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Terra



5

Spielspaß

4

Material

4

Spielregel

5

Glück

4

Planung

4

Kooperation

4
Um die Erde ist es ganz schön schlecht bestellt. Um den Kopf trägt sie Bandagen, ein Pflaster klebt am Kinn und im Mund steckt ein Fieberthermometer. In diesen bedauernswerten Zustand haben wir Menschen sie durch Kriege, Umweltverschmutzung und Intoleranz gebracht. Höchste Zeit etwas dagegen zu tun. Auch spielerisch. Und hier ist die Chance dazu: Terra von Bruno Faidutti. Aus den Einnahmen jedes verkauften Spieles leitet der Verlag Days of Wonder 1 Euro, bzw. 1 Dollar weiter an die Holos Organisation, welche sich mit umweltbewussten Projekten für die Verbesserung der Lebensbedingungen armer Bevölkerungsschichten einsetzt. Diese Aktion ist ohne jeden Zweifel unterstützenswert und verdient Anerkennung. Ob allerdings auch das Spiel ein Lob verdient? Wir werden sehen.

Spielanleitung


Bei einem Thema wie der Lösung der Krisen dieser Welt liegt es nahe, ein kooperatives Spiel zu kreieren. Diesen Weg ist auch Autor Bruno Faidutti gegangen, zumindest teilweise. Gelingt es den Spielern nämlich nicht, im Verlaufe des Spieles genügend Krisen zu lösen, verlieren sie gemeinsam. Endet Terra jedoch nicht vorzeitig und die Aufgabe wird bewältigt, gibt es einen Sieger, und das ist derjenige, der im Laufe des Spieles auf verschiedene Art und Weise am meisten Punkte sammeln konnte.

2 Sorten Karten gibt es. Zunächst einmal sind da die Krisenkarten. Sie beinhalten 3 Arten von Informationen: um was für eine Krise es sich handelt (symbolisiert durch Farbe und Symbol: Umweltverschmutzung, Gesellschaftskrise, Krieg), wie heftig die Krise ist (Werte 10 bis 16), und in welcher der 6 Weltregionen sie ausgebrochen ist. Diese Krisen gilt es zu verhindern oder zu lösen, und hierfür sind die Bewältigungskarten zuständig. Diese haben die Werte 1 bis 6 in einer der 3 Farben.

Beide Kartensorten werden miteinander gemischt und als verdeckter Stapel in die Tischmitte gelegt. Wer am Zug ist, erhält die oberste Karte. Bewältigungskarten nimmt man auf die Hand, Krisenkarten werden offen ausgelegt. Es gibt 2 Arten mit ihnen zu verfahren. Zunächst kann man versuchen die Krise sofort zu lösen. Reihum darf jeder Spieler eine Bewältigungskarte in der entsprechenden Farbe ausspielen. Wird der Wert der Krise erreicht oder überschritten, wird der Ausbruch verhindert und der Spieler, der die erste Karte auslegte und der mit dem höchsten Wert, erhalten jeweils 3 Punkte. Diese werden auf einem kleinen Spielplan angezeigt. Wird der Wert der Krise jedoch unterschritten oder keine Bewältigungskarte ausgespielt, bricht die Krise aus und die Karte wird offen in die Mitte gelegt. Diese Krisen können die Spieler nun später lösen, indem sie passende Bewältigungskarten auslegen. Hier erhält dann allerdings nur der Spieler 5 Punkte, der die letzte Karte zur Lösung der Krise anlegt.

Hat ein Spieler in seinem Zug mindestens eine Bewältigungskarte ausgelegt, darf er Punkte fürs Spielende sammeln. Hierzu legt er verdeckt Kartenkombinationen vor sich ab, die immer aus genau 3 Karten bestehen. Ähnlich wie bei Rummikub müssen diese entweder alle in der gleichen Farbe sein oder in 3 verschiedenen. Die Werte müssen Zahlenfolgen aufweisen (z.B. 3, 4, 5) oder 3 mal die gleiche Zahl zeigen.

Terra endet vorzeitig, wenn in einer Region 3 Krisen, oder weltweit 4 mal die gleiche Krise, oder insgesamt 7 Krisen ausgebrochen sind. Dann haben alle gemeinsam das Spiel verloren. Gelingt es jedoch den gesamten Kartenstapel durchzuspielen, wird ein Sieger ermittelt. Zusätzlich zu den bereits erhaltenen Punkten, werden noch die Werte der abgelegten Kartenkombinationen ermittelt. Jede Karte zählt ihren Wert und wird dem Punktestand gutgeschrieben.

Fazit:
Fazit: Terra versucht den Spagat zwischen kooperativem Spiel und Wettbewerb. Das wird und das kann nicht in jeder Gruppe funktionieren. Ganz hervorragend hat es in den Runden mit Kindern geklappt. Denen ging es in erster Linie um die Rettung der Welt. Da wurden eigene Interessen erstmal hinten an gestellt, wenn es dem Wohle aller diente. Die Kinder schauten auch die Bilder auf den Bewältigungskarten an und fragten nach, was sie zu bedeuten haben. Hier hilft die Spielregel prima weiter, da dort alle Bewältigungskarten kurz erläutert werden.

In reinen Erwachsenenrunden sah die Sache schon anders aus. Geholfen wurde hier meist nur in dem Rahmen, in dem dies nicht die eigenen Siegchancen schmälerte. Dringend benötigte Karten zur Krisenbewältigung hielt man lieber zurück, um nicht mögliche Kombinationen zu zerreißen. Überhaupt wurden eher niedrige Werte ausgespielt und die hohen für die Endwertung zur Seite gelegt. Man verfuhr nach dem Prinzip, die anderen werden die Krisen schon lösen. Schließlich hatte man nach den ersten Partien gelernt, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit der größte Egoist das Spiel gewinnen wird. Aber wenn alle so verfahren, läßt sich Terra nicht gewinnen und hier fängt die Sache an interessant zu werden. Wie schaffe ich es zur Rettung der Welt beizutragen und trotzdem die Chancen auf den Gewinn zu wahren? In unseren Runden hat sich hier übrigens durchgesetzt, dass Absprachen zwischen den Spielern, wer welche Karte zur sofortigen Lösung einer Krise ausspielen kann und will, erlaubt sind. Und so sind sehr interessante Partien zustande gekommen, bei denen ein sehr eigentümliches Spielgefühl entstand, denn es ist nicht einfach die Balance zwischen Eigennutz und Allgemeinwohl zu halten und den jahrelang antrainierten Siegwillen zeitweise abzuschalten. Wie bereits eingangs gesagt, diese Art von Spiel kann nicht in jeder Gruppe funktionieren, aber einen Versuch ist es allemal wert. Und für Kinder ist es bestens geeignet. Die haben übrigens die Welt sowieso viel öfter gerettet als die Erwachsenen. Irgendwie entlarvend, oder?

Terra
Gesellschaftsspiel von Bruno Faidutti, Days of Wonder, ca. EUR 20,-
3-6 Pers., ab 8 J., ca. 20-40 Min.

Terra
Helft, die Erde zu retten, ...

Terra
... indem gemeinsam Krisen bewältigt werden ...

Terra
... wie dieser Krieg in Europa.
 
 
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