Das allerwichtigste zuerst: Sternenfahrer ist keine Erweiterung zu Siedler von Catan, sondern ein eigenständiges Spiel. Und es ist auch kein Abklatsch der "Mutter aller Spiele".
Auf dieses intergalaktische Erlebnis habe ich mich richtig gefreut, bin ich doch ein Freund von schönem und bastelbaren (a la Überraschungsei) Spielmaterial. Und davon gibt es im ziemlich schweren Sternenfahrer-Paket viel. Als erstes seien die Mutterschiffe erwähnt, sehr große Plastik-Raumschiffe, die zum einen anzeigen, welche Ausstattung der Spiele gerade besitzt, und zum andern auch als (Farb-)Würfel dienen. Als Ausbauten des Schiffes gibt es dann unzählige Bordkanonen, Antriebe und Frachtringe. Und oben auf der Spitze des Mutterschiffes sammelt man seine Ruhmesringe. Dann gibt es noch Kolonien und Handelsstationen, die durch den Aufsatz eines Transporters zu Kolonie- bzw. Handelsschiffen werden, und Raumstationsringe, mit denen man Kolonien zu Raumstationen ausbauen kann (vgl. Siedlungen und Städte bei Siedler). Damit hätten wir erst einmal die Plastikteile vorgestellt. Dazu kommen noch Begegnungskarten (quasi Ereigniskarten), Scheiben der Freundschaft, Freundschaftskarten, Rohstoffkarten und die kleinen Zahlenscheiben auf den Planeten, die die Erträge kennzeichnen. Insgesamt also Material ohne Ende.
Spielanleitung
Wie bei Siedler muß man bei den Sternenfahrern Punkte sammeln, wer 15 hat, hat gewonnen. Punkte gibt es für Kolonien, Raumstationen (2), Scheiben der Freundschaft (2), Ruhmesringe (für 2 Ringe 1 Punkt), Piratennester und Eiswüsten.
Den Spielverlauf kann ich hier nur im Groben wiedergeben. Jeder hat zu Beginn zwei Kolonien, einen Raumhafen und ein Kolonieschiff am Raumhafen. Für Raumhafen und Kolonien bekommt man, wenn die Zahl eines benachbarten Planeten gewürfelt wird, einen Rohstoff des Planeten. Mit diesen Rohstoffen kann man sein Mutterschiff ausbauen (z.B. mit Antrieben, um schneller fliegen zu können), oder ein Kolonie- oder Handelsschiff kaufen. Mit dem Kolonieschiff fliegt man in die Weiten des Weltraums, um Planeten auszukundschaften und evt. kann dann der Transporter die Kolonie an den Planeten absetzen, wenn diese gefällt. Da die Zahlenscheiben der noch nicht besiedelten Planeten verdeckt sind, und nur von dem Spieler angeschaut werden dürfen, der mit seinem Kolonieschiff diesen Planeten berührt, weiß man erst einmal nicht genau, wohin man fliegen soll. Wenn jemand eine Kolonie gründet, werden allerdings die Zahlen der angrenzenden Planeten aufgedeckt.
Aus so einer Kolonie kann man im Laufe des Spiels auch Raumhäfen bauen. Das bietet sich außer wegen der 2 Punkte, die der Hafen wert ist, auch deshalb an, weil man mit Kolonie- und Handelsschiffen nur von solchen Raumhäfen aus starten kann. So muß man nicht immer vom unteren Rand des Spielplanes starten und ist schneller an seinen Zielen.
Eine weitere Möglichkeit, Punkte zu sammeln, sind die Handelsstationen. Um sie zu gründen muß man mit einem Handelsschiff (Transporter + Handelsstation) zu einem fremden Volk fliegen, und dort die Handelsstationen absetzen. Je nachdem, wie viele Handelsstationen schon bei einem Volk stehen, braucht man dazu eine bestimmte Anzahl Frachtringe (der erste einen, der zweite zwei usw.).Derjenige, der am meisten Handelsstationen an einem Volk stehen hat, bekommt die Scheibe der Freundschaft dieses Volkes, die zwei Punkte wert ist. Außerdem erhält man für jede Handelsstation eine Karte des Volkes, die einem z.B. beim Rohstoffe erhalten bzw. handeln Vorteile bringt.
