"Königin der Meere", "ungeahnte Pracht", "weit entfernte Kolonien" und "blühender Seehandel" spuckt die Suchmaschine auf den Begriff "Tyros" aus. Die zu Beginn des 3. Jahrtausends gegründete phönizische Stadt bildet somit eine ideale Kulisse für ein Spiel, in dem es um Handel, Eroberung und Ausbreitung geht.
Spielanleitung
Der etwas verzerrte Mittelmeerraum auf dem Spielplan ist in 32 durchnummerierte Rechtecke eingeteilt. Vier Reiche werden sich im Laufe des Spiels hier ausbreiten und jedes startet mit einem zufällig gewählten Feld, das mit der Farbe des Reiches markiert wird.
In Feld Tyros - das einzige ohne Nummer - startet jeder Spieler mit zwei Schiffen seiner Farbe.
Tyros wird in Runden gespielt. In jeder Runde werden zu Beginn Karten an die Spieler verteilt und die Reiche unter dem Einfluss der Spieler erweitert. Der eigentliche Kern einer Runde besteht aber in den Aktionen, die die Spieler abwechselnd machen dürfen:
So können die Spieler Karten auf verschiedene Weisen tauschen, mit ihren Schiffen durch das Mittelmeer fahren, Städte in die verschiedenen Reiche und in eigenen Städten Schiffe bauen.
Wichtig ist bei all diesen Aktionen (bis auf die Tauschaktion), dass man immer die passenden Karten zur Hand haben muss. Beim Fahren braucht man für jedes Feld, das unterwegs berührt wird, eine Karte in der Farbe des Zielfeldes. Schiffe und Städte bauen setzt Karten in der Farbe des Feldes, auf dem man baut, voraus. Wer eine Stadt baut, muss auch immer daran denken, dass ihn das nicht nur Karten, sondern auch ein Schiff kostet.
Will kein Spieler mehr eine Aktion machen, so endet die Runde und die nächste beginnt wieder mit dem Austeilen der Karten.
Das Spiel endet nach eine bestimmten Anzahl Runden, wenn (fast) alle Felder von Reichen eingenommen wurden. In der Abrechnung gibt es je nach Größe des Reiches Punkte für Städte und Schiffe, für Städtemehrheiten in den Reichen und für denjenigen, der zuerst Städte in allen vier Reichen hatte.
Wer damit am besten läuft, gewinnt eine Kreuzfahrt nach Tyros (Angaben wie immer ohne Gewähr)!
Fazit:
Nach ein, zwei etwas unstrukturierten Runden spielte sich Tyros erst ab der dritten Runde flüssig. Dann aber unterhielt das Spiel gut, wenn auch die Meinungen nicht überschwenglich waren. Würde Tyros zu zweit gut funktionieren, käme es wahrscheinlich häufiger auf den Tisch, für größere Runden reicht es aber "dann und wann".
Gestaltung und Material von Tyros sind ebenfalls solide, aber nicht spektakulär.
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Gesellschaftsspiel von Martin Wallace, Kosmos, ca. EUR 18,- 3-4 Pers., ab 10 J., ca. 70-90 Min.
 Der antike Mittelmeerraum wird bevölkert.
 Jedes Reich wirft andere Produkte ab.
 In der Not hilft aber auch ein Joker.
 Kleines Schmankerl: Die Landschaftskärtchen zur Erweiterung der Reiche bilden zusammengesetzt einen Miniaturspielplan.
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