Mein erster Eindruck von Torres, nur der Verpackung wegen, war, daß ich es mit einem Spiel in Richtung Löwenherz oder El Grande oder so zu tun haben würde. Torres ist aber ein nahezu reines Strategiespiel, das genauso in ein anderes Thema gepaßt hätte. Weil aber Ritter und Mittelalter derzeit ziemlich gut ankommen, und das ganze auch gestalterisch konsequent umgesetzt wurde, konnte ich mich rasch damit anfreunden, meine Erwartungen an Torres in einer anderen Richtung aufzubauen.
Spielanleitung
Ziel des Spieles ist es, seine Ritter auf möglichst vielen Burgen auf einer möglichst hohen Ebene stehen zu haben. Dabei können alle Spieler alle Burgen ausbauen, und auch alle Burgen mit einem oder mehreren seiner Ritter erklimmen. Wer einen seiner Ritter auf der Königsburg und in der richtigen Ebene stehen hat, bekommt Zusatzpunkte.
Zu Beginn des Spieles werden die Anfangssteine von acht Burgen gesetzt. Jeder der 2 bis 4 Spieler setzt nun einen Ritter auf eine beliebige, freie Burg. Der letzte Spieler darf nun noch eine freie Burg zur Königsburg machen, in dem er die Königsfigur auf sie stellt. Jeder Spieler, der am Schluß dieser ersten (von drei) Phasen einen Ritter auf der Königsburg auf Ebene 1 stehen hat bekommt 5 Zusatzpunkte. In der Phase 2 gilt für die Königsburg Ebene 2 und es gibt dafür 10 Punkte. Und in der dritten Phase Ebene 3 und 15 Punkte.
Der Ablauf einer Phase:
Jeder Spieler erhält eine bestimmte Anzahl Burgsteinen, aufgeteilt in einer bestimmten Anzahl von Stapeln (z.B. vier Stapel á 2 Steine = 8 Burgsteine). Pro Zug darf er einen Stapel verbauen, übrigbleibende Burgsteine darf er auf seine restlichen Stapel verteilen, allerdings darf ein Stapel aus maximal dreien bestehen. Kann er sie nicht verteilen, werden sie zurück in die Schachtel gelegt und sind aus dem Spiel. Das Einsetzen eines Burgsteines kostet den Spieler 1 Aktionspunkt (AP). Von diesen AP hat er pro Zug 5. Andere Aktionen sind einen Ritter bewegen, einen Ritter einsetzen, Aktionskarten ziehen oder den Wertungsstein ziehen:
Burgen ausbauen (1 AP pro Burgstein): Es darf beliebig an bzw. auf Burgen angebaut werden, sowohl in der Fläche als auch in die Höhe, dabei gelten folgende Regeln: Eine Burg darf nie direkt an eine andere grenzen und nie höher sein als die Fläche, d.h. belegt die Burg beispielsweise 5 Flächenfelder, so darf sie maximal 5 Steine hochgebaut werden. Man muß also erst die Fläche ausbauen.
Ritter bewegen (1 AP pro Feld): Der Ritter darf dabei um eine Ebene nach oben "springen", auf der gleichen Ebene bleiben oder beliebige viele Ebene nach unten springen. Er darf nur über bzw. auf freie Burgfelder oder normale Felder ziehen. Er kann aber unter einer Burg durch ihre Tore ziehen, d.h. er kann auch unter anderen Rittern hindurchziehen. Er geht zu einem Tor in die Burg rein und kommt aus einem beliebigen Tor wieder heraus. Dies kostet dann 1 AP.
Ritter einsetzen(2 AP pro Ritter): Ein Ritter darf nur neben einem eigenen Ritter und auf ein freies Feld eingesetzt werden.
Aktionskarten ziehen (1 AP pro Karte): Aktionskarten erlauben einem beispielsweise, diagonal zu ziehen, mehr Aktionspunkte in einer Runde auszugeben oder Ebenen zu überspringen.
Wertungsstein ziehen (1 AP pro Feld): bietet sich an, wenn man AP übrig hat.
Eine Phase geht solange, bis alle Stapel aufgebraucht sind (bei 4 Stapeln kommt also jeder viermal dran), dann wird gewertet: Jeder Spieler erhält für jede Burg auf der er vertreten ist die Anzahl der Felder in der Fläche mal die Ebene seines höchsten Ritters auf der Burg (z.B. 5 Felder Fläche x Ebene 3 = 15). Zusätzlich werden die Königspunkte vergeben (wie schon beschrieben). Wer dann auf der Wertungsleiste den letzten Platz einnimmt, darf den König versetzen, bevor die nächste Phase beginnt.
Insgesamt werden drei Phasen gespielt, in denen manche Burgen so anwachsen, daß sie 40 oder mehr Punkte abwerfen (daher die anfangs etwas überdimensioniert wirkende Wertungsleiste).
Fazit: Das Spiel des Jahres 2000 macht Spaß, ist einfach zu erlernen und sieht schön aus. Mit 60 Minuten Spieldauer kann man es gut und gerne mal zwischendurch spielen. Außerdem ist Torres auch ganz gut zu zweit spielbar, wobei mir das Spiel aber zu viert mehr Spaß machte. Man machte sich die Burgen mehr streitig, da einfach viel weniger Platz auf dem Plan war.
Noch ein kleiner Tip: V.a. wenn man zu viert spielt, sollte man darauf achten, auch Sonderkarten zu sammeln, sie geben einem nicht zu verachtende Möglichkeiten.
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 Türme bauen vom Duo Kramer/Kiesling, Ravensburger, ca. 50,- DM 2-4 Pers., ab 12 J., 60 Min.
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