, gibt es Bares. Sehr wichtig sind auch die Metropolen. Zieht die Eisenbahn hier vorbei, gibt es wieder Geld, wenn man sich den Einfluß auf diese Stadt (durch Metropolenplättchen) gesichert hat. Und wer am Schluß am meisten Geld durch den Bau der Eisenbahnlinien verdient hat, wird der König der Eisenbahnbarone.
Spielanleitung
Ein Spielzug besteht aus immer aus zwei von drei möglichen Aktionen. Man kann sich diese zwei Aktionen aus folgenden aussuchen: 1. ein Metropolenplättchen von irgendeiner Metropole auf dem Spielplan ziehen, 2. eine Eisenbahnlinie weiter ausbauen und 3. einen Bahnhof bauen. Besondere Regeln gibt es eigentlich nur beim Ausbau der Eisenbahnlinien. Hier können die Gegenspieler ihr Veto einlegen. Dann kann jeder Spieler, der Aktien einer Eisenbahnlinie besitzt, eine beliebige Anzahl von ihnen bieten, um die Richtung des soeben gelegten Eisenbahnstückes zu ändern. Die Aktien erhält man immer nach dem Ausbau der entsprechenden Eisenbahnlinie. Wer also schon am meisten an einer Eisenbahnlinie gebaut hat, hat den größten Einfluß auf sie.
Trifft eine Eisenbahnlinie auf eine andere, wird die derzeit "aktive" aufgelöst, d.h. es findet eine Fusion statt. Die Aktienbesitzer der aufgelösten Linie werden natürlich entsprechend ihrer Aktienanteile ausbezahlt. Die Eisenbahnlinie, die übrigbleibt wird weitergebaut.
Das Spiel endet, wenn alle Aktien aller Linien verteilt wurden oder wenn alle Gleisabschnitte (Eisenbahnlinien-Plättchen) verlegt wurden. Dann gibt es noch einmal eine Schlussabrechnung, in der die Aktien und die Metropolen- und Passagierplättchen nochmals ausgewertet werden. Passagierplättchen erhält man übrigens, wenn man mit einer Eisenbahnlinie einen fremden Bahnhof passiert. Wer nach der Schlussabrechnung die meiste Kohle gescheffelt hat, hat gewonnen.
Das Schöne an Stephensons Rocket ist das Material. Der Plan wurde passend zur Zeit des Eisenbahnbaus gestaltet, und man kann anhand der englischen Städte sogar einiges an englischer Geografie beim Spielen lernen. Auch die Plättchen, die Lokomotiven und Bahnhöfe aus Holz und die Aktienkarten sind sehr schön, nur das Spielgeld könnte etwas kleiner sein, man braucht dafür zuviel Platz. Auch die Regeln sind einfach gehalten, so dass man sich sehr schnell ins Spielgeschehen stürzen kann. Und dann passiert es. Man weiss im Verlauf des Spieles kaum, was einem eigentlich welche Aktionen bringen, man findet keine richtige Taktik und viel zu häufig muß man Regeln ausdiskutieren, doch noch einmal nachschlagen usw. Ansonsten plätschert das Spiel so vor sich hin, jeder probiert mal die eine oder andere Taktik aus, ohne von einer überzeugt zu sein. Zwischendurch wird ab und zu mal gewertet, aber der einzige "Höhepunkt" des Spiels ist vielleicht noch die Schlusswertung, weil bei uns meist total offen ist, wer gewinnt. Und derjenige kann dann nicht einmal sagen, wie er das angestellt hat, weil er so wie die anderen auch einfach mal die eine Aktion, mal die andere ausgelassen hat. Ein Taktiker mag Spaß an dem Spiel haben, wenn er sich wirklich viel damit beschäftigt und mit (wahrscheinlich) viel Aufwand Taktiken ausklügelt, auf die wir in den ersten Partien nicht gekommen sind. Aber um ab und zu mal einen netten Spieleabend mit ein paar Freunden zu verbringen, ist Stephensons Rocket nicht geeignet.
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 Eisenbahnspiel von Rainer Knizia, Pegasus-Press, ca. 70,- DM 2-4 Pers., ab 12 J., 60 Min.
 England war im 19. Jahrhundert ...
 ... in Sechsecke aufgeteilt.
 Die Lok zieht ihre Gleise hinterher.
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