Manche Spiele werden aufgrund der Zielgruppe, der Gestaltung der Schachtel oder des Titels von uns Vielspielern einfach nicht beachtet. Wir bilden uns ein, durch unsere langjährige Erfahrung beurteilen zu können, ob ein Spiel eine Chance auf unserem Spieltisch verdient oder nicht. Aber ab und an gehen uns hierdurch kleine, aber feine Spiele durch den Lappen. Zahlenraten von Reinhard Staupe könnte dieses Schicksal blühen.
Gestalterisch nicht gerade aufregend, (das Cover zeigt einen skateboardfahrenden Jungen) und ausgestattet mit einem langweiligen (aber treffenden) Titel, wendet sich das Spiel an Mütter, die auf der Suche nach einem günstigen Geschenk für einen Kindergeburtstag sind. Die Konkurrenz von Zahlenraten, namentlich die Mitbringspiele von Ravensburger und Schmid, aber auch die Alternativen aus dem eigenen Verlag (z.B. Solche Strolche, Plumpsack), kommen meist attraktiver daher und so ist die Gefahr groß, dass Zahlenraten auch bei der eigentlichen Zielgruppe übersehen wird und im Regal der Kaufhäuser liegen bleibt. Aber wie meine ausschweifende Einleitung ja bereits erahnen lässt, geschieht dies völlig zu unrecht, wie zahllose Partien inzwischen gezeigt haben.
Spielanleitung
Das Spiel an sich ist äußerst einfach. Es geht, wie der Titel schon sagt, darum eine Zahl zu erraten. Vor den Spielern auf dem Tisch liegen hierzu 50 Zahlenkarten, ordentlich in 10-er-Reihen, mit den Ziffern von 1 bis 50. Ein Spieler wählt hieraus eine Zahl aus und notiert sie heimlich auf einem Blatt Papier. Jetzt beginnt reihum das Raten. Der erste Spieler nennt eine Zahl. Ist diese, was höchstwahrscheinlich der Fall ist, falsch, wird die entsprechende Karte umgedreht. Auf der Rückseite ist eine Frage aufgedruckt, die der Rätselsteller wahrheitsgemäß beantworten muss. Gefragt wird beispielsweise, ob die Zahl ungerade, zweistellig oder größer als 13 ist.
Je mehr Fehlversuche hinter den Spielern liegen, desto kleiner wird also der Kreis der möglichen Lösungen. Immer wieder gehen die Spieler die bereits beantworteten Fragen durch, schließen Zahlen aus, spekulieren, ob die zu findende Zahl eine persönliche Bedeutung für den Rätselsteller hat, machen auch mal den einen oder anderen Fehler und kommen so der Lösung immer näher.
Nennt ein Spieler die richtige Zahl, erhält er zur Belohnung die Karte. Wer auf diese Weise zuerst drei Stück sein eigen nennt, ist Sieger des Spiels.
Fazit:
An Zahlenraten gibt es einiges zu loben. Erstens, die von Amigo inzwischen gewohnten dicken Karten, die bestens für Kinderhände geeignet sind. Zweitens, die Gestaltung der Fragekarten, auf denen immer in roter großer Schrift die Zahlen (manchmal auch nur beispielhaft) dargestellt werden, die bei dieser Frage gemeint sind. Auch Schülern der unteren Grundschulklassen ist es hierdurch möglich ohne großen Erklärungsaufwand und Unterstützung der Eltern mitzumachen. Drittens haben wir hier ein Beispiel dafür, dass Lernspiele nicht immer mit den Attributen spaßlos und anstrengend in Verbindung gebracht werden müssen. Und viertens, Erwachsene (und darunter sicherlich auch der eine oder andere Vielspieler) machen hier wirklich gerne mit und stibitzen Zahlenraten auch mal für ihre eigenen Spieleabende.
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 Kartenspiel von Reinhard Staupe, Amigo, ca. EUR 7,-
2-5 Pers., ab 6 J., ca. 15 Min. Spaßiges Lernspiel, an dem auch die Eltern ihre Freude haben.
 Die Zahlen 1 bis 50 werden in 5 10er-Reihen ausgelegt.
 Je mehr Hinweise aufgedeckt werden, desto einfacher wird das Zahlenraten.
 Bei einem Nein fallen damit schon einmal 14 Zahlen weg.

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