Aargh! Schon wieder verloren. Natürlich gegen meine bessere Hälfte und zwar in 9 von 10 Spielen.
Aber was soll's? Revanche!
Und wenn es die zehnte in Folge ist. Macht bei diesem Spiel nichts. Also, auch Corinna nicht, obwohl sie ständig gewinnt. Wir spielen nämlich Zug um Zug.
Zug um Zug hat einen Nochmal-Spielen-Reiz, der Nächte füllen kann. Soviel sei schon einmal vorweggenommen (naja, so kann man seinen Spannungsbogen auch kaputt machen, aber die Euphorie war stärker!).
Spielanleitung
Vor mir liegt ein Vorrat aus 45 Waggons in meiner Farbe. Der Spielplan in der Tischmitte zeigt die USA und ein Stückchen nördllich und südlich davon. Ettliche Zugstrecken zwischen den Städten sind eingezeichnet, manche in grau, aber die meisten in verschiedenen Farben.
Zwei Kartenarten gibt es in Zug um Zug: Wagenkarten in den Farben der Zugstrecken und Zielkarten.
Drei Zielkarten bekomme ich zu Beginn des Spiels. Auf diesen sind jeweils zwei Städte abgebildet, die ich, will ich die Karte erfüllen, im Laufe des Spiels mit meinen Waggons verbinden muss. Da diese drei Zielkarten unter Umständen ganz unterschiedliche Zugverbindungen fordern, bin ich dankbar, dass ich im Zweifelsfall eine Karte wieder zurückgeben darf.
Außer den Zielkarten bekommt jeder auch 4 Wagenkarten. Die restlichen Wagenkarten bilden einen Zugstapel, von dem 5 Karten offen ausliegen.
Wenn ich am Zug bin, führe ich eine von drei Aktionen durch:
Wagenkarten nehmen, eine Strecke nutzen oder Zielkarten ziehen.
Nehme ich Wagenkarten, kann ich entweder 2 von der offenen Auslage nehmen oder blind vom Stapel ziehen. Wähle ich aus der Auslage aber einen Joker (einsetzbar für jede Farbe), so darf ich nur eine ziehen.
Um eine Strecke zu nutzen, muss ich Wagenkarten in der Farbe der Strecke abgeben, für jedes Streckenteil eine. Jokerkarten können dabei jede Farbe ersetzen. Will ich beispielsweise die Strecke von Las Vegas nach Salt Lake City nutzen, brauche ich 3 braune Wagenkarten. Graue Strecken können mit Wagenkarten einer beliebigen Farbe bewältigt werden. Nutze ich eine Strecke, so stelle ich Waggons meiner Farbe auf die Streckenabschnitte. Diese Strecke steht den anderen Spielern ab sofort nicht mehr zur Verfügung.
Zielkarten werden immer 3 gezogen, davon kann man aber bis zu 2 wieder zurückgeben.
So versuchen wir, möglichst alle Zielkarten zu erfüllen und möglichst lange Strecken zu nutzen. Gut ist es, wenn diese Strecken auch noch aneinander hängen. Denn Punkte gibt es für
- einzelne Strecken (von einem Punkt für eine 1-Abschnitt-Strecke bis 15 Punkte für eine 6-Abschnitte-Strecke),
- erfüllte Zielkarten (bis zu 22 Punkte je nach Entfernung der beiden Städte auf der Karte) und
- die längste aneinanderhängende Strecke (10 Punkte).
Abzug gibt es für nicht erfüllte Zielkarten, und zwar die Punkte, die man andernfalls gewinnen kann.
Wer mit diesen Punkten auf der Zählleiste am weitesten vorangeschritten ist, muss den Verlierern eine Revanche gewähren.
Fazit:
Zug um Zug ist schnell erklärt und bietet trotz der einfachen Regeln taktische Möglichkeiten. Unsere anfängliche Meinung, dass man besser auf Zielkarten verzichtet und nur lange Strecken nutzt, um die ziemlich hohen Punktzahlen zu kassieren, hat sich mittlerweile relativiert. Schliesslich kann man mit etwas Glück Zielkarten ziehen, die man schon komplett oder fast erfüllt hat. Gerade beim Spiel zu zweit sollte man nicht ganz auf die Zielkarten verzichten.
Somit bleibt Raum für strategische Überlegungen, die das Spiel interessant und spannend machen.
Gelungen ist auch die Gestaltung, die sehr gut zum Thema Eisenbahn um 1900 passt.
Alles in allem halte ich Zug um Zug für einen verdienten Anwärter für das Spiel des Jahres. Schaun wer mal...
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 Gesellschaftsspiel von Alan R. Moon, Days Of Wonder, ca. EUR 35,- 2-6 Pers., ab 12 J., ca. 30-60 Min.
Auszeichnungen: Spiel des Jahres 2004
 Städte Nordamerikas werden durch Eisenbahnlinien miteinander verbunden.
 5 Karten liegen offen zur Auswahl, wenn man Wagenkarten nimmt.
 Konflikte sind vorprogrammiert.
 Erfüllte Zielkarten bringen Extrapunkte, nicht erfüllte jedoch Abzug.
 Beim Spiel zu zweit darf auch auf einer Doppellinie nur ein Spieler bauen.
 Nette Geste: Ersatzwagen werden in jeder Farbe gleich mitgeliefert.
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