Je einen Punkt bekommt man außerdem für zwei Ruhmesringe, die man erhalten kann, wenn man eine Begegnung hat (dazu später mehr).
Eine Runde läuft folgendermaßen ab: Der Spieler, der dran ist würfelt mit den zwei Würfeln und jeder Spieler erhält entsprechend Rohstoffe (kennen wir ja aus Siedler). Dann kann der Spieler noch einen zusätzlichen Rohstoff ziehen, solange er weniger als neun Punkte hat. In der Handels- und Bauphase kann er Schiffe, Antriebe, Frachtringe und Bordkanonen bauen. Zum Abschluß des Zuges würfelt er mit seinem Mutterschiff. Je nach den Farben darf er mit jedem seiner Kolonie- und Handelsschiffe bis zu einer bestimmten Anzahl Felder ziehen. Pro Antrieb an seinem Mutterschiff erhöht sich diese Zugzahl um eins. Würfelt der Spieler aber eine schwarze Kugel, hat er eine Begegnung. Dann liest seine linker Nachbar die erste Frage auf einer Begegnungskarte vor, beispielsweise "Sie begegnen einem Händler. Wieviele Rohstoffe schenken Sie ihm?" Je nach Antwort kann es passieren, dass man Ruhmesringe bekommt oder abgeben muß, oder man muß einen Antrieb abgeben. Oder aber man erhält ein zusätzliches Kolonieschiff. Manchmal muß man auch gegen Raumpiraten (einen Mitspieler) würfeln. Dann bringen einem die Bordkanonen Zusatzwerte. So gibt es ettliche Möglichkeiten von Begegnungen. Da die gleichen Begegnungen auf mehreren Karten mit unterschiedlichen Konsequenzen vorkommen können, macht es übrigens kaum einen Sinn, diese Karten auswendig zu lernen.
Ich finde "Die Sternenfahrer von Catan" sehr gelungen. Abgesehen von der wirklich üppigen und stimmigen Ausstattung ist das Spiel auch inhaltlich sehr durchdacht und gut zu spielen. Es wurden zwar einige Elemente aus "Siedler" übernommen, wie z.B. das Erträgewürfeln. Aber zwischen diesen Elementen ist "Die Sternenfahrer" ein absolut eigenes Spiel mit einer eigenen Atmosphäre. Mir haben es v.a. die Begegnungen angetan. Sie sind wie interaktive Ereigniskarten: Je nachdem, was Du tust, musst Du die Konsequenzen tragen. Das bringt noch zusätzliche Spannung ins Spiel. Als einziges Manko empfinde ich das Fehlen einer Kurz-Spielregel. Man muß einiges lesen, bevor man anfängt. Da die Regeln im ersten Moment auch ziemlich kompliziert wirken, können Sie schon abschrecken. Im Verlaufe des Spiels stellt man aber fest, dass "Die Sternenfahrer" gar nicht so kompliziert ist. Tauchen einmal Fragen auf, kann man im Almanach nachschlagen, wo Stichworte alphabetisch aufgelistet sind.
Meiner Meinung nach kann "Die Sternenfahrer" den "Siedlern" das Wasser reichen, aber sie sind keine Konkurrenz zueinander, da beide Spiele ihre eigenen Reize haben und keins das andere ersetzen kann.
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 Üppiges Brettspiel von Kleus Teuber, Kosmos, ca. 70,- DM 3-4 Pers., ab 12 J., 120 Min.
 Die Galaxis
 Uups, schwarz. Begegnung!
 Galaktische Rohstoffe
 das Mutterschiff
 Für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet.
 Eine Begegnung mit einem Raumpiraten.
 Mit fremden Völkern Freundschaften schließen.
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