Im Yellowstone Park scheint irgend jemand ein halluzinogenes Kraut angepflanzt zu haben. Denn Büffel, Waschbären, Truthähne, Wölfe und Hasen im neuen Spiel von Uwe Rosenberg sehen alle aus, als stünden sie unter Drogen. Ein glückliches Grinsen hat sich auf ihren Gesichtern breit gemacht und, anstatt sich über den gesamten Park zu verteilen, wandern die Tiere in trauter Eintracht nur noch gemeinsam im Rudel umher.
Spielanleitung
6 dieser seltsamen Tiere hat ein jeder der teilnehmende Spieler zu Beginn auf der Hand. Jede Karte hat als Merkmal eine von 4 Farben und eine Zahl von 1 bis 7, wobei jede Karte zweimal vorhanden ist. Das abgebildete Tier ist für das Spiel völlig ohne Bedeutung.
Der Spielplan zeigt den Yellowstone Park unterteilt in 7 x 7 Felder. Hierauf plazieren die Spieler pro Zug eine oder zwei ihrer Karten. Für jede Zahl gibt es hierbei eine eigene Reihe. 3-er-Karten müssen also in die dritte Reihe gelegt werden, 5-er-Karten in die fünfte Reihe usw. Bei den Farben ist man zunächst frei, in welcher Spalte man sie unterbringt. Liegt jedoch die erste Karte einer Farbe, müssen alle nachfolgenden gleichfarbigen Karten, auch in diese Spalte gelegt werden.
Legen darf man Karten nur innerhalb eines 3 x 3 Rasters. Liegen also beispielsweise die rote 1 und die 3-er der Farben rot, grün und blau auf dem Plan, dürfen nur noch Karten dieser drei Farben in den Werten 1 bis 3 plaziert werden. Muß ein Spieler eine seiner Karten außerhalb des bestehenden Rasters ablegen, legt er damit ein neues 3 x 3 Raster fest. Alle bereits liegenden Karten, die nun außerhalb dieses neuen Rasters liegen, erhält dieser Spieler als Minuspunkte, die er verdeckt vor sich ablegt. Pluspunkte gibt es immer dann, wenn es gelingt, den vorletzten oder letzten freien Platz eines Rasters zu belegen.
Wer zwei Karten ausspielt, darf (muß aber nicht) seine Hand wieder auf sechs auffüllen, wer nur eine Karte legt, darf auf keinen Fall nachziehen. Schafft es ein Spieler seine Hand blank zu spielen, hat er die Möglichkeit, falls er mindestens 6 Minuspunkte vor sich liegen hat, anstatt vom Nachziehstapel, vom Minuspunktestapel die Kartenhand aufzufüllen, um so den eigenen Punktestand zu verbessern.
Die Minuspunkte werden erst dann gezählt, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist, dann sind sie sozusagen amtlich und können nicht mehr abgebaut werden. Kommt nach mehreren Runden ein Spieler auf über 34 Minuspunkte ist das Spiel beendet.
Fazit:
Abstrakte Spiele verkaufen sich schlecht, heißt es zumindest immer wieder. Und deshalb muß von Verlagsseite aus, auf Teufel komm raus ein Thema gefunden werden, eines, das noch nicht oft verwendet wurde, trotzdem interessant wirkt und dann auch noch zum Mechanismus paßt. Nicht gerade einfach und deshalb kommt es immer wieder vor, dass Spiele erscheinen, bei denen man über die weit hergeholte thematische Einkleidung nur verwundert den Kopf schütteln kann. Yellowstone Park ist so ein Spiel. Mechanismus und Thema harmonieren in keinster Weise, aber ehrlich gesagt, stört das auf Dauer nicht wirklich, da man die Tiere, aufgrund ihrer grausigen Gestaltung spätestens nach der zweiten Partie sowieso ausblendet. Was dann übrig bleibt, ist ein pfiffiges, äußerst originelles Ablegespiel. Der Glücksanteil ist sehr hoch, gerade bei 5 Teilnehmern sind die Einflußmöglichkeiten sehr gering, aber dennoch kommt man sich nicht gespielt vor. Die Entscheidung welche Karte man spielen soll, fällt zwar in der Regel recht leicht, aber es kommt doch immer wieder zu Situationen, in denen man das Raster in die Richtung lenken kann, die einem genehm ist, auch wenn dies zunächst ein paar Minuspunkte einbringt. Und auch, ob man das Risiko eingeht keine Karten nachzuziehen und die Hand blank spielt, will überlegt sein. Oft kassiert man auf diese Weise mehr Minuspunkte, als man wieder abgeben kann.
Alles in allem kann man sagen, trotz der Mängel bei Thema und Gestaltung ist Yellowstone Park einen zweiten Blick wert. Ich persönlich spiele es im Moment wirklich sehr gerne, muß aber hinzufügen, dass einige meiner Mitspieler mit dem Spiel überhaupt nichts anzufangen wissen.
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Gesellschaftsspiel von Uwe Rosenberg, Amigo, ca. EUR 15,- 2-5 Pers., ab 8 J., ca. 45 Min.
 Das Tierrudel bildet immer ein Neuner-Raster.
 Wer hier ...
 ... eine 7 anlegen muss, ...
 kassiert die komplette 4er-Reihe
